Gemeinderat
Die Netz 4F AG führt die Kita in Riedholz weiter

An der Gemeinderatssitzung stellten die neuen Verantwortlichen ihre Vorstellungen für die Kindertagesstätte von Riedholz vor.

Lea Bleuer
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Die aktuellen Räumlichkeiten der «Glungge» in diesem Mehrfamilienhaus sind laut Patricia Zäch, Geschäftsführerin der neuen Betreiberin, «nicht ideal».

Die aktuellen Räumlichkeiten der «Glungge» in diesem Mehrfamilienhaus sind laut Patricia Zäch, Geschäftsführerin der neuen Betreiberin, «nicht ideal».

Hanspeter Bärtschi

Im Dezember 2019 wurde bekannt, dass die seit 2016 privat geführte Kindertagesstätte Glungge ihren Betrieb einstellen wird. Wegen finanzieller Probleme wird sie per Ende März schliessen. Betroffen davon sind 31 Kinder, acht Angestellte und zwei Lernende. Obwohl die Zeit sehr knapp ist, zeichnet sich nun eine Lösung ab: Die «Netz 4F AG» führt die Kita in Riedholz weiter. Eine grosse Erleichterung für viele Eltern, insbesondere weil «Netz 4F» bereits im April startet und den nahtlosen Übergang gewährleisten will.

An der Gemeinderatssitzung stellten die Verantwortlichen der «Netz 4F AG» (siehe Kasten) ihr Vorhaben vor, nachdem sie unmittelbar zuvor auch mit den Eltern einen ersten Infoanlass durchführten. «Wir sind überzeugt, dass eine Kita in Riedholz Potenzial hat und logistisch gut gelegen ist», erklärte André Naef, Projektleiter bei «Netz 4F». Gerade in diesem Perimeter hätten in letzter Zeit mehrere Kitas ihren Betrieb einstellen müssen, etwa in Günsberg und Luterbach. Das Einzugsgebiet würde so etwa 10000 Leute umfassen – eine gute Ausgangslage.

Stiftung von Reinhold Mathys im Hintergrund

Die «Netz 4F AG» ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für familienfreundliche Strukturen einsetzt und ergänzend zur Familie und Schule Lebens- und Lernräume für Kinder schafft. «Netz 4F» (4F bedeutet for families) ist eine Organisation der Stiftung 3FO. Die Stiftung mit Sitz in Olten wurde 2007 von Reinhold Mathys gegründet, welcher in Solothurn lebt.

Sie unterstützt Individuen, Organisationen und Projekte in den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung sowie der Aus- und Weiterbildung. «Ein Schwerpunkt besteht darin, Kinder in ihren ersten Lebensjahren aktiv zu fördern, und zwar nicht nur durch Projektförderung, sondern auch indem wir uns selber engagieren», betonte Burkhard Behr, Stiftungsrat und Geschäftsführer der Stiftung 3FO. (lrb)

Einige Optimierungen seien aber sicher notwendig, beispielsweise müsse die Kita zwingend grösser werden. «Eine Kita mit nur zwölf Kindern kann man nicht ohne Verlust führen», so Naef. Aus einer Gruppe mit zwölf Kindern sollen deshalb mittelfristig zwei Gruppen werden. Da die Kita mit fast zwölf Stunden sehr lange Öffnungszeiten hat, sind mehrere Schichten und somit ein grosser Personalaufwand notwendig. Ein Vorteil ist aber, dass «Netz 4F» vor zwei Jahren bereits die Kitas Tubeschlag und Hexenburg in Solothurn übernommen hat. So könnten Synergien optimal genutzt werden. Man würde sich mit Personal unterstützen und organisch wachsen, so Naef.

Ein Haus mit einem Garten zum Spielen gesucht

Bereits jetzt läuft die Suche nach neuen Räumlichkeiten, damit die Kita möglichst bald umziehen könnte. Mehr Platz und ein grösserer Garten zum Spielen wären gefragt. Patricia Zäch, die Geschäftsführerin von «Netz 4F», erklärte: «Die aktuellen Räumlichkeiten sind nicht ideal für eine Kita.» Während die Leiterinnen nicht bleiben, wird man drei Mitarbeiterinnen – darunter eine Lernende und eine Praktikantin – weiter beschäftigen. Zudem sei man bereits auf Elternwünsche eingegangen, die Kita soll neu nicht nur bis 18 Uhr, sondern bis 18.15 Uhr geöffnet sein. Einiges will man aber auch beibehalten, so etwa die regelmässigen Ausflüge in den Wald. «Wichtig ist, dass wir nicht einen bestehenden Betrieb übernehmen, sondern mit unserer Trägerschaft ab 1. April neu beginnen, im gleichen Gebäude», so Naef.

Wird die Gemeinde helfen und unterstützen?

Patricia Zäch und André Naef hoffen auf einen engen Dialog mit der Gemeinde. Eine Perspektive könnte sein, dass Riedholz Familien unterstützen würde – in Solothurn ist dies bereits der Fall. In Riedholz müssen die Tagesstrukturen hingegen komplett privat finanziert werden. Vielleicht könnten Bundesgelder abgerufen werden und lokale Familien durch Betreuungsgutscheine unterstützt werden. Zudem möchte man vielleicht mehrere Gemeinden oder den Schulkreis mit ins Boot holen.

Das weitere Vorgehen will der Gemeinderat an der nächsten Sitzung diskutieren. Ratsmitglied Markus Moll erklärte aber, dass er die positive Entwicklung begrüsse. Auch an der Elterninformation sei die Resonanz gut gewesen.

Hinweis

Sandra Morstein, Gemeindepräsidentin ad interim, informierte, dass ab März eine Sprechstunde der Gemeindepräsidentin stattfindet. Einwohnerinnen und Einwohner können dort spontan vorbeikommen, um ihre Anliegen zu besprechen. Die Sprechstunde findet jeweils dienstags von 17 bis 18 Uhr statt.