Etziken

Die Musikgesellschaft überzeugte mit dem zweiten Konzertteil

Die Musikgesellschaft Etziken mit den Tambouren beim Wettsteinmarsch.

Die Musikgesellschaft Etziken mit den Tambouren beim Wettsteinmarsch.

Musikgesellschaft Etziken startete ihr Konzert mit einem Gastafutritt des Österreichers Michael Geisler. Das Publikum schien allerdings erst im zweiten Konzertteil richtig zu erwachen.

Mit einer gefälligen Eröffnungsfanfare des Österreichers Michael Geisler startete die Musikgesellschaft Etziken ihr Konzert. Dann wandte sie sich der eher klassischen Musik zu. Wenige der 21 ab 1858 über mehrere Jahre für Klavier vierhändig geschriebenen Ungarischen Tänze schrieb Johannes Brahms später selber für eine Orchesterbesetzung um. Einige davon schafften es, Arrangeure zu Arbeiten für andere Besetzungen anzuregen.

Zur Ersten hatte Brahms 1873 eine Orchesterversion geschrieben, die es Robert Sarlette angetan hatte. Dessen Arrangement fand den Weg zu den Etziken. Die wussten durchaus etwas damit anzufangen. Solid, also durchaus auf der Höhe ihrer Möglichkeiten interpretierten sie auch «Mountain Wind» von Martin Scharnagl und das von Victor Lopez arrangierte «Eye of the Tiger».

Der «Wettstein Marsch» hat in Basel etwa den Stellenwert, den bei uns der «Solothurner Marsch» einnimmt. Beide gelten ohne Tambouren-Einsatz nicht vollständig gelungen. Die Etziker wollten den bei uns kaum gespielten Marsch von Hermann Suter aber halt wirklich einmal einbauen. Sie fanden die Tambouren beim Tambourenverein Wangen–Herzogenbuchsee. Natürlich wollten diese nicht bloss für den Auftritt zu diesem Marsch anreisen. Mit dem «S’Brösmeli» von Anton Wymann und dem «Wirbel-Marsch» von Alex Haefeli zeigten sie vor dem gemeinsamen Auftritt zusätzliche Müsterchen ihres Könnens. Selbstverständlich gaben sie diesem dann die gewünschte Würze.

Es schien, als ob das Publikum erst dann so richtig wach geworden wäre für den zweiten Konzertteil. Es war beim ersten Teil unverständlicherweise noch etwas geizig mit Applaus. Viel besser war es auch dann noch nicht. Die Musikantinnen und Musikanten hätten ein engagierteres Echo verdient gehabt. Wenn sie sich wirklich getragen gefühlt hätten, wären ihnen die weiteren Kompositionen von «Air Force One» bis zum «Vogellisi» noch leichter und beschwingter gelungen. Eine Spur mehr Spontanität vermochten die beiden Star-Arrangeure Franz Bummerl und Manfred Schneider mit der «Amsel Polka» und dem «Schlager Hit-Mix» auszulösen.

Bewunderung verdienen die Leute der Theatergruppe, nachdem die meisten von ihnen schon das Konzert auf ihrem Instrument bestritten haben. Das tun sie nicht einmal, sondern Jahr für Jahr. Markus Stampfli tat es diesmal bereits zum 30. Mal. Eine Leistung, wenn man bedenkt, dass er 1982 dem Verein beigetreten ist und war zudem viele Jahre deren Präsident. Diesmal wurde «Durenand im Alpeland» von Luka Bühler gespielt. Ein sehenswertes einaktiges Sechspersonenstück, das wiederum unter Urs Müller einstudiert wurde.

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