Musikalisch gesehen, begann der Musiktag am Freitag mit den Expertisenkonzerten in der Mehrzweckhalle. Einen ersten Teil bestritten jene Verbandsvereine, die sich nicht für eine Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest entschliessen konnten oder wollten. Ihnen wurden je 20 Minuten zugestanden, um ein Konzertstück vorzutragen.

Dieses sollte eigentlich, wenn auch nicht zwingend, ihrer Spielstärke entsprechen. Allerdings sind sie völlig frei bei der Wahl. Auch sie konnten ihren Vortrag durch die beiden Experten beurteilen lassen, genau so wie an jedem normalen Musiktag. Sie hofften natürlich auf eine günstige, aber doch konstruktive Beurteilung. Als Experten amteten Peter Danzeisen aus Lenzburg und Thomas Maritz aus Lostorf.

Die Spielgemeinschaft Rüttenen/Günsberg (Leitung Anja Grossenbacher) eröffnete den Abend mit den schönsten Melodien von Giuseppe Verdi. So sah jedenfalls die Auswahl des Arrangeurs Walter Tuscha aus. Er hat sie für Blasmusik bearbeitet. Ein Faible oder zumindest Sympathien für das Tessin schien Stephan Jaeggi gehabt zu haben. Sonst hätte sich die Musikgesellschaft (MG) Oberdorf (Leitung Walter von Känel) nicht mit ihrem «Preludio Ticino» den Experten stellen können. Die Musikgesellschaft Selzach (Leitung Heinz Müller) präsentierte Jacob de Haans «The Blues Factory». Die Brass Band Lommiswil (Leitung Roger Müller) liess sich mit «Fanfare Diversions», einer Brass Band-Komposition von John Golland, beurteilen.
Gefällige Komposition

Den zweiten Teil bestritten Vereine, die im Juni das Eidgenössische Musikfest besuchen werden. Ihnen wurde so viel Zeit zugestanden, dass sie ihr ganzes dortiges Konzertprogramm vortragen konnten. Von dieser Möglichkeit durften auch zwei Vereine profitieren, welche nicht dem Musikverband Solothurn-Lebern angehören. Die Musikgesellschaft Attiswil und die Musikgesellschaft Eintracht Zäziwil spielen wie die Stadtmusik Solothurn in Harmoniebesetzung. Alle drei haben sich für die dritte Klasse angemeldet. Also konnten drei unterschiedliche Interpretationen von Franco Cesarinis Aufgabestück «Colorado» verglichen werden.

Entgegen aller Skepsis erwies es sich als wirklich gefällige Komposition. Sie wird sich bestimmt klassieren. Es ist aber auch zu erwarten, dass sie weiterhin gespielt werden wird. Die Selbstwahlstücke unterschieden sich natürlich. Die Stadtmusik Solothurn (Leitung Anton Helscher) kombinierte dazu die «Folk-Song Suite» von Ralph Vaughan Williams. Attiswil (Leitung Etele Dosa) wählte «Mount Everest» des Niederländers Kees Vlak. Die Eintracht Zäziwil nutzte den Solothurnischen Musiktag, um sich auch mit ihrem «Jubilate» von Jacob de Haan beurteilen zu lassen.

Die Hauptstadt war natürlich auch mit ihrem zweiten Verein vertreten. Der spielt im Gegensatz zur Stadtmusik bekanntlich in Brass-Band-Besetzung. Die BB Solothurn (Leitung Martin Bütikofer) hat sich für die zweite Klasse angemeldet. Damit kamen Publikum und Experten auch in den Genuss dieses Aufgabestückes. Es wurde geschrieben durch Fabian Künzli und trägt den Titel «Caverns». Sie trug natürlich auch ihr Selbstwahlstück «Inclusion» von Paul Sharman vor. Auch in der zweiten Klasse, aber in Harmoniebesetzung lässt sich die Stadtmusik Grenchen (Leitung Rainer Ackermann) in Montreux messen. Damit traf auch das recht gefällige Aufgabestück «The Glensman Manuskript» von Marc Jeanbourquin noch in der Turnhalle ein.

Marschparade

Mit einem Apéro wurden die Vereine am Samstag empfangen. Dank idealem Wetter konnte anschliessend die Marschparade durchgeführt werden. Auf der Rötistrasse stand zwar eine Wagen. Diesmal war er aber nur für den Speaker und das «Rechnungsbüro». Die drei Experten begleiteten nach neuer Norm die Korps abschnittweise. Wie üblich ging die MG Flumenthal als durchführender Verein als erster auf die Paradestrecke. Nicht mehr dabei waren die Musikanten aus Zäziwil, dafür aber die MG Farnern. Nachdem schnell der grösste Durst gelöscht war, stellte man sich für den Gesamtchor auf. Unter der Direktion des Festdirigenten Bruno Trottmann begann der mit dem «Festlichen Präludium» von Walter Joseph.

Am Schluss unterhielten Oesch’s

Nach der Übergabe der Bezirksstandarte verlegte man sich in die Festhalle zur Veteranenehrung. Vorgenommen wurde die durch Ueli Nussbaumer, den Präsidenten des Solothurner Blasmusikverbandes. Er ist gleichzeitig der Veteranenchef des Eidgenössischen Musikverbandes. Zum gemeinsamen Nachtessen konnten anschliessend die freien Vorträge der Blaskapelle Konkordia genossen werden. Die spielt zwar keine Wettbewerbsmusik mehr, bietet aber gepflegte Unterhaltung. Die wurde von Musikantinnen und Musikanten gerne angenommen. Nach dem gemeinsamen Nachtessen unterhielten Oesch’s Musikanten und Publikum.