Recherswil
Die Musik der Jguschränzer darf auch etwas schräg sein

Die Jguschränzer feiern ihr 40-Jahr-Jubiläum mit einer Party für alle. Die Gugge hat zwar kein Motto, dafür aber ein umso grösseres Repertoire.

Rahel meier
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Die Iguschränzer sind 40 Jahre alt und feierten am Freitag gemeinsam mit der ganzen Bevölkerung.Thomas Ulrich

Die Iguschränzer sind 40 Jahre alt und feierten am Freitag gemeinsam mit der ganzen Bevölkerung.Thomas Ulrich

Thomas Ulrich

Obwohl sie 40 Jahre alt werden, haben die Jguschränzer noch keine Midlife crisis. Im Gegenteil: Sie feierten ihren Geburtstag am Wochenende ausgiebig.

Am Samstag fand die Guggeparty statt, die die Recherswiler Gugge schon zum 15. Mal organisiert. Am Freitag gab es erstmals einen etwas ruhigeren Anlass, zu dem auch die Dorfbevölkerung eingeladen war.

Dazu kamen mehr Leute, als erwartet. «Wir werden den Anlass nächstes Jahr wieder durchführen», meint André Jäggi.

«Urchig, verschworen, hart, bissig». So charakterisieren sich die Jguschränzer auf ihrer Homepage. «Wir sind tatsächlich ein guter Haufen», so Jäggi.

Er ist seit 15 Jahren Präsident und musikalischer Leiter der Guggenmusik. Zudem spielt er Trompete. Zurzeit hat die Gugge 32 Mitglieder im Alter zwischen 23 und 80 Jahren.

Viele Mitglieder sind schon lange dabei. «Ganz Junge könnten wir noch ein paar gebrauchen», meint Jäggi. Auch das grosse Blech könnte durchaus noch verstärkt werden.

«Wer Musik machen möchte und bereit ist, zu üben, ist bei uns richtig.» Es seien auch Leute willkommen, die (noch) kein Instrument beherrschen.

Grosses Repertoire

Die Jguschränzer proben von Mai bis Oktober einmal im Monat. «Das machen wir vor allem für alle diejenigen Mitglieder, die neben der Gugge nicht musikalisch tätig sind», so Jäggi.

Ende Oktober findet ein Probeweekend statt und ab November bis zur Fasnacht wird wöchentlich geprobt.

Viele Guggen üben jährliche neue Stücke ein und spielen nur diese. Nicht so die Jguschränzer. Ihr Repertoire umfasst gegen 30 Stücke. Dabei werden Oldies ebenso gespielt wie Gassenhauer oder moderne Hits.

«Damit sind wir flexibel und können bei einem Auftritt auch Wünsche erfüllen oder auf die Stimmung der Zuhörer eingehen.» Die meisten Stücke bringt Jäggi in die Gugge.

Er arrangiert die Musik auch. «Unsere Stücke dürfen durchaus schräg sein. Wir haben einige gute Musiker, die auch in der Musikgesellschaft spielen. Aber wir haben auch Mitglieder, die erst bei uns ein Instrument spielen gelernt haben.»

Es brauche immer Platz für beides, ist Jäggi überzeugt. Zudem erlaube es die Instrumentierung nicht, alles zu spielen. «Es gibt Stücke, die gehen einfach nicht.»

Entstanden sind die Jguschränzer vor 40 Jahren aus Mitgliedern der Musikgesellschaft. Anfangs waren sie als Jguländer Musikanten unterwegs.

Kein Motto

Die Jguschränzer gehen die Fasnacht in aller Regel ohne ein spezielles Motto an. Das hat seine Gründe. Einerseits ist die Gugge im ganzen Wasseramt und auch im benachbarten Bernbiet auf Tour.

Zudem machen die Jguschränzer ihr Kostüm nicht mehr selbst, sondern kaufen es in aller Regel ein.

«Früher hatten wir im Dorf noch zwei Mal einen Fasnachtsball und vier Beizen», erinnert sich André Jäggi. Heute ist es nur noch die Party, die immer am Samstag nach Hilari stattfindet und die Chesslete.

In den letzten Jahren haben die Jguschränzer zudem damit angefangen, statt eine Vereinsreise zu organisieren, die Fasnacht für eine solche zu nutzen.

«Wir waren schon in Freiburg und im Schwarzwald an einem Umzug.» Die Gugge ist in aller Regel am Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag unterwegs.

«Am Dienstag läuft nicht mehr viel. Heuer haben wir den Dienstag darum gleich ganz gestrichen.»

Dafür spielt die Gugge eine Woche nach der Solothurner Fasnacht abwechslungsweise in Koppigen und in Bätterkinden und in anderen Orten, in die sie eingeladen werden.