Gartenbranche

«Die Leute haben extrem Lust, im Garten zu arbeiten»: Garten-Haus Wyss erhält zu viele Bestellungen

In diesen Tagen ist kein persönliches Aussuchen in einem Gartencenter möglich.

In diesen Tagen ist kein persönliches Aussuchen in einem Gartencenter möglich.

Der Zuchwiler Anbieter von Gartenprodukten muss kurzfristig seinen Onlineshop schliessen.

Schon mehrfach erwähnt wurden die Probleme der Gartenbranche, die ihre Verkaufsläden geschlossen halten muss und auf das Onlinegeschäft ausweicht. Die aktuelle Wetterlage und die bevorstehenden Feiertage akzentuieren die Situation. Und zwar so stark, dass nun die Anbieter die Wünsche der Kunden online nicht mehr vollständig befriedigen können. Wer gestern eine Bestellung auf dem Onlineportal von Garten Wyss erledigen wollte, «stand» vor einem leeren Onlineshop. «Aufgrund der vielen Bestellungen die uns aktuell erreichen, können wir heute leider keine weiteren Aufträge mehr entgegennehmen. Wir werden sobald als möglich den Onlineshop wieder für Bestellungen öffnen», musste Garten Wyss ihren Kunden mitteilen.

«Es ist eine paradoxe Situation», sagt Hans Walter Müller, Geschäftsführer Garten Wyss. «Die Leute haben extrem Lust, im Garten zu arbeiten, und sie wollen einkaufen.» Das sei sehr erfreulich. Aber über das Wochenende seien unglaublich viele Bestellungen eingetroffen. «Wir mussten den Onlineshop schliessen. Zuerst müssen wir nun die eingetroffenen Bestellungen bewältigen, bevor wir neue Bestellungen entgegennehmen dürfen. Das wäre sonst unfair den Kunden gegenüber.» Das sei eine vorübergehende Massnahme. Er rechne aber nicht damit, so Müller gestern, dass der Onlineshop bereits heute wieder öffnen könnte. «Wir erhielten am Wochenende 600 Bestellungen und 250 Reservationen.» Zurzeit seien im Onlineshop insgesamt 1500 Bestellungen zu erledigen. Das übersteige die Infrastruktur kurzfristig im Wyss GartenHaus-Center in Zuchwil, wo die Bestellungen gerüstet werden.

Bundesrat Guy Parmelin hat Garten-Haus Wyss besucht

Auch der Versand stosse an seine Grenzen. So habe Müller vor einigen Tagen neben der Post noch einen privaten Anbieter für grössere Produkte unter Vertrag genommen. Die Bestellungen in der Umgebung würden sofort separiert und mit eigenen Lieferwagen ausgefahren. «Das

alles ist nicht nur schön», so Müller. «Die Branche fährt in diesen drei Frühlingsmonaten einen grossen Teil des Jahresumsatzes ein. Nun haben wir bereits einen Monat verloren.» In einem Center könnten viel mehr Leute bedient werden als mit dem Onlineshop. «Neben der Gartenbranche leiden auch die Produzenten.» Vor diesem Hintergrund sei auch der Blitzbesuch von Bundesrat Guy Parmelin am vergangenen Freitag in der Ostermundiger Filiale von Wyss Garten-Haus zu sehen, so Hans Walter Müller.

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