Die Liegenschaft an der Hauptstrasse 15 (Lommiswil GB Nr. 23) wird verkauft. Das haben die 59 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung beschlossen. Die Käuferschaft besteht aus dem Arzt Oliver Freiermuth sowie den Firmen Ossig ImmoVision GmbH und Maagic GmbH, alle aus Lommiswil. Oliver Freiermuth wohnt seit vier Jahren in Lommiswil und möchte in dem besagten Haus an der Hauptstrasse 15 im Oktober 2018 eine Hausarztpraxis eröffnen.

Die vermutlich 1814 erbaute Liegenschaft wurde von der Gemeinde 1999 erworben und zeitweise als Wohnung für Asylbewerber genutzt, ist nun aber sanierungsbedürftig. «Die Käuferschaft ist interessiert daran, die Vorstellungen der Gemeinde zur Belebung des Dorfzentrums umzusetzen», freut sich Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer. In einem ersten Schritt wird nämlich eine neue Arztpraxis im Parterre eingebaut, anschliessend sollen im ersten Stock sowie im Dachgeschoss kostengünstige Wohnungen entstehen. Zudem soll im Garten aufgrund einer einzuräumenden Dienstbarkeit ein Ort der Begegnung geschaffen werden.

Gegenantrag abgelehnt

Der jetzige Arzt Rudolf Fischer ergriff in der Diskussion als erstes das Wort. Er finde das Geschäft prinzipiell zwar gut, stelle aber dennoch einen Gegenantrag. Obwohl er mit der Variante des Gemeinderates leben könne, würde er einige Punkte darin ändern. So beantragte er, dass die Dienstbarkeitsverpflichtung aufgehoben wird, weil das darin geregelte Gartennutzungsrecht kaum definiert sei. «Handelt es sich dabei bloss um ein Bänkli, oder um mehrere Tische mit Schaukel daneben?», fragte er. Zudem solle das Rückkaufsrecht nicht auf 20, sondern lediglich auf 15 Jahre festgesetzt werden.

Auch die Formulierung, dass «kostengünstige Wohnungen» entstehen sollen, könne man streichen, da dieser Begriff zu schwammig sei. Bei 22 Befürwortungen und 31 Gegenstimmen wurde Fischers Antrag allerdings abgelehnt, sodass anschliessend über den Vorschlag des Gemeinderates entschieden wurde. Nichtsdestotrotz war dieser unbestritten – bei einer Enthaltung beschloss die Versammlung einstimmig, die Liegenschaft GB 23, welche 9,39 Aren Land enthält, zum Preis von 300'000 Franken zu verkaufen.

Erfolgreiche Rechnung

Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 779'301 Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 20'643 Franken. Nebst den höher ausgefallenen Steuern liege der Hauptgrund für das bessere Ergebnis bei der Periodenanpassung für die Lehrerbesoldungssubventionen aufgrund des neuen Finanzausgleichsgesetzes. Mit dem Ertragsüberschuss können 200'000 Franken zusätzliche Abschreibungen auf dem alten Verwaltungsvermögen getätigt werden und trotzdem bleibt danach noch ein Betrag von 579'301 Franken als Einlage ins Eigenkapital übrig. Die Investitionsrechnung verzeichnet Nettoinvestitionen von 423'579 Franken.

Erika Pfeiffer verabschiedet

Nach acht Jahren als Gemeindepräsidentin leitete Erika Pfeiffer am Montag ihre letzte Gemeindeversammlung. «Vielen ist gar nicht bewusst, was sie in den letzten acht Jahren alles geleistet hat», so Ulrich Custer in der Laudatio. Ihre Amtszeit habe nicht einfach angefangen, sondern mit roten Zahlen und einem Steuerfuss, der vorübergehend massiv angehoben werden musste. Grosser Dank gelte ihrem überdurchschnittlichen Einsatz. Von ihren Gemeinderatskolleginnen und -kollegen bekam sie zum Abschied eine dekorierte Stechgabel geschenkt, die symbolisch für ihr Zupacken und das Engagement stehe, aber auch für die Arbeit in ihrem eigenen Garten, welchem sie sich nun wieder vermehrt widmen könne. Ebenfalls verdankt wurden die zurücktretenden Ratsmitglieder Roger Jutzeler, Beat Schneider und Ulrich Custer. Zudem wurden die neuen Ratsmitglieder sowie der neue Gemeindepräsident Norbert Häberle vorgestellt.