Nach zwei Stunden intensiver Arbeit im Gemeindesaal dankten Christine Brechbühl und Thomas Steiner unter Beifall der 53-köpfigen Gemeindeversammlung Gemeinderat und Gemeindepräsidentin Verena Meyer für die umsichtige Durchführung, für die umfassend vorbereiteten Unterlagen und die seit der Fusion erfolgte Gemeindeführung: «Macht weiter so».

Im Mittelpunkt stand das von Vizepräsident und Kassenwart Thomas Stutz als «Filetstück» bezeichnete Haushaltsergebnis 2014. Da der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 26. Mai vertieft alle Ausgaben der mit einem Ertragsüberschuss von 1,06 Mio. Franken abschliessenden Rechnung bei einem Ertrag von knapp 14 Mio. Franken unter die Lupe genommen hatte, erläuterte er in fast sportlicher Leichtigkeit der Gemeindeversammlung anhand einer grafischen Übersicht, wie in den meisten Ressorts durch haushälterische Sparsamkeit der Voranschlag unterschritten werden konnte.

Die Budgetierung der zusammengeführten Aufwendungen mit einem Total von 12,8 Mio. Franken war ja noch in den 10 Altgemeinden erfolgt. Damals war noch nicht zu erwarten, dass statt insgesamt 7 Mio. tatsächlich 8,5 Mio. Steuern eingingen. «Dabei handelt es sich sicher um einen einmaligen Faktor, der aus einer gewissen Unschärfe in der Abgrenzung entstand», betonte Stutz.

Die Versammlung unterstützte einstimmig alle rätlichen Anträge zur Rechnung, billigte die Kreditüberschreitungen im Umfang von 1,1 Mio. und stimmte der zusätzlichen Abschreibung von 1 Mio. auf das auf 5 Mio. bezifferte Verwaltungsvermögen zu, um vorausschauend die Finanzlage für die Einführung von HRM2 zu verbessern. Das Eigenkapital beläuft sich samt Ertragsüberschuss 2014 von rund 61'000 auf 5,8 Mio. Franken.

Eine Steuersenkung sei angesichts der aktuell guten Kassenlage wirklich verfrüht, hatte Gemeindepräsidentin Vreni Meyer durchblicken lassen. Reto Wittwer, Mitglied im dreiköpfigen Revisorat, bekräftigte den Erfolg dieser Rechnungslegung, die unter schwierigen Bedingungen zustande gekommen sei.

Knacknuss

Durch den Zusammenschluss «geerbt» hat die Gemeinde das 2013 gegründete Kleinunternehmen BucheggbergNet. Wie Gemeinderat Christoph Isch ausführte, sind an dessen modernem Glasfasernetz, das Telefonie, Internet und TV übermittelt, 18 Abonnenten angeschlossen. Laut seiner Aussage sind die Kunden zufrieden.

Nur leider krankt die aus den Gemeinden Aetigkofen und Lüterswil-Gächliwil mit Kapitaleinlage bestehende Gesellschaft an Finanzproblemen und einem Verlust von 54 000 Franken. «Lohnt sich der Ausbau von BucheggbergNet fürs Gemeindegebiet von ganz Buchegg?», fragte Isch, der sich mit besorgten Voten aus der Versammlung bezüglich Haftung und Nachschusspflicht konfrontiert sah. «Diese Gründung war ein Schnellschuss, bei dem Geld verpulvert wurde», resümierte Thomas Steiner.

Nach der Genehmigung von Geschäftsbericht und Jahresrechnung von BucheggbergNet hielt Vreni Meyer fest, dass sich der Gemeinderat im August ausführlich mit Strategie und möglichen weiteren Optionen wie auch dem Verkauf beschäftigen werde.

Gar nicht so trocken

Reglemente sind in der Regel eine trockene Angelegenheit. Weil aber der Gemeinderat weitgehende Vorarbeit geleistet hatte, konnten die gewünschten neuen Kommissionsbezeichnungen für die Werkkommission (Wasser, Abwasser, Energie, Drainage) und Verkehrskommission (Strassen, Flurwege, Verkehr) ohne lange Diskussion in der Gemeindeordnung implantiert werden.

Die Versammlung hatte ebenso Verständnis für Änderungen der Entschädigungen in der Dienst- und Gehaltsordnung für Brunnenmeister, Zählerableser und für die Betreuer von Robidogs und Sammelstellen. Angeregt wurde, die Leerung von Robidogs an Wanderrouten häufiger vorzunehmen.

Die Vereinheitlichung des Bau- und Zonenreglements, die Bauverwalter Georg Baumgartner und die Baubehörde erarbeitet und zur Vorprüfung im Kanton eingegeben haben, sollte nur bezüglich Bau-Richtlinien genehmigt werden. «Es ist höchst mühsam, mit unterschiedlichen Bestimmungen der Altgemeinden zu kutschieren», betonte der Bauverwalter die Notwendigkeit. Die Zonenreglemente, über die noch nicht befunden werden sollte, unterliegen nicht der kommunalen Autonomie und müssen öffentlich aufgelegt werden. Mit 48:4 Stimmen bei 1 Enthaltung wurde der Teil Bau des neuen Bau- und Zonenreglements schliesslich angenommen.

Zurückgestellt wurde nach lebendiger Aussprache die Revision der Gebührenordnung für Bauten und Mieten, weil doch etliches unklar geblieben war. Keinerlei Opposition regte sich gegen die Neufassung der Statuten im Zweckverband Schiessanlage Biberntal.

Nötig geworden war sie insbesondere redaktionell als Folge der Fusion. In den Mitteilungen machte die Gemeindepräsidentin auf den nun inserierten Verkauf des Schulhauses Gossliwil und den Stand der Ortsplanungsrevision in Aetingen und Küttigkofen aufmerksam. In einer herzlichen Laudatio verabschiedete sie die bisherige, seit 2001 tätige Gemeindeschreiberin Manuela Kaiser und stellte der Versammlung deren Nachfolgerin Daniela Seiler (Bibern) vor.