«Die Sanierung der Antonius Kapelle ist eine Herzenssache», erklärte Kirchgemeindepräsidentin Daniela Flury-Kofmel. Die Kapelle sei ein Kraftort, der vielen Leuten zur Einkehr und Besinnung diene. Täglich würden hier Menschen Trost suchen, beten oder ihre Ängste und Wünsche in ein Gebetbuch schreiben. Die Begegnungen seien eine Bereicherung für das lebendige Miteinander in der Pfarrei.

Das im 17. Jahrhundert errichtete Gebäude diente anfänglich als Beinhaus. Nach der Umwandlung in eine Kapelle – mit dem Patrozinium des hl. Antonius von Padua – wurden darin seit 1863 Messen gelesen. Heute steht die Kapelle mit der Kirche, dem Pfarrhaus und der Pfarrscheune unter Denkmalschutz. Einstimmig hiessen die 30 Stimmberechtigen der Katholischen Kirchgemeinde Deitingen an ihrer Budgetgemeindeversammlung den Kredit von 290 000 Franken für die Sanierung der Kapelle gut.

Mit Geburtenglöckchen

«Es zwickt an allen Stellen», würde die Kapelle wohl selber sagen. Ihr Schadenbild zeigte der ehemalige Kirchgemeinderat und Baubeauftragte Daniel Schreier auf. Probleme machen das feuchte Mauerwerk, der losgelöste Aussenputz, der konzentrierte Feuchtigkeitsaufstieg durch den verschlossenen Innenboden und die Farbablösungen im Innenbereich. Vorgesehen sind das Entfernen des bestehenden Fassaden- und Innenputzes und, nach dem Austrocknen des Mauerwerks, ein Ersatz mit geeigneten, feuchtigkeitsdurchlässigen Materialien.

Der bestehende Plattenboden macht einem atmungsaktiven Riemenboden Platz. Der Altar wird vorerst entfernt und aufgefrischt. Neu wird die Kapelle nach altem Muster wieder mit Kirchenbänken ausgestattet. Vorgesehen ist zudem das Aktivieren der kleinen von Hand betriebenen Glocke im Turm. «Sie soll in Zukunft als Geburtenglöckchen dienen und die neugeborenen Kinder im Dorf willkommen heissen», sagt Daniela Flury-Kofmel. Der Sanierungsabschluss ist auf Ende 2019 geplant.

Sorgen über Austritte

Laut Verwalterin Doris Eberhard-Kofmel kann die Sanierung mit eigenen Mitteln finanziert werden. An den Kosten von rund 290'000 Franken beteiligen sich die Denkmalpflege mit 40 000, die Synode mit 2000 und die Bürgergemeinde mit 50'000 Franken. Aus Sponsoren- und Spendengeldern erhofft man sich ebenfalls 50'000 Franken. Mit diesen Einnahmen und der Auflösung der Vorfinanzierung von 90'000 Franken verbleibt ein Finanzierungsbedarf von 58 000 Franken. Zusätzliches Geld wird zudem aus verschiedenen Aktivitäten erwartet.

Einstimmig genehmigte die Versammlung den Voranschlag 2019, welcher bei einem Ertrag von 569 986 Franken einen Aufwandüberschuss von 4735 Franken vorsieht. Der Steuerfuss für das Jahr 2019 wird bei 18 Prozent der einfachen Staatssteuer belassen.

Auf Ende Januar 2019 hat Diakon Franz Allemann aus gesundheitlichen Gründen demissioniert und auf Ende März 2019 die Aktuarin Gislinde Fritzius. Pfarrer Beat Kaufmann sorgt sich über die vermehrten Kirchenaustritte auch von älteren Menschen. Er möchte in einer Begegnung mit den Kirchgemeindemitgliedern thematisieren, dass Kirchgemeinde neben Steuern auch Sinn für Zusammenhalt und Gemeinschaft bedeutet.