Selzach
Die Jodler im Schein der Teelichter

Beim Lichterfest darf der Jodlerklub Hasenmatt auf Gastauftritte zählen – nicht immer auf ganz Alltägliche.

Hans Blaser
Drucken
Teilen
Der Jodlerklub Hasenmatt auf der Bühne des Pfarreizentrums.

Der Jodlerklub Hasenmatt auf der Bühne des Pfarreizentrums.

Hans Blaser

Ein abendfüllendes Programm übersteigt die Möglichkeiten des Jodlerklubs Hasenmatt. Deshalb sucht der Verein sich immer wieder Gäste für seinen Anlass aus. Den nennt er nicht Winter- oder Adventskonzert, sondern Lichterfest. Mit vielen brennenden Teelichtern schon vor dem Pfarreizentrum erklärt er jeweils diesen Namen. Die Lichter säumten auch diesmal den Zugang und leiteten den Besucher sanft, aber unwiderstehlich zum Eingang.

Selbstverständlich präsentierten sich die Jodler auch gesanglich auf der durch Teelichter abgegrenzten Bühne. Mit «D’Lüt im Dorf» von Kurt Mumenthaler eröffneten sie ihren Auftritt im ersten Teil. Diesen komplettierten sie mit dem «Beichle-Jutz» von Franz Stadelmann. Beim zweiten Auftritt wurden sie bei der Komposition von Ruedi Bieri durch ein Waldhorn und ein Fagott unterstützt. Jakob Düsels «Alpabfahrt» bewältigten die Jodler wieder allein. Auch wenn nicht ganz alles wunschgemäss gelang, schien es dem Publikum zu gefallen. Schon verschiedene Chöre begrüsste der Jodlerklub als Gäste bei all den Lichterfesten. Diesmal war es der Taktlos-Chor aus Messen.

Dieser steht unter der Leitung von Katharina Spielmann. Auch mit seinem Überhang an weiblichen Stimmen kann er sich gesanglich in verschiedenste Richtungen bewegen. Immer spürt man dabei reine Freude am Singen. Das vielfältige Repertoire verlockt auch junge Sängerinnen zum Mitmachen; vermutlich wären mehr Männerstimmen ebenso willkommen. Entsprechend dem Muster verteilte der Chor seine Beiträge in drei Auftritte. Ob eine hebräische Weise oder «Tibie paiom» mit christlich-orthodoxem Hintergrund: Der Chor überzeugte.

Ganz klar, dass ihn weder «Locus iste» aus Anton Bruckners Motette oder «Halleluja» aus Georg Friedrich Händels Oratorium «Messias» überforderten. Schon gar nicht gilt das für «Lacrimoso» aus «Requiem», dem letzten und unvollendeten Werk von Wolfgang Amadeus Mozart.

Keine alltägliche Kombination

Bei der Gründungfeier des Jodlerklubs sorgte das Bläserquartett «Brafa» für einen musikalischen Rahmen. Nun fanden die Jodler, nach etwa 15 Jahren sei die Zeit gekommen, das Quartett wieder einmal einzuladen. Es besteht aus Urs Schär und Anton Zweili (Trompeten) Walter Gfeller (Waldhorn) und Walter Stucki (Fagott). Offensichtlich steht also «Brafa» für die Kombination Brass und Fagott. Die nicht ganz alltägliche Kombination erwies sich als sehr wandlungsfähig. Die vier «Hansdampfe in allen Gassen» zeigten sich mit Rags und Blues erstaunlich jazzig.

Das Waldhorn mimte zeitweise die Posaune und das Fagott den Kontrabass. Weder ihr «Joshua fit the battle of Jericho» oder «St Louis Blues» brauchten den Vergleich mit einer Combo zu scheuen. Und bei «Peacherine Rag» und vor allem dem «Maple Leaf Rag» war die Handschrift von Scott Joplin nicht weniger erkennbar als bei bekannten Jazz-Combos. Für seine Schlussnummer «Wiehnachtsglogge» von Ernst Sommer wurde der Jodlerklub vom Bläserquartett unterstützt.