Flumenthal

Die Inertstoffdeponie schränkt die Alpensicht nicht ein

Rudolf Bieri vom Amt für Raumplanung begrüsst die Gäste auf der Lichtung Waldacker in Flumenthal.

Rudolf Bieri vom Amt für Raumplanung begrüsst die Gäste auf der Lichtung Waldacker in Flumenthal.

Am Samstag begann das Mitwirkungsverfahren betreffend Inertstoffdeponie.

Es ist ein Projekt, das langfristig angedacht ist, aber nicht nur Freunde hat: die Inertstoffdeponie im Attisholzwald auf dem Gemeindegebiet von Riedholz und Flumenthal. Nachdem der Kanton den Richtplan bewilligt hat und die Zustimmung des Bundes in Aussicht steht, beginnt die Ausarbeitung des Nutzungsplans. Die Bevölkerung kann sich dazu äussern, denn am Samstagmorgen startete das öffentliche Mitwirkungsverfahren. Noch bis zum 19. August können beim Amt für Raumplanung Eingaben gemacht werden.

Alpensicht beschäftigt

Die rund 50 Anwesenden waren froh um das Zelt, das auf der Lichtung Waldacker in Flumenthal aufgestellt worden war. Die meisten von ihnen waren auf ihrem Fussmarsch in den zweifelhaften Genuss eines heftigen Regenfalls gekommen. Im Zelt angekommen, wurden sie von Rudolf Bieri (Amt für Raumplanung), Jasmine Huber und Christoph Heiniger (Gemeindepräsidenten von Riedholz und Flumenthal), sowie sechs Referenten begrüsst. Diese gaben während zweier Stunden Auskunft über das Projekt und seine Auswirkungen. Dabei griffen sie der Diskussion teilweise vor, indem sie etwa auf die Alpensicht eingingen. Die «Bürgerbewegung Riedholz» hatte mit einer Fotomontage für Aufsehen gesorgt, die zeigt, wie der durch die Deponie erhöhte Wald einigen Riedholzern und Flumenthalern die Alpensicht raube.

Hans Ramseyer (Tensor Consulting AG) bezeichnete die Montage als «grob falsche Darstellung». Er verwies auf den Kamin, der auf dem Bild zu sehen ist, dessen Spitze auf 530 m. ü. M. liege und den Fuss der Alpen nicht erreicht. Die Deponie werde um maximal 20 Meter auf ca. 488 m. ü. M. erhöht. Die Bäume würden 20 bis 30 Meter hoch und damit die Alpen nicht verdecken. Ramseyers Fazit kam einem Versprechen gleich: «Die Sicht auf die Alpen wird für keine Liegenschaft verdeckt.»

Weitere Sorgen betrafen den Mehrverkehr, der durch die Vergrösserung der Deponie aufkommt. Ramseyer legte dar, dass heute rund 63 Lastwagenfahrten pro Betriebstag (15 000 pro Jahr) anfallen. Künftig rechne man mit ca. 107 Fahrten pro Betriebstag bzw. 25 500 pro Jahr. Die Fahrzeuge, die zur Deponie bzw. von dieser wegfahren, machten damit jedoch nur 1,7 bis 2,7 Promille des durchschnittlichen Werktagverkehrs aus. Er erklärte weiter, dass die Attisholzstrasse künftig für LKWs gesperrt wird. Diese fahren damit von Riedholz und Flumenthal her via Baselstrasse und von Luterbach her via Waldausstrasse an, wo das Verkehrsaufkommen daher erhöht wird.

Depot für Waldboden

Während der Diskussion wurden Fragen bezüglich des Bodendepots aufgeworfen, das auf der Lichtung Waldacker zu liegen kommt. Dieses wird Ober- und Unterboden beinhalten, der während der Arbeiten abgetragen und später zur Rekultivierung des Waldes wieder verwendet wird. Wie Barbara Gantner (Cycad AG) sagte, wird der Untergrund durch das Depot, das rund 1,8 Hektaren umfasse, um ca. zwei Meter erhöht. Dieser werde aber laufend abgetragen, sodass am Schluss wieder der heutige Zustand erreicht sei. «Der Boden wird ausserdem angesät», es sei also eine extensive Bewirtschaftung möglich, etwa in Form einer Wiese. Zudem werde eine Trennschicht zum Schutz des jetzigen Bodens angelegt.

Nicht zuletzt warfen Grund- und Sickerwasser Fragen auf. Wie die Referenten erklärten, sei auf dem Gebiet der künftigen Deponie kein nutzbares Grundwasser, weshalb es überhaupt als Standort infrage komme. Da man sich aber in einem Randbereich befinde, würden Abdeckungen verlegt. Und damit keine Giftstoffe in den Untergrund gelangen, werde man das Sickerwasser auffangen, prüfen und anschliessend kontrolliert abführen. Entweder in die Aare oder – bei zu hoher Belastung – in die Kanalisation. Wie Gantner erklärte, könne dafür nicht die bestehende Pumpleitung verwendet werden. Stattdessen müsse eine mit einem freien Gefälle geplant werden, wobei die Kosten vom Verursacher getragen werden.

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