Verwaltungsgericht
Die Haltung von Legehennen ist gesetzeskonform – auch inmitten des Dorfes

Das Verwaltungsgericht weist Einsprachen gegen Landwirt Daniel Stüdis Bauvorhaben in Deitingen ab.

Urs Byland
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Daniel Stüdi und im Hintergrund der Schweinestall, der nun eine neue Funktion erhalten soll.

Daniel Stüdi und im Hintergrund der Schweinestall, der nun eine neue Funktion erhalten soll.

hanspeter baertschi

Landwirt Daniel Stüdi kann den geplanten Betrieb mit Legehennenhaltung mitten in Deitingen realisieren. Die Beschwerden der Anwohner gegen das Vorhaben wurden vom kantonalen Verwaltungsgericht allesamt abgewiesen. Dabei war schon im Vorfeld klar, dass das Ansinnen von Daniel Stüdi vor Gesetz Bestand haben wird. Das wussten auch die Beschwerdeführer.

«Vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen ist alles auf der Seite des Landwirtes», sagte noch in diesem März Anwohnerin Maria Nesti. Die Geruchsabstände können eingehalten werden, obwohl der Bauernhof in einem Wohnquartier liegt. Der Kamin mit der gereinigten Abluft liege 42 Meter von der nächsten Bauzone entfernt. Vorgeschrieben seien 35 Meter. Das bestätigt nun auch das Verwaltungsgericht.

Sie und ihre 13 Mitstreiter hätten aber dennoch Beschwerde eingelegt, weil sie im Internet auf weitere Gefahren durch einen solchen Betrieb gestossen sei, welche «im Kanton nicht bekannt sind und deshalb auch nicht beachtet werden». Sie habe herausgefunden, dass es die Gesundheit gefährdende Punkte gebe. So könne durch den Kot der Tiere im Boden Ammoniak gebildet werden, das ins Grundwasser gelangen kann. Sie befürchte zudem eine Übertragung von Erregern durch Emissionen in der Luft.

Dazu steht im Urteil des Verwaltungsgerichtes lapidar, dass es kein Prüfgegenstand eines Bauverfahrens sei, potenzielle Krankheiten in Betracht zu ziehen. Sollte eine Krankheit auftreten, müsse der Veterinärdienst handeln.

Weidehaltung beobachten

Auf Anfrage erklärt nun Maria Nesti, dass die Einsprecher den Verwaltungsgerichtsentscheid akzeptieren werden und nicht vor Bundesgericht gehen wollen. «Wir müssen uns damit zufrieden geben», so Nesti. Sollte es aber in Bezug auf Lärm- oder Geruchsimmissionen ganz schlimm werden, wolle man weitere Massnahmen ergreifen. Dazu fordert auch das Verwaltungsgericht auf. Denn die Weidehaltung lasse sich erst im Betrieb abschliessend beurteilen, was die Geruchsimmissionen anbelangt. Diese würden sicher auch vom Betreiber abhängen. Sollte die Weidehaltung aber zu Immissionen führen, könnte die Bauverwaltung immer noch Auflagen anordnen.

Umstrukturierung

Die Familie Stüdi wollte ursprünglich einen Betrieb für Schweinhaltung errichten, scheiterte aber 2008 trotz Baubewilligung. Die Geruchsabstände zum nahen Wohngebiet waren nicht eingehalten. Vor Bundesgericht erstritt sich Stüdi einen Schadenersatz. Im April 2016 unternahm Daniel Stüdi einen neuen Anlauf, den seinerzeitig gebauten Schweinestall einer Nutzung zuzuführen. Denn seit 2008 dient das Gebäude nicht seinem eigentlichen Zweck. Im April 2016 publizierte Stüdi den Betrieb mit Legehennenhaltung sowie ein weitere Umstrukturierung des Landwirtschaftsbetriebs. Ein Teil des Schweinestalls dient der Legehennenhaltung. Weiter werden eine Mosterei und ein Backraum eingerichtet.