Oberdorf
Die Hallenbad-Frage: Soll es saniert oder umgenutzt werden?

Zwei Millionen Franken müsste die Gemeinde investieren, um das Hallenbad zu sanieren und vor der Schliessung zu bewahren. Teuer wäre aber auch die Umnutzung zu Schulräumen – nun werden Einsparmöglichkeiten gesucht.

Lea Reimann
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Das Schwimmbad Oberdorf
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Hallenbad Oberdorf
Schwimmbadtechnikraum im Untergeschoss
Die Duschen
Die Duschen
Duschen und WC

Das Schwimmbad Oberdorf

Hanspeter Bärtschi

Wie weiter mit dem Hallenbad? Soll es saniert werden oder könnte man es zu Schulräumen, die man demnächst ohnehin dringend benötigt, umnutzen? Darüber wird Oberdorf an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 26. September beraten.

Um die beiden Varianten abzuwägen, hat der Gemeinderat den Architekten Daniel Bieri, Oberdorf, beauftragt, grobe Kostenschätzungen anzustellen. Bieri zeigte am Montagabend auf, was eine Sanierung enthalten sollte.

Da die letzte grössere Hallenbadsanierung zwanzig Jahre zurückliegt, müssten nun sämtliche Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen sowie die Schwimmbadtechnik erneuert werden. Das sind Investitionen, die sich laut Daniel Bieri auf zwei Millionen Franken belaufen würden.

Eine zweite Variante bestünde darin, den Betrieb des Hallenbades einzustellen und die Räumlichkeiten zu Schulraum umzubauen. Schulraum ist ohnehin bald dringend nötig, denn der momentan bestehende Schulpavillon muss spätestens in acht Jahren – aus energetischer Sicht aber besser früher – ersetzt werden.

Mit der Umnutzung des Hallenbades könnte man die 800 000 Franken, die ein neuer Pavillon kosten würde, in den Umbau des Hallenbades investieren und dort Zimmer schaffen. Da sich die Turnhalle über dem Bad befindet und sich der Schall sehr stark durch die Decke überträgt, stehen drei grosse Werkräume zur Diskussion.

Noch nicht im Klaren ist man sich allerdings über die Kosten. Daniel Bieris Kostenschätzung beläuft sich auf 2,2 Millonen Franken, doch der Gemeinderat ist sich einig: Eine billigere, einfachere Variante müsste gesucht werden, sparen ist angesagt – insbesondere in Anbetracht dessen, dass der benötigte Schulraum auch durch einen neuen Pavillon für 800 000 Franken gewährleistet werden könnte.

«Wir können nicht von 2,2 Millionen Franken reden, wenn es um lediglich drei Schulräume geht», betonte Gemeindepräsident Patrick Schlatter und erhielt damit Zustimmung vom Gemeinderat. «1,2 Millionen Franken sind das oberste Limit, das wir überhaupt vertreten können – alles andere ist sinnlos.»

Architekt Daniel Bieri und Gemeinderatsmitglied Marc Spirig haben nun den Auftrag erhalten, Sparmöglichkeiten zu eruieren. Was könnte man weglassen, ist die alles entscheidende Frage. Es dürfte aber schwierig sein, im Hallenbad «abgespeckte», gute Schulräume zu bauen, betonte Architekt Daniel Bieri.

Patrick Schlatter erklärte: «Wenn ihr zum Schluss kommt, dass 1,2 Millionen Franken für den Umbau zu Schulraum nicht reichen, dann können wir diese Variante begraben.» Vielmehr müsste man dann wohl die Schulräume woanders bauen. Sollte man das Kostendach von 1,2 Millionen Franken aber einhalten können, sollen dem Volk beide Varianten (Sanierung oder Umnutzung) vorgelegt werden, so die Meinung des gesamten Gemeinerates.

Nochmals überarbeitet und auf Sparmöglichkeiten überprüft wird auch die Variante, welche den Hallenbadbetrieb beibehält. Momentan enthält diese nämlich noch Elemente, auf die man verzichten könnte, wie beispielsweise eine Bassinabdeckung für Zeiten des Nichtgebrauchs für 100 000 Franken.

Ein kostenintensiver Posten, der aber so oder so ansteht, ist die Sanierung der mit Asbest belasteten Bodenbeläge und Leitungsisolationen.

Da das Investitionsbegehren die Grenze von einer Million Franken übersteigt, ist eine Urnenabstimmung erforderlich. Diese findet am 27. November statt. Die ausserordentliche Gemeindeversammlung vom 26. September dient der Beratung und der Eintretensfrage. Wird das Eintreten abgelehnt, fällt die Urnenabstimmung dahin und das Hallenbad müsste aus Gründen der Sicherheit per Ende 2017 geschlossen werden.

Wird darauf eingetreten, könnte das Volk an der Urne über beide Varianten beschliessen und in einer Stichfrage die bevorzugte Variante wählen, falls beide angenommen würden.

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