Bellach
Die gesamte Turnerfamilie feiert ein Doppeljubiläum

Als Zeichen bewährter Partnerschaft feierten die Damenriege ihr 75-jähriges Bestehen mit Fahnenweihe und der Turnverein seinen 125. Geburtstag gemeinsam. Die anwesende Turnerfamilie und viele Gäste erlebten einen unvergesslichen Festabend.

Gundi Klemm
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Fahnenpatin Irene Hänzi-Schmid und Fahnenpate Markus Kölliker entrollen die neue Fahne der Bellacher Damenriege.

Fahnenpatin Irene Hänzi-Schmid und Fahnenpate Markus Kölliker entrollen die neue Fahne der Bellacher Damenriege.

Hansjörg Sahli

Das freudig mitgesungene Geburtstagständchen Happy Birthday stimmte Antje Lässer, Präsidentin des Solothurner Turnverbandes, an. Sie zeigte sich in ihrer Ansprache begeistert über den «einzigartigen» Festrahmen in der Organisation beider Vereine. Als Ausdruck ihrer harmonischen Zusammenarbeit bleibe ebenso auch das erfolgreich durchgeführte Regionalturnfest im Juni dieses Jahres in Erinnerung. «Womit bewiesen ist, zu welchen Leistungen Dorfvereine fähig sind», unterstrich sie die Werte, Ziele und Bedeutung beider Vereine. «Als Spiegelbild einer unglaublichen Erfolgsgeschichte» bezeichnete Bellachs Gemeindepräsident Roland Stadler die auf 200 Jahre zusammengerechneten Jubiläen. «Ihr leistet einen vorbildlichen Beitrag zum Wohle der Gesellschaft und bereichert unser Dorfleben», lobte er. Beiden Vereinen sicherte er weiterhin ideelle und finanzielle Unterstützung zu.

Höhepunkt des Abends

Seit 32 Jahren sammelte sich die Damenriege (DR) Bellach unter einer immer noch hübschen, aber klein dimensionierten Flagge. Präsidentin Corinne Blaser und die technische Leiterin Seline Flury riefen gemeinsame Erlebnisse wie Kantonale Wettkämpfe und sechs Mal besuchte Eidgenössische Turnfeste in Erinnerung, wohin das Fahnentuch die Turnerinnen begleitete. Im Kreis von Fahnen befreundeter Vereine und unter dem Banner des SOTV sowie mit dem rhythmischen Fahnenmarsch der Tambouren Kirchberg wurde sie ehrenvoll verabschiedet. Weil die Damenriege mit ihren Abteilungen Mädchenriege, Eltern- und Kind-Turnen, Krabbelgymnastik und dem vierteiligen Turnspartenbetrieb auf bald 60 aktive Mitglieder angewachsen sei, brauche man jetzt eine grössere Fahne, befanden die beiden DR-Verantwortlichen. Auf herzlichen Beifall stiess das von Vereinsmitglied Leila Bähler entworfene Fahnensujet auf blauer Seide, das zwei Turnerinnen in beschwingter Bewegung und das Bellacher Wappenrössli zeigt. Als Fahnenpaten fanden Irene Hänzi-Schmid und Markus Kölliker – beide als Bindeglieder zwischen den Vereinen mit einem «grossen Turnerherz» ausgestattet – herzliche Zustimmung bei allen Jubiläumsgästen. Als Vertretung der örtlichen Kirchen segneten Gaby Warthmann (ref. Gemeinde) und Markus Stalder (kath. Gemeinde) in einem weihevollen Akt die neue Fahne als «Symbol für eine gelingende Gemeinschaft».

Schöne Historie

Im Wechsel mit der DR-Präsidentin erläuterte Daniel Christen, Präsident des 100 Mitglieder und 60 Jugi-Buben zählenden Turnvereins Bellach, kurzweilig die Geschichte beider Vereine, gespickt mit amüsanten Details. 20 Turner hatten sich am 2. April 1891 am üblichen Turner-Donnerstag zur Gründung zusammengefunden. Trainiert wurde auf einem gemieteten Platz neben dem Gemeindehaus. Bei Regen konnte die wachsende Turnerschar eine benachbarte Scheuneneinfahrt benutzen. Im November 1941 versammelten sich 14 sportbegeisterte junge Frauen, um regelmässig unter der Leitung der späteren Ehefrau von «Turn-Mentor» Viktor Stüdeli sen. zu turnen. Verglichen mit heute waren Räumlichkeiten und Ausrüstung für beide Vereine geradezu spartanisch, dafür die Geselligkeit aber umso wichtiger. 1960 konnte die alte Turnhalle bezogen werden, die angesichts der idealen Bedingungen der jetzigen Dreifachturnhalle schon in Vergessenheit geraten ist. Die beliebten Turnervorstellungen fanden zuerst im «Rössli», dann in der «Linde», danach in der Aula des Kaselfeld-Schulhauses und ab 1992 als mitreissende Turnshow im Turbensaal statt. Geehrt für ihre langjährige Vereinstreue wurden die 90-jährige Emmi Buri und der 82-jährige Georges Schmitt.

Mit Fahnenweihe und Ehrung sowie der Gratulation von Hausi Liechti (Vereinskartell) war das Programm, durch das Remo Jäggi führte, noch nicht erschöpft. Für Begeisterung sorgten die Auftritte der Tambouren, der Tanzgruppe «le ragazze» und der «Gym-Brothers».