Das Mühle-Areal, gelegen in einer Senke am Ortsausgang Richtung Brügglen, soll um zwei Flächen arrondiert und in die Gewerbezone umgezont werden. Dies entspricht dem Wunsch von Marcel Schlup und Werner Lätt. Entstehen soll hier eine grosse Biogas-Anlage, die 2,5 Gigawatt Strom produziert und damit bis zu 900 Haushalte versorgen könnte.

Beigezogen als Ratgeber wurde Landwirt Peter Wyss, der in Ittigen – sichtbar von der Autobahn – seit zehn Jahren eine Biogasanlage als damaliges Schweizer Pionierprojekt betreibt. Inzwischen bestehen hierzulande 90 Anlagen. Im Beisein von Ingenieur Kuno Eberhard erklärte er die technischen Einzelheiten, die der Schweinezucht von Schlup zu einem wirtschaftlichen Standbein für die Zukunft verhelfen würden.

Denn unter den jetzigen Bedingungen sei der Betrieb, so der Züchter, wegen der Geruchsemissionen und komplizierter Arbeitsabläufe kaum noch sinnvoll. Vor allem stört ihn, dass seine jetzt aufgezogenen Ferkel in einen Mastbetrieb wechseln müssen. «Ich will die Tiere bis zur Schlachtung möglichst ohne Antibiotika-Einsatz bei uns behalten», sagte er. 

Bei 250 Zuchtsauen plant er 1500 Mastplätze für deren Nachwuchs. Die entstehende Gülle wird in einem grossen Reservoir aufgefangen und mit weiteren 10 000 Tonnen Grüngut, Gülle, Mist und landwirtschaftlichen Abfällen zum Gärmaterial für die Biogasanlage. Wyss kalkulierte, dass das zusätzlich nötige Substrat mit einem Lastwagen täglich aus der näheren Umgebung herantransportiert werden könne.

Der Gemeinderat erkundigte sich neben der Geruchswäsche mittels Wasser nach der Abwärme der Anlage, die laut Auskunft zur Stallheizung genutzt wird und später beispielsweise das Schwimmbadwasser erwärmen und Fernwärmeanschlüsse versorgen könnte.

Nach der Behandlung sei der stoffliche Inhalt absolut geruchfrei und eigne sich als hochwertiger Hofdünger, war zu erfahren. «Es geht darum, einen geschlossenen Kreislauf aus Zucht, Mast, Gülle zu erzeugen, der zu alternativer Energiegewinnung beiträgt», unterstrichen die drei Referenten. Der Gemeinderat zeigte sich sehr interessiert und stimmte einhellig dem Start zur Voranfrage im Kanton zu. Nach positiver Beurteilung nähme dann das Projekt mit Teilzonen- und Gestaltungsplan sowie einer Umweltverträglichkeitsprüfung Fahrt auf.

Steuerfuss ist kaum zu halten

Der Gemeinderat schwang an seiner Sitzung den Sparhammer. In der Budgetdiskussion konnten 257 000 Franken eingespart werden. Damit reduziert sich das Budget in der Erfolgsrechnung auf 11.5 Mio. im Aufwand, 10.1 Mio. im Ertrag bei einem Minus von rund 1.3 Mio. Franken.

Etliche Positionen in dem durch Finanzverwalterin Jacqueline Aeberhard und Ressortvorstand Thomas Stutz kommentierten Entwurf führten zu intensiven Diskussionen. «Da wir nur 10 Prozent unseres Haushalts selbst bestimmen können, weil alles andere gesetzlich vorgegeben ist, sollten wir an dem durch uns beeinflussbaren Teil den Rotstift ansetzen», gab Christoph Isch die Richtung vor.

Aber gerade bei kommunalen Aufgaben sei kein «Kahlschlag» möglich, warnte Gemeindepräsidentin Verena Meyer. Deshalb durchkämmte der Gemeinderat die Haushaltsprognose wie mit einem feinzinkigen Kamm.

Das mit 6 zu 1 angenommene Investitionsprogramm im Umfang von netto 1.7 Mio. Franken zeigte, dass es sich nicht lohne, Infrastrukturaufgaben zu vernachlässigen, allenfalls aber eine Verteilung auf weitere Jahre anzustreben. Mehrheitlich war der Rat der Meinung, den für die Versorgungssicherheit nötigen Wasserringanschluss Neuströssli in Kyburg-Buchegg im kommenden Jahr auszuführen.

Die Erfolgsrechnung spiegelt die grossen Kostenfaktoren: Bildung mit 4,3 Mio. und Soziale Wohlfahrt mit 2,5 Mio. Franken. Die anderen Posten sind vergleichsweise kleine Player. Unter die Lupe genommen wurden aber einzelne Ausgaben. Reduziert von 38 000.- auf 25 000 Franken wurde die Seniorenreise. Halbiert wurde der Betrag für den baulichen Unterhalt der weitläufigen Gemeindestrassen auf 300 000 Franken mit der ausgesprochenen Absicht, das kommunal betreute Strassennetz künftig zu straffen. Gestrichen wurden trotz Argument «Dienstleistung für die Bevölkerung» die beiden GA’s, weil Bahnbillette nicht mit Steuergeld finanziert werden sollen.

Bis die Repla eine gemeinsame Lösung zur Unterstützung kultureller Institutionen vorlegt, gewährte der Gemeinderat 3500 Franken fürs Alte Spital nicht mehr. Beiträge erhalten weiterhin das Stadttheater und die Zentralbibliothek in Gesamthöhe von 23 500 Franken. Nicht verzichtet wurde auf das periodische Spülen des Leitungsnetzes für 20 000 Franken. Im Friedhofswesen ist vorerst die Anschaffung eines «Phönix» fürs Gemeinschaftsgrab für 20 000 Franken nicht genehmigt, weil zuvor die Gesamtsituation der Friedhöfe durchleuchtet werden sollte.

Vom Finanzausgleich erhält die Gemeinde 1.024 Mio. Franken. Im Kapitel Finanzen und Steuern hofft Buchegg auf 8.18 Mio. Franken. Um einen ausgeglichenen Haushalt erzielen zu können, braucht die Gemeinde aber mehr Geld. Angedacht wird eine Steuererhöhung von jetzt 115 Prozent auf 130 Prozent, wobei 1 Steuerpunkt zirka 57 000 Franken ausmacht. Stutz, der vorher über den Finanzplan und längerfristig abnehmendes Eigenkapital informiert hatte, wird zur kommenden Sitzung einen detaillierten Vorschlag zur Steueranlage unterbreiten.