An der Generalversammlung der Genossenschaft Elektra Nennigkofen vom Donnerstag, dem 7. Juni, werden wichtige Beschlüsse in Sachen Zukunft gefasst. Vorstandsmitglied Hans Weichlinger fordert in einer Mitteilung die Genossenschafterinnen und Genossenschafter dazu auf, die Generalversammlung unbedingt zu besuchen.

«Die Geschäfte der Elektra Nennigkofen laufen sehr gut. Daher möchte der Vorstand wie bisher weiterfahren», sagt Hans Weichlinger. Also kein Zusammengehen mit dem Stromnetz Lüsslingen, das der Gemeinde gehört. Die Elektra wäre allenfalls bereit, die Energieversorgung des Ortsteils Lüsslingen in die Genossenschaft oder in eine andere Organisationsstruktur zu integrieren. Das gesamte Netz soll aber in eigener Regie betrieben und nicht verpachtet werden. «Bei einer Verpachtung werden die Hoheitsrechte bei wichtigen Entscheidungen, wie der Tarifgestaltung oder der Gewinnverwendung, aus den Händen gegeben.»

«Es wird wohl nichts ändern»

In Sachen Stromnetz Lüsslingen haben sich die Fronten aber schon längst geklärt. Der Gemeinderat der Einwohnergemeinde Lüsslingen-Nennigkofen möchte das Netz des Ortsteils Lüsslingen weiterhin verpachten und will von einem Betrieb in eigener Regie nichts wissen.

Aufgrund von «falschen Zahlen in einer Auswertung» wird das Geschäft der erneuten Verpachtung des Stromnetzes im Dorfteil Lüsslingen auf die Budgetgemeindeversammlung verschoben. Eigentlich wollte der Gemeinderat seinen Entscheid, welchen Betreiber er aus den drei verbliebenen Offerten ausgewählt hat, an der kommenden Gemeindeversammlung präsentieren und absegnen lassen. Das geht nun nicht.

Der Gemeinderat hatte schon längst entschieden, nicht in die Genossenschaft Elektra Nennigkofen einzugehen. «Wir wollen das Lüsslinger Netz verpachten», sagt Gemeindepräsident Herbert Schluep. Was aber weiterhin möglich ist, wäre der umgekehrte Weg. Die Elektra Genossenschaft Nennigkofen schliesst sich der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen an. «Dazu müsste ein Genossenschafter auch den entsprechenden Antrag an der kommenden Generalversammlung stellen», so Schluep. Er sei zwar auch Genossenschafter, aber der Antrag müsste von einer anderen Person kommen. «Und ich kann sowieso nicht an der Elektra-Generalversammlung teilnehmen.»

Hoffnungen macht er sich aber keine. So habe er 2016 ausgerechnet, dass er als Nennigkofer mehr für den Strom zahle als die Lüsslinger. «Aber aktuell zahlen die Nennigkofer weniger. Also wird wohl alles beim Alten bleiben.»

«Da liegen Welten dazwischen»

Das sieht auch der Vorstand der Genossenschaft Elektra Nennigkofen so und beantragt den stimmberechtigten Genossenschaftern die Zustimmung zur Beibehaltung der Genossenschaft wie bisher, allenfalls ergänzt mit dem Netz des Ortsteils Lüsslingen. «Wir haben auch eine Ausschreibung gemacht bei den gleichen Offerierenden wie die Gemeinde für das Stromnetz Lüsslingen. Da liegen Welten dazwischen», so Hans Weichlinger.

Das Stromnetz auf eigene Rechnung zu betreiben, lohne sich gegenüber einer Verpachtung. «Nichts gegen die anderen, aber wir müssen nicht Dividenden finanzieren und der Gewinn geht zurück in die eigenen Tarife.» Dabei macht die Genossenschaft auch nicht alles selber. «Wir haben unsere Dienstleister. Solange es uns aber finanziell gut geht dabei, machen wir so weiter.»