Normalerweise erteilt die Schule Noten. Im Rahmen der externen Schulevaluation (ESE) ist dies für einmal umgekehrt und die Schule wird benotet. Für die Gemeinsame Schule Unterleberberg (GSU) war es die erste Evaluation seit dem Zusammenschluss der Schulen der sechs Gemeinden Balm bei Günsberg, Flumenthal, Günsberg, Hubersdorf, Kammersrohr und Riedholz. Im Rahmen der externen Schulevaluation wurde die GSU als Ganzes beurteilt. Der ESE-Schlussbericht stellt der Gemeinsamen Schule Unterleberberg (GSU) ein sehr gutes Zeugnis aus. Dies haben die zuständigen Behörden, Schulleitenden und Lehrpersonen mit Zufriedenheit und Genugtuung, aber auch mit Stolz und Motivation sich weiter zu verbessern, zur Kenntnis genommen. Die GSU erfüllt die Anforderungen in allen überprüften Bereichen. Die Ergebnisse, die auch dank Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern (SUS), Lehrpersonen und Eltern zusammengetragen wurden, liegen teilweise über dem kantonalen Durchschnitt. Dies ist aus Sicht des externen Evaluationsteams nicht selbstverständlich, da die GSU eine komplexe Organisation ist. Sie umfasst nicht nur die vier Primarschulstandorte und die Sek I, sondern auch die Musikschule. Zudem gehören ausserschulische Aufgaben wie das Führen der Tagesschule und die Immobilienverwaltung des Sek-I-Schulhauses dazu, welches sich im Eigentum der GSU befindet.

Individualität erhalten

Im Evaluationsbericht wird aufgezeigt, welche Stärken und Schwächen die Struktur der GSU hat. Laut Bericht sind die Schulstandorte in den vergangen acht Jahren zu einem Ganzen zusammengewachsen. Trotzdem haben die einzelnen Standorte ihre Individualität erhalten. Als Beispiel sei hier die Schule Günsberg genannt, in der Musik einen hohen Stellenwert hat. In Hubersdorf gibt es dafür seit Jahren einen Klassen- und einen Schülerrat, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre Meinung äussern können. Die Balance zwischen dem Gemeinsamen und dem Gestaltungsraum für die einzelnen Schulstandorte zu behalten ist eine der Herausforderungen, die sich in diesem Konstrukt aber auch heute noch ergibt.

Am offensichtlichsten zeigen sich laut dem Evaluationsteam die Unterschiede in den einzelnen Lehrerteams. Die Lehrpersonen würden sich mehrheitlich in erster Linie mit ihrem Schulstandort und erst in zweiter Linie mit der GSU identifizieren. Sie stünden zudem teilweise den Vorgaben der GSU oder des Kantons sehr kritisch gegenüber. So gebe es auch Standorte, die sich schwertun mit dem Umsetzen von Neuerungen. Ein Thema, das ebenfalls mehrmals auftaucht, ist die Zusammenarbeit innerhalb der Schulhaus-Teams, die die von «sehr gut» bis «verbesserungswürdig» beschrieben wird. Nicht immer einfach sei zudem, dass an den meisten Standorten je nur eine Klasse einer Stufe gebe. Ein vermehrter Austausch unter den Lehrpersonen der Standorte ist mit den eingeführten, schulhausübergreifenden Unterrichtsteams auf gutem Weg, so das Evaluationsteam.

Dem Vorstand der GSU und dem Hauptschulleiter sei es in der Zwischenzeit gelungen, der Schule und den Anliegen der Schule in den politischen Behörden Gewicht und Gehör zu geben. Dies sei dann wesentlich, wenn es um das Budget der einzelnen Standorte oder die Platzverhältnisse in den Schulhäusern, die den Gemeinden gehören, gehe.

Schulleiter entlasten

Eine wichtige Schlussfolgerung des Evaluationsteams ist, dass der Hauptschulleiter und die Schulleitungen vor Ort entlastet werden müssen. Die Hauptschulleitung sei der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Organisation. Allerdings sei deren Kompetenzen nicht immer klar geregelt. Die Schulleitungskonferenz aktiver aktiver auftreten, auch wenn es um die Planung von gemeinsamen Projekten und Vorhaben geht. Denn die Schulleiter vor Ort sind das Bindeglied zwischen Hauptschulleitung und den Teams.