Deitingen
Die Gemeindeversammlung stimmt schulergänzender Tagesbetreuung zu

War die Einführung der Tagesstrukturen an der Gemeinderatssitzung ein hitzig diskutiertes Thema, gab es an der Gemeindeversammlung keinerlei Widerstand dagegen.

Marlene Sedlacek
Merken
Drucken
Teilen
Die Betreuung wird während der zweijährigen Pilotphase im Mehrzweckraum des Schulhauses Zweien angeboten. (Archivbild)

Die Betreuung wird während der zweijährigen Pilotphase im Mehrzweckraum des Schulhauses Zweien angeboten. (Archivbild)

Urs Byland

Die 104 Anwesenden störten sich nicht daran, dass bei der Kostenberechnung die Mietkosten und der administrative Aufwand für die Gemeindeverwaltung nicht berücksichtigt sind. Und auch nicht, dass das Projekt aufgrund der finanziellen Lage zu einer Unzeit kommt. Beides Punkte, die im Gemeinderat umstritten waren.

Mit grossem Mehr stimmten die Bürger und Bürgerinnen dafür, das bestehende Kinderbetreuungsangebot mit einer schulergänzenden Betreuung zu erweitern. So werden Kinder vom Babyalter bis zum Ende der Primarschule von den Tagesstrukturen profitieren können.

Die Betreuung wird während der zweijährigen Pilotphase im Mehrzweckraum des Schulhauses Zweien angeboten und im August 2021 starten. Der Bund sichert zweierlei Subventionen zu. Einerseits eine Anschubfinanzierung zum Aufbau von neuen Angeboten. Andererseits eine Unterstützung, weil das Projekt vorsieht, die Elternbeiträge von der Höhe des Einkommens abhängig zu machen. Bis zu einem Lohn von 80'000 Franken will die Gemeinde Subventionen ausrichten.

Die Nettokosten für alle Betreuungsangebote werden die Gemeinde für das halbe Schuljahr im 2021 rund 21'000 Franken kosten, ohne Miete und Administrationskosten. Gemeindepräsident Bruno Eberhard ist überzeugt, dass ein solches Angebot einen grossen Mehrwert für die Gemeinde darstellt und dies zu zusätzlichen Steuereinnahmen führen wird.

Wärmeverbund wird zur Gemeindesache

Ebenso diskussionslos stimmte der Souverän der Auflösung der Wärmeverbund Deitingen GmbH zu. Die Gesellschaft wird liquidiert und als Spezialfinanzierung in die Rechnung der Gemeinde überführt. Als Grund nannte Michael Tüfer unter anderem, dass die Einwohnergemeinde mehr als 50 Prozent der produzierten Energie für öffentliche Liegenschaften bezieht und somit der Betrieb der Holzschnitzelheizung als öffentliche Anlage gerechtfertigt ist. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Auflagen wegfallen, die für eine juristische Gesellschaft gelten.

Für die Photovoltaikanlage auf der Zweienhalle sprach die Versammlung einen Kredit über 230'000 Franken. Die Anlage wird jährlich rund 110000 kWh Strom produzieren. Mit dem hohen Energieverbrauch der Halle und des Schulhauses kann die Gemeinde einen grossen Teil des Stroms selber verbrauchen und jährlich etwa 14'000 Franken sparen, sagte Jan Binzegger.