Unterer Leberberg
Die Gemeindepräsidenten kritisieren Pläne für Wasserversorgung

Die Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg will sich neu ausrichten. Doch mit der Strategie sind nicht alle einverstanden.

Christof Ramser
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Christoph Heiniger, Gemeindepräsident Flumenthal: «Mit einem Anschluss an den Wasserverbund Region Solothurn wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.»

Christoph Heiniger, Gemeindepräsident Flumenthal: «Mit einem Anschluss an den Wasserverbund Region Solothurn wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.»

zvg

Die Restrukturierungspläne der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL) stossen auf Kritik. Weil die Organisationsstruktur des Zweckverbandes schwerfällig und unübersichtlich geworden sei und mit der Cellulose Attisholz schon vor längerer Zeit der wichtigste Partner weggefallen war, liess die GWUL eine Grundlagenstudie erarbeiten. Eine Lösungsvariante sieht den Anschluss der sieben Gemeinden Attiswil, Balm, Flumenthal, Hubersdorf, Luterbach, Riedholz-Niederwil und Rüttenen an den Wasserverbund Region Solothurn AG (WARESO) vor.

Der Präsident der Anschlussgemeinde Flumenthal, Christoph Heiniger, fragte sich gestern an der Gemeindepräsidentenkonferenz Unterleberberg, wie diese Variante zustande kam. Die Interessenbindungen des GWUL-Präsidenten Rainer Hug seien nie offen gelegt worden. Ausserdem sei ihm zugetragen worden, dass der WARESO-Vorschlag von Beratern stamme, die von diesem mandatiert werden.

Mit einem Anschluss an die WARESO werde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, so Heiniger. Ein einstimmiger Entscheid aller sieben Gemeinden für einen Wechsel sei unrealistisch, zumal mit Attiswil noch eine bernische Gemeinde mit an Bord sei. Wenn man mit dem Studienergebnis nicht zufrieden sei, müsse der GWUL beauftragt werden, sich noch einmal mit dem Geschäft auseinanderzusetzen und sich einen Partner zu suchen, der den Betrieb neu ausrichte. «Schliesslich gehört der GWUL uns Gemeinden», rief Heiniger in Erinnerung.

Jasmine Huber (Gemeindepräsidentin Riedholz) machte beliebt, eine Zweitmeinung über die Umstrukturierung durch eine externe Beratung einzuholen. Das Thema werde in Riedholz kontrovers diskutiert. Klar sei, dass etwas gehen müsse, sei es nun ein Wechsel zur WARESO oder ein Zwischenschritt. Dem stimmte Balms Gemeindepräsidentin Pascale von Roll zu. Für Balm kämen beide Varianten infrage.

Einwanderer besser integrieren

Die Konferenz diskutierte das Projekt «Start Integration», mit dem der Kanton die Integration von Ausländern forcieren will. Neu spielen die Wohngemeinden dabei eine aktivere Rolle, indem sie bei Bedarf mit den Zuzügern ein ausführliches Interview führen. Im Unterleberberg, wo der Ausländeranteil kleiner ist als in den Zentren, soll die Aufgabe im Verbund gelöst werden. Leitgemeinde ist Hubersdorf, wo ab 2018 auf der Gemeindeverwaltung die Triage vorgenommen und entschieden wird, ob ein Erstinformationsgespräch nötig ist oder eine Info-Mappe abgegeben wird. Weil der Grossteil der Arbeit in der Leitgemeinde anfällt, sind sich die Gemeindepräsidenten einig, dass die Subventionsbeiträge des Kantons nach Hubersdorf fliessen. Die Finanzierung ist bis 2021 gesichert, danach muss der Vertrag neu ausgehandelt werden. Christoph Heiniger ist überzeugt, mit dem Vertrag im Unterleberberg eine einfache und pragmatische Lösung gefunden zu haben. Hubersdorfs Gemeindepräsident Gregor Schneiter pflichtete bei: «Es ist eine gute Sache». Ausserdem sei durch das Prinzip «Fördern und Fordern» sichergestellt, dass nachgefasst werden könne, falls sich jemand nicht an die Regeln halte.

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