Recherswil
Die Gemeinde will «nicht sparen bis zum letzten Zacken»

Ein neuer Doppelkindergarten, ein aufgestockter Verbindungstrakt und ein saniertes Schulhaus. Recherswil erhält viel neuen Schulraum.

Gundi Klemm
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Die Visualisierung des neuen Verbindungstraktes ab 2019.

Die Visualisierung des neuen Verbindungstraktes ab 2019.

zvg

Der Aufwand für die geplanten Neu- und Ausbauten für die Schule wurde laut Architekt Benno Probst von 5,4 auf 4,6 Millionen Franken gesenkt. Dies wird möglich durch den Verzicht auf den Reservepool von 400'000 Franken und durch Minimierung der Ausstattung, um vor allem bestehende Einrichtungen und vorhandenes Mobiliar weiter zu verwenden.

«Wir wollen aber nicht sparen bis zum letzten Zacken», betonte Gemeinderat Daniel Murer (FDP). Denn damit bestünde in der Realisierung der drei Schulprojekte die Gefahr von Nachkrediten. «Zudem sollen die Neu- und Umbauten vor allem den Anforderungen des Schulbetriebs entsprechen», bekräftigte Finanzressortchef Peter Wüthrich (SVP), der die Ratssitzung in Stellvertretung von Hardy Jäggi (SP) leitete. Bisher allerdings stützt sich die Berechnung für die drei Schulbauten auf eine weitgehende Machbarkeitsstudie, die in den letzten Wochen durch den im Rat referierenden Architekten Benno Probst konzeptionell verfeinert wurde.

Geplant sind mit effektiven Gesamtkosten von 4,64 Millionen der Neubau Doppelkindergarten im Schulareal für 1,5 Millionen, die Aufstockung des Schul-Verbindungstraktes für 1,9 Millionen und die Sanierung des Schulhauses für 950'000 Franken. Nach dem für 2017 vorgesehenen Planungsprozedere, das inklusive Bauleitung mit 350 000 Franken zu Buche schlägt, folgen 2018 der Kindergarten, 2019 die Aufstockung und nach deren Bezug 2020 die Sanierung des vorhandenen Schulgebäudes.

Die Verteilung der Kosten auf mehrere Jahre sei für den Finanzplan wichtig, befand man im Rat. Denn die übrigen Investitionen, die sich gemäss bisheriger «Wunschliste» bis 2021 inklusive Bauvorhaben auf 15 Millionen Franken belaufen, seien für die Gemeinde in der Summe zu hoch. Bereits bewilligt sind Ausgaben von rund 8 Millionen Franken. Deshalb machte sich der Gemeinderat mit einer Priorisierung der übrigen aufgeführten Aufgaben vertraut.

Steuerfuss beibehalten

Um den aktuellen Steuersatz von 120 Prozent, wie es der Gemeinderat im Grundsatz beschlossen hat, beibehalten zu können, sind Abstriche im Investitionsprogramm nötig. Gemäss «Dringlichkeit» durchleuchtete der Rat deshalb dessen Positionen und verschob etliche Strassensanierungs- und Wasserbauprojekte in eine spätere Phase des Finanzplans, der sowieso alljährlich «rollend» überprüft wird. Denn schwierig bleibt die Prognose zum Bevölkerungswachstum und damit zum Steuersubstrat.

Plötzliche und unvorhergesehene Verpflichtungen etwa im Schulwesen oder im Bauwesen als Folge der Wetterauswirkungen könnten daher zu Notfallübungen führen, erkannten Ratsmitglieder. Im Investitionsumfang bleibt die Gestaltung des Zentrumsplatzes mit 360'000 Franken erhalten. Der Radwegbau nach Kriegstetten wird auf später verschoben. Beim Feuerwehr-Mannschaftstransporter sollte vielleicht statt einer Neuanschaffung für 100'000 Franken eine preiswertere Occasionslösung in Betracht gezogen werden.

Verschoben wurde der finanzielle Aufwand zur Umnutzung des bisherigen Kindergartens «Im Winkel». Unangetastet bleiben vorgesehene Informatik-Anschaffungen für die Schule. Im Programm bleiben ebenso die Dorfeingangstafeln. «Wir sind dem Ziel sehr nah», freute sich Wüthrich, der die gestraffte und vom Rat einstimmig befürwortete Liste der Finanzkommission zur Bearbeitung übergeben wird.

Bald im Provisorium

Mit dem Umbau der Gemeindeverwaltung und dem vorübergehenden Umzug in die frühere Post im Dorf hat der Rat auf Antrag von Gemeindeschreiberin Gabriela Meili die Schalteröffnungszeiten verändert.

Künftig bleibt im Provisorium der Mittwoch geschlossen. Damit soll auch die fünfwöchige Abwesenheit einer Mitarbeiterin überbrückt werden. «Dafür wird die Bevölkerung Verständnis zeigen, denn unsere Verwaltung erbringt gute Dienstleistungen», stimmten die Ratsmitglieder überein.

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