Bolken

Die Gemeinde will mit einer Planungszone mehr Zeit gewinnen

Das Dorfzentrum rund um das alte Schulhaus und die Gemeindeverwaltung soll gestärkt und attraktiviert werden.

Das Dorfzentrum rund um das alte Schulhaus und die Gemeindeverwaltung soll gestärkt und attraktiviert werden.

Gemeinde Bolken will in der Kernzone das Dorfzentrum stärken und lebendiger gestalten.

Bolken will eine Planungszone über die gesamte Kernzone errichten. Dies publiziert der Gemeinderat im «Azeiger». Der Dorfkern erstreckt sich entlang der Dorfstrasse (Kernzone) und Aeschistrasse (Erhaltungszone) und ist geprägt von ländlichen Wohnbauten. Laut Bericht erarbeitet die Gemeinde aktuell ein Räumliches Leitbild, das im Sommer 2020 verabschiedet werden soll. Dabei habe sich gezeigt, dass die Erhaltung des Dorfbildes und die Schaffung eines Dorfzentrums wichtige Anliegen der Bevölkerung seien. Der Dorfkern entlang der Dorfstrasse sei heute nur schwer erkennbar und sei nicht lebendig. Das Dorfleben spiele sich hauptsächlich um das Schulhaus und die Mehrzweckhalle ab. In der Kernzone wie im gesamten Gemeindegebiet haben heute keine Gebäude einen Schutzstatus. Liegenschaftsbesitzer könnten demnach frei aufgrund des Baureglements bauen.

Dorfzentrum soll wieder ablesbar werden

Eine fachliche Analyse kommt zum Schluss, dass das Dorfzentrum im Bereich des alten Schulhauses, der Gemeindeverwaltung und des ehemaligen Restaurants Seerose gestärkt und wieder als solches lesbar gemacht werden soll. Nach dem Räumlichen Leitbild folgt die Ortsplanungsrevision, mit der die planerische Grundlage für die gewünschte Entwicklung des Dorfkerns geschaffen wird. Das brauche aber Zeit. Deshalb werde eine Planungszone erstellt. Denn es sei wichtig, dass Bauvorhaben im Bereich des Dorfkerns dieser gewünschten Entwicklung nicht widersprechen. «Wir wollen in diesem Gebiet die letzte Kontrolle und verhindern, dass etwas in die falsche Richtung läuft», erklärt Vizegemeindepräsident Bruno Affolter.

Insbesondere aufgrund des Verkaufs des ehemaligen Restaurants Seerose, werde diese Auseinandersetzung mit der künftigen Entwicklung dringlich. Gleichzeitig gebe es noch unbebaute Flächen. Die Planungszone bedeute aber nicht ein absolutes Bauverbot. Passt ein Bau in die gewünschte Entwicklung, kann die zuständige Behörde diesen Bau bewilligen. Gemeindepräsidentin Jeannette Baumgartner will aber nicht bestätigen, dass die Planungszone nur wegen des Verkaufs des ehemaligen Restaurants Seerose erfolge. «Es hat mehrere Bauernhäuser in der Kernzone, die wir erhalten wollen.»

Erst am Anfang des Planungsprozesses

Konkret seien in der Vergangenheit die für die Kernzone geltenden Bestimmungen im Zonenreglement teilweise zu grosszügig interpretiert worden. Dies zeigten beispielsweise private, zur Strasse hin eingezäunte Plätze, welche ein nachhaltiges Entwickeln eines Dorfzentrums verunmöglichen würden. Diese Bestimmungen würden mit der Ortsplanungsrevision überprüft und angepasst. Vizegemeindepräsident Bruno Affolter kann in Bezug auf die Frage, wie der Dorfkern, der in Bolken eher am Rande des gesamten Siedlungsgebietes liegt, lebendig gestaltet werden kann, nur sagen: «Ideen haben wir viele. Aber wir stehen erst am Anfang des Planungsprozesses.» Im Grundsatz soll dem Dorfkern genügend Raum gegeben werden. Zudem müsse sich die Gemeinde auch überlegen, ob sie auf dem gemeindeeigenen Land im Dorfkern etwas gestalten will.

Die Planungszone soll drei Jahre wirken, kann aber auf fünf Jahre verlängert werden.

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