Halten
Die Gemeinde will ein positives ökologisches Vorbild sein

Der Souverän befürwortet im zweiten Anlauf eine Photovoltaik-Anlage auf dem Mehrzweckgebäude von Halten.

Marlene Sedlacek
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Die Mehrzweckanlage bekommt doch noch eine Photovoltaikanlage.

Die Mehrzweckanlage bekommt doch noch eine Photovoltaikanlage.

Das Projekt für Solarzellen auf dem Dach der Mehrzweckanlage hat bereits eine längere Geschichte. Der Souverän hatte im 2014 den Antrag des Gemeinderates für eine Photovoltaikanlage mit 72 kWp für 160'000 Franken mit 40 zu 25 Stimmen abgewiesen. Nun liegt eine neue, optimierte Lösung vor. «Wir haben Wirtschaftlichkeitsberechnungen für eine Solarthermie- und eine PV-Anlage gemacht», führte Vizepräsident Beat Gattlen an der Gemeindeversammlung aus.

Beide Varianten schneiden betreffend CO2-Einsparung und Schonung der vorhandenen Heizung gut ab. Die Kosten sind nach Abzug der Fördergelder bei beiden Anlagen gleich hoch. Der Vorbildrolle für eine positive ökologische Grundhaltung wird die Gemeinde bei beiden Varianten gerecht.

Der Unterschied liegt bei der Dauer, bis sich Investition und Unterhaltskosten durch die Energieeinsparung auszahlen. «Bei einer Solarthermieanlage beträgt der ‹return on investment› 27 Jahre, bei einer PV-Anlage mit 15 bis 20 Jahren deutlich weniger», konstatierte Gattlen.

Einstimmiges Ja

Aufgrund dieser Überlegungen beantragte der Gemeinderat der Versammlung, eine PV-Anlage mit 29,9 kWp auf dem Dach des Gebäudes zu installieren. Die Bruttoinvestitionskosten betragen 90'000 Franken. Als einmaligen, sofortigen Förderbeitrag gäbe es 15'000 Franken vom Kanton, weil die Anlage kleiner als 30 kWp ist. Bei einer grösseren Anlage müsste jahrelang auf die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) gewartet werden. Der vordere Teil des Daches steht dabei immer noch für die Installation einer Solarthermieanlage zur Verfügung. Die 32 anwesenden Stimmberechtigten hiessen diesmal den Kredit zum Bau der Anlage einstimmig gut.

Eine rote Null

Das Budget 2017 weist einen leichten Aufwandüberschuss von 25'160 Franken auf. Bei den Steuereinnahmen werden 100'000 Franken mehr erwartet als letztes Jahr. «Es zeichnet sich bereits ab, dass mehr Steuereinnahmen hereinkommen», erklärte der Finanzverantwortliche. Bei der allgemeinen Verwaltung ist 15'800 Franken mehr budgetiert für die Wahlen. Für die Verwaltungsangestellten ist eine schon lange fällige Reallohnerhöhung von zwei Prozent vorgesehen. Bei der Bildung, dem grössten Aufwandposten, werden Mehrausgaben von 50 800 Franken erwartet.

Dies aufgrund von Reparaturen an Mehrzweckanlage und Schulhaus. Das Museum Wasseramt «Turm in Halten» plant grössere Umbauten. Mit einem Kostenbeitrag will der Gemeinderat ein Zeichen setzen. «Der Turm ist ein wichtiges Element in unserer Gemeinde», begründete Gattlen diesen Entscheid. Geringere Kosten gegenüber letztem Jahr sind für die soziale Wohlfahrt und den Unterhalt der Gemeindestrassen budgetiert.

Nettoinvestitionen sind in der Höhe von 411'760 Franken geplant. Dabei inbegriffen ist der Kredit für die Solaranlage. Die Sanierung Dorfstrasse/Eggenstrasse ist mit 275'000 Franken ein weiterer grosser Brocken. Eine Erweiterung und eine Drainage des Fussballplatzes für 23'760 Franken sind vorgesehen. «Damit die Enten nicht mehr auf dem Platz schwimmen», scherzte Gattlen. Die Stimmbürger und -bürgerinnen nahmen das Budget mit einem gleichbleibenden Steuersatz von 120 Prozent einstimmig an.

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