«Langendorf hat sehr wenig Grünfläche, und wir haben auch keinen Bauernbetrieb mehr im Dorf.» Das sagen Martin Sollberger und Hans Rudolf Eichelberger, Mitglieder der Umweltschutzkommission (USK). Statt weiter Einzelprojekte innerhalb der Gemeinde umzusetzen, soll nun eine Offensive gestartet werden, mit dem Ziel «mehr Natur im Dorf». «Wir haben einen guten Moment erwischt für die Umsetzung unseres Anliegens», meinen Sollberger und Eichelberger. Denn zurzeit sind auch das Schweizer Fernsehen und Radio dabei, mit der Mission B – für mehr Biodiversität – neue Lebensräume für einheimische Blumen, Bienen, Vögel und Eidechsen zu schaffen. «Jeder Quadratmeter zählt», dieses Motto wurde in Langendorf schon vor einem halben Jahr bei der Vorstellung des Konzeptes im Gemeinderat kommuniziert.

Nur gemeinsam möglich

Die USK beschäftigt sich schon länger mit den Grünflächen und der Biodiversität im Dorf. Im Jahr 2014 wurde das Naturinventar überarbeitet. «Da wurde uns so richtig bewusst, wie wenig Grün es in Langendorf noch gibt.» Als Erstes hat die Kommission beschlossen, punktuell Verbesserungen anzustreben. Eines der Ergebnisse ist die Blumenwiese am Panoramaweg. Auch im Friedhof gibt es eine naturnahe Fläche. «Wir werden in unseren Bestrebungen tatkräftig vom Werkhof unterstützt», so Sollberger und Eichelberger. «Ohne dies könnten wir kaum etwas erreichen.» Weil es in Langendorf sehr viele Wohnhäuser und versiegelte Flächen gibt, kam die USK auf die Idee, ein Konzept für mehr Grünfläche und Biodiversität im Siedlungsraum zu erarbeiten. «Wir haben keine grossen zusammenhängenden Flächen. Deshalb müssen wir im Kleinen beginnen. Und wir müssen die Einwohnerinnen und Einwohner dazu motivieren, mitzumachen.» Was im Kleinen beginne, könne schon bald grösser werden.
«Wir machen das nicht für uns, sondern für unsere Nachkommen.» Den Leuten sei immer noch zu wenig bewusst, was die Natur an Gutem für die Menschheit tue. Angefangen bei der Luftqualität, bis hin zu sauberem Trinkwasser. Ein wichtiges Thema sei auch die Vernetzung. Nur wenn genügend wertvolle Flächen, die Pflanzen und auch Tieren Lebensraum bieten, möglichst nahe beieinander liegen, können sich diese ansiedeln und verbreiten. Die Gemeinde ist deshalb aktiv beteiligt am Vernetzungsprojekt «oberer Leberberg», das von der Regionalplanungsgruppe betreut wird.

Die Kommission will die Einwohner nicht nur dazu motivieren, Grünflächen anzupflanzen, sie möchte auch über Neophyten aufklären. «Wir wollen das Pflanzen von einheimischem Gehölz fördern.» So seien beispielsweise Firmen und Institutionen angeschrieben worden. Sie können sich bei der USK melden, wenn sie ihre Areale umgestalten möchten und Hilfe brauchen.
Viele Informationen finden sich bereits im Leitfaden, der in alle Haushaltungen verteilt wurde. Artenvielfalt, Planung eines naturnahen Gartens, Strukturelemente wie Tümpel oder Asthaufen und Pflanzenauswahl werden ebenso angesprochen wie Neophyten oder Störfaktoren, die Kleinlebewesen vertreiben.

Weitere Projekte geplant

Mit einem Informationsanlass und einer Broschüre sei die Arbeit aber nicht getan. Weitere Ideen sind bereits in Planung. So soll zwischen der Weissensteinstrasse und der Migros Langendorf, bei der Bushaltestelle, der Bach aufgewertet werden. «Es wird ein Feuchtgebiet mit Kleintieren entstehen, die man beobachten kann.»
Im Hinterkopf haben Sollberger und Eichelberger auch die Erstellung eines Naturlehrpfades. Und selbstverständlich arbeitet die Kommission eng mit der Schule zusammen.


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