Lüterkofen-Ichertswil

Die Gemeinde soll den Friedhof kaufen

Die Reformierte Kirche in Lüterkofen-Icherstwil. (Archiv)

Die Reformierte Kirche in Lüterkofen-Icherstwil. (Archiv)

Der Gemeinderat Lüterkofen-Ichertswil hat das Angebot der reformierten Kirchgemeinde Lüsslingen, den Friedhof zu kaufen, diskutiert.

Anders als in der Mehrzahl der solothurnischen Einwohnergemeinden gehören die Friedhöfe in Lüsslingen-Nennigkofen und in Lüterkofen-Ichertswil der reformierten Kirchgemeinde Lüsslingen. Sie ist zuständig für Meldewesen und Inkasso von Beerdigungen. In Lüterkofen zahlt die Gemeinde aber den Unterhalt der Anlage. Da im Kanton das Bestattungswesen eine Aufgabe der Einwohnergemeinden ist, beantragte die Kirchgemeinde dem Gemeinderat, den Friedhof zu kaufen. Ein gleiches Gespräch hatte bereits in Lüsslingen-Nennigkofen stattgefunden.

Kirchgemeindepräsidentin Irene Isch, begleitet von Barbara Roth und Bernhard Affolter, sagte klar: «Um unsere Finanzlage steht es nicht gut, wir brauchen in unserem Haushalt Geld vor allem für unsere vielen kirchlichen Verpflichtungen.» Dies sei umso dringender, weil immer mehr Kirchenaustritte zu verzeichnen sind.

Der Gemeinderat Lüterkofen ist gegenüber dem Angebot der Kirchgemeinde nicht abgeneigt. Aber wie soll das neben der Kirche liegende 3000 Quadratmeter grosse Friedhofsgelände bewertet werden? Bernhard Affolter brachte 100 Franken pro Quadratmeter als Ansatz zur Preisbestimmung in die Diskussion ein. Gemeindepräsident Roger Siegenthaler wollte zuvor aber wissen, ob die Kirchgemeinde das Areal vor mehr als 40 Jahren als Schenkung erhalten, oder zu welchem Kaufpreis sie es erworben hatte. Irene Isch sicherte zu, dies anhand von Unterlagen abzuklären. Gemeinderat Reto Allemann, der dieses Dossier führt, wird dann nach gemeinderätlicher Beratung der Reformierten Kirchgemeinde Vorschläge unterbreiten. Ein Kauf muss in jedem Fall von der Gemeindeversammlung gut geheissen werden.

Gleichzeitig stellte sich im Rat die Frage, ob der Friedhof nicht «masslos überdimensioniert» sei, und ob sich längerfristig eine Verkleinerung der anerkannt schönen Anlage aufdränge. Im Raum stand auch die Überlegung, ob in der Kirchgemeinde noch zwei Kirchen nötig sind, und ob das jüngere, vor 40 Jahren erbaute Gotteshaus in Lüterkofen nicht einem anderen Zweck zugeführt werden soll.

Finanzkompetenz wird als zu hoch empfunden

Die Fusion des Vereins Familien-, Mütter- und Väterberatung Bucheggberg mit dem gleichbetitelten Zweckverband im Wasseramt steht gegenwärtig in allen Gemeinden der beiden Bezirke auf der Tagesordnung. Der Zusammenschluss ist der letzte logische Schritt, weil beide Organisationen schon seit zehn Jahren intensiv zusammenarbeiten.

Nichts auszusetzen hatte der Gemeinderat an den Statuten für den künftigen Zweckverband und am Fusionsbericht. Einzig die dem Vorstand eingeräumten Finanzkompetenzen in Höhe von 20'000 Franken jährlich für einmalige Ereignisse gab zu Bedenken Anlass. In seiner Vernehmlassungsantwort empfiehlt der Gemeinderat eine Senkung auf 10'000 Franken.

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