Im Herbst wird Selzach das Label «Energiestadt» erhalten. Bereits kommenden Montag wird die Zertifizierung in die Wege geleitet. Dies und das Aktivitätsprotokoll wurden einstimmig genehmigt, langfristig wird das Goldlabel angestrebt. Unvorhergesehene Folgekosten entstehen keine, da jede Energiestadt selber über die Ziele entscheidet, die sie umsetzen möchte. Der Gemeinderat steht dem Projekt sehr positiv gegenüber.

So sagte beispielsweise Vizepräsident Thomas Studer (CVP): «Die Punkte im Aktivitätsprotokoll wollten wir ohnehin angehen. Mit dem Label gibt es nun etwas Druck, das ist gut.» Es ist keine Verpflichtung auf lange Dauer: In vier Jahren wird die Gemeinde einerseits darauf geprüft, ob sie das Label weiterhin behalten kann, andererseits kann sie zu diesem Zeitpunkt auf Wunsch auch aussteigen.

Erneut angefragt

Der Verein Tagesfamilien Kanton Solothurn bietet seit 2012 Rekrutierung, Vermittlung, Begleitung und Anstellung von Tagesfamilien zur Kinderbetreuung im ganzen Kanton an. Eine Anstellung beim VTSO bringt ein Anstellungsverhältnis mit unter anderem Sozial- und Personalversicherung, Betreuung und Weiterbildungsmöglichkeiten mit sich.

Der VTSO hat bereits 2014 und 2015 Selzach um Zusammenarbeit ersucht, ist jedoch abgeblitzt. Im März 2018 kam die nächste Anfrage. Neu ist inzwischen, dass der Verein eine modulare Tarifgestaltung für Gemeinden anbietet. Die Meinungen der Kommission Kinderbetreuung gingen bei diesem Thema auseinander. Klare Befürworterin war Präsidentin der Kommission, Franziska Grab, dies wegen des positiven Anstellungsverhältnisses.

Einigkeit herrschte jedoch darin, dass der Vollkostentarif von 12.40 Franken pro Stunde als zu teuer angesehen wurde, da sich nicht jede Familie einen solchen Tarif leisten könne. Gemeinderat und Kommissionsmitglied, Hans-Peter Hadorn (CVP), fasste in der Sitzung zusammen: «Im Grundsatz findet die Kommission es eine gute Sache, jedoch wurde im Allgemeinen die Zusammenarbeit mit dem Verein als ungenügend empfunden. Ausserdem ist es nicht nur sehr teuer, ein Grossteil der genannten Summe erreicht gar nicht erst die Tageseltern.»

Auch wurde im Rat weiter argumentiert, dass nicht gesagt werden könne, wie viele Tageseltern von Selzach bei einer Leistungsvereinbarung dem Verein beitreten würden, weiter würde eine selbständige Abwicklung günstiger ausfallen. So sprach sich der Gemeinderat einstimmig gegen eine Leistungsvereinbarung aus. Die Gemeinde möchte bald übersichtshalber eine Liste mit allen Tagesfamilien auf die Homepage schalten.

Nicht gegen Willen handeln

Das Hudlismattbächli soll nach Meinung des Gemeinderats offengelegt werden, um die Biodiversität zu fördern, dabei soll der Bachlauf nach Norden verlegt werden, sodass sich auch der als Schutz gedachte Gewässerraum mitverschiebt, jedoch ist es der Gemeinde ein Anliegen, dass alle Beteiligten einverstanden sind. Noch nicht klar ist, wie breit der Gewässerraum des offengelegten Baches sein wird, da Gewässerräume in Zukunft gesetzlich neu geregelt werden. Die vier Meter Gewässerraum würden sich neu zwischen sieben und elf Metern bewegen.

Da der direkt betroffene Anwohner Nutzungsbeschränkungen auf seinem Grundstück befürchtet und sich im Moment gegen eine Ausdolung ausgesprochen hat, hat auch der Gemeinderat entschieden, mit einer Offenlegung zu warten. Er hat vor eine schriftlich verbindliche Festlegung des Gewässerraums sowie der Nutzungsbeschränkungen vom Amt für Umwelt einzuholen, da diese Entscheidungen dem Kanton obliegen. Der betroffene Anwohner solle wissen, worauf er sich einlässt, damit er vielleicht doch noch seine Zustimmung gibt.

Materialien stehen fest

Der Neubau des Kindergartens soll ein Holzbau werden, dabei soll Material aus der Region genutzt werden. «Holz ist atmungsaktiv, speichert Feuchtigkeit und gibt sie auch wieder ab. Auch isoliert Holz gut», nennt Bauverwalter Thomas Leimer einige der vielen Vorteile. Der Boden wird aus Linoleum bestehen. Die Flachdächer würden als ein begehbarer Spielbereich genutzt.

Aufgrund einer Fehleinschätzung des Baugrundes entstanden Mehrkosten. Deshalb diskutierte der Rat darüber, die Möblierung (rund 37'200 Franken) aus dem Projekt zu nehmen und sie dafür im Budget zu integrieren, jedoch könne, sollten die Reserven aufgebraucht werden, auch ein Nachtragskredit gesprochen werden.

Nach der Diskussion einigte sich der Rat einstimmig, die Möblierung im Projekt und damit in den Investitionen abzurechnen. Als Hauptargument galt, dass es sich um die transparentere Lösung handele und es vor den Bürgerinnen und Bürgern gut begründbar sei.