Horriwil
Die Gemeinde ist minimal besetzt

Um nach den Wahlen einer Fremdverwaltung zu entgehen, wurde an der Gemeindeversammlung von Horriwil an die Bevölkerung appelliert.

Nadine Schmid
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Sei es nun im Gemeinderat, sei es in den Kommissionen. In Horriwil gibt es keine Ersatzmitglieder.

Sei es nun im Gemeinderat, sei es in den Kommissionen. In Horriwil gibt es keine Ersatzmitglieder.

Rahel Meier

Pascal Kissling, dankte den 68 Stimmberechtigten für ihr zahlreiches Erscheinen. Auch dankte er seinen Ratskollegen für ihren Einsatz. Dadurch, dass er das Amt des Gemeindepräsidenten übernommen habe, sei für alle mehr Aufwand entstanden. Auch die anwesende Bevölkerung zeigte sich ihm gegenüber dankbar und applaudierte nach einem Dankesvotum aus ihren Reihen. Hätte er das Amt nicht übernommen, wäre die Gemeinde fremdverwaltet worden.

Trotz des geleisteten Mehraufwandes ist durch die Vakanz des Gemeindepräsidentenpostens eine Lücke entstanden; Kissling musste sein Ressort vernachlässigen. «Unsere Gemeinde arbeitet in einer Minimalbesetzung», betont er.

Sei es nun im Gemeinderat, sei es in den Kommissionen. Es gibt keine Ersatzmitglieder. «Gibt es einen Ausfall, dann bekommen wir das sofort zu spüren.» Kissling wie auch Attila Lardori (Wahlkommission) appellierten an die Bevölkerung und baten sie darum, sich möglichst zahlreich zur Wahl zu stellen. Wenn nicht als Gemeinderat oder -präsident, dann als Mitglied einer Kommission. Es seien auch Ersatzmitglieder nötig. Es wurde klar angesprochen, was passieren sollte, wenn die Gemeinde es nicht schaffen sollte, die Mindestanzahl aufzubringen: Dann würde Horriwil tatsächlich fremd verwaltet, so wie einmal 2011.

Steuern gesenkt

Um Horriwil steht es, wenn man sich Rechnungen und Budget ansieht, äusserst gut. In den letzten Jahren wurde wegen des sorgfältigen Haushaltens und der Abschreibungen der letzten Rechnungen jeweils ein ansehnlicher Ertragsüberschuss erzielt. Das Finanzvermögen beträgt 4.5 Millionen Franken. Auch für 2017 kann der Gemeinderat ein ausgeglichenes Budget präsentieren und das inklusive der vorgeschlagenen Steuersenkung von 3 Prozent (von 125 auf 122 Prozent bei natürlichen wie juristischen Personen). Damit schliesst die Rechnung mit einem Aufwandüberschuss von 55’030 Franken ab. Der Überschuss würde laut Finanzplan in den nächsten drei Jahren ungefähr gleich bleiben, ehe er abnimmt und 2021 mit einem kleinen Plus abschliesst. «Für die nächsten drei Jahre lassen sich handfeste Prognosen machen, was danach kommt, kann sich noch ändern», betont Finanzverwalter Roland Kummli.

Die moderate Senkung war zehn der Stimmberechtigten nicht genug. Ein Anwohner stellte den Antrag, die Steuern um 10 Punkte zu senken. «Die Gemeinde hat das Geld. Uns wird viel zu viel Geld eingezogen.» Die Gemeinde könne eine Senkung von bis zu 18 Prozent verkraften.

Die Senkung um 10 Prozent hätte einen Aufwandüberschuss von 200’000 Franken zur Folge. «Vor ein paar Jahren gab es bereits eine Steuersenkung um fünf Punkte», erinnerte Kissling. Ausserdem wurde an einer solch grossen Senkung kritisiert, dass es vielleicht in ein paar Jahren wieder eine Steuererhöhung geben würde. «Bei 115 Prozent wird das budgetieren alles andere als angenehm», so Kissling. Eine deutliche Mehrheit sprach sich dann auch für den Vorschlag des Gemeinderates aus.

Rücktritt der Gemeindeverwalterin

Gemeindeverwalterin Silvia Schreier wird im Frühling zurücktreten, da sie sich beruflich umorientieren möchte. Dies habe nichts mit dem Rücktritt des Gemeindepräsidenten zu tun. Es sei schon länger ihr Plan gewesen, per Ende Legislatur zu gehen.

Auch genehmigte die Gemeindeversammlung eine Gehaltserhöhung für den Gemeindepräsidenten, da dieses Gehalt im Verhältnis zu ihren Einwohnern zu tief sei. So erhält man in Biezwil (205 Einwohner) für das Gemeindepräsidium 10’000 Franken im Jahr, so viel wie in Horriwil bis anhin, das rund 900 Einwohner hat. Der neue Gehalt liegt nun bei 16’500 Franken.

Auch das Dorfzentrum kam zur Sprache. Eine Kommission wird eine Lösung für die momentan drei gültigen Gestaltungspläne ausarbeiten und die Kritik vom unsicheren Schulweg und der Dachform aufnehmen.

Drainagen und Schulhaus

Horriwil unterstützt die Vereinbarung der Kostenbeteiligung mit der Repla. Die Nettoinvestitionen für das kommende Jahr liegen bei rund 300’000 Franken. Darunter fällt ein erster Betrag für die Sanierung der Drainagen. Beide Kredite wurden von der GV genehmigt. Wie Uriel Kramer vom Ingenieur- und Vermessungsbüro W&H erklärte müsse das Amt für Landwirtschaft und der Regierungsrat jedoch noch ihre Zustimmung geben. Deshalb ist nicht sicher, ob im Herbst 2017 oder im Herbst 2018 mit den Bauarbeiten begonnen wird.

Die Sanierung, die in Etappen erfolgen wird, müsse in dieser Jahreszeit vonstatten gehen, da sie auf Landwirtschaftsland stattfinde. Rund 192’000 Franken müssten die Landeigentümer gesamthaft selbst berappen, doch kann jeder für sich entscheiden ob und wie viel saniert werden soll.
Gemeinderat Hansjörg Kipfer informierte ausserdem über die erfolgreiche erste Etappe der Sanierung des Schulhauses. Mit der zweiten Etappe würde voraussichtlich in den Frühlingsferien begonnen. (nsg)

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