Budget 2021
Die Gemeinde Hüniken erhöht Steuern um zehn Prozentpunkte

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Die Gemeinde Hüniken erhöht den Steuerfuss von 110 auf 120 Prozent. (Symbolbild)

Die Gemeinde Hüniken erhöht den Steuerfuss von 110 auf 120 Prozent. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Trotz der Steuerfusserhöhung von 110 auf 120 Prozent verzeichnet das Budget bei einem Gesamtaufwand von 663'490 Franken einen deutlichen Aufwandüberschuss von 89'460 Franken. Ohne Steuererhöhung läge der Aufwandüberschuss sogar bei rund 125'000 Franken. «Ein Budget mit einem Aufwandüberschuss von über 100'000 Franken wollten wir aber nicht zulassen», erklärte Gemeindepräsident Jürg Schibler.

Deshalb habe man sich im Rat dazu durchgerungen, nach 14 Jahren eine Steuererhöhung zu beantragen. Wenn man sich in der näheren Umgebung umschaue, sei man mit diesem Steuersatz immer noch «bi de Lüt» und sogar im tieferen Bereich. Er unterstrich auch, dass man in den letzten Jahren immer davor gewarnt habe, dass dieser Fall eintreffen werde.

Bildung macht die Hälfte des Budgets aus

Finanzverwalter Daniel Amacher zeigte auf, dass die grössten Abweichungen zum letztjährigen Budget wiederum bei den nicht beeinflussbaren Kosten liegen. «Die Bildung alleine macht 50 Prozent vom Gesamtaufwand aus und dieser Posten ist leider auch am stärksten gestiegen, nämlich um 44'000 Franken.» Einerseits liege dies an der höheren Schülerzahl, andererseits an der Pensenerhöhung in der Regionalschule Äusseres Wasseramt (rsaw).

Auch der Beitrag an Sonderschulen sei gestiegen. Die zweithöchste Position im Budget ist mit rund 22 Prozent die Soziale Sicherheit. Die steigenden Beiträge an Ergänzungsleistungen AHV und Lastenausgleich Sozialhilfe verursachen dort einen Anstieg von fast 90'00 Franken.

Dank Steuererhöhung nimmt man bei den Steuern aber rund 36'000 Franken mehr ein als im Jahr zuvor. Würde man den Steuersatz um nur fünf Prozent erhöhen, wären es lediglich 18'000 Franken. «Der Finanzplan zeigt, dass wir auch in den nächsten Jahren mit negativen Ergebnissen rechnen müssen. Wenn wir jetzt nicht reagieren, haben wir in fünf Jahren das gesamte Eigenkapital aufgebraucht», so Amacher.

Ein Gegenantrag von Einwohner Walter Gloor, vorerst nur auf 115 Prozent zu erhöhen, scheiterte nach einer kurzen Diskussion mit nur zwei Befürwortungen. Man müsse in den sauren Apfel beissen, war sich die Gemeindeversammlung weitestgehend einig und genehmigte das Budget schliesslich mit 15 Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen.

In den Mitteilungen machte Jürg Schibler auf die zu Ende gehende Legislatur aufmerksam und verkündete, dass bereits für fast alle vakanten Funktionen Nachfolgelösungen gefunden werden konnten. Hüniken erfülle damit die wichtigsten Voraussetzungen dafür, eine selbstständige Gemeinde bleiben zu können. Man sei finanziell gut aufgestellt und habe auch genügend Leute, die sich zur Verfügung stellen. (szr)

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