Wirklich erfreulich: statt eines budgetierten Defizits von 1,1 Mio. ergab der 12,8 Mio. Haushalt 2015 einen Überschuss von rund 766'000 Franken. Thomas Stutz, Leiter des Ressorts Finanzen, freute sich besonders daran, dass «...wir steuermässig so gut aufgestellt sind».

Mit 7,8 Mio. waren zwar in der letzten Periode etwa 50'000 Franken weniger an Gemeindesteuern eingegangen als 2014. Doch dies sei nur eine kleine Schwankung. Durch die Neuordnung im kantonalen Finanzausgleich erhält Buchegg statt der bisherigen 1,2 Mio. noch 52'000 Franken. Aber angesichts von 3,2 Mio. flüssiger, bei Banken «geparkter» Mittel und Schulden lediglich in Höhe von 1,5 Mio. Franken sieht die gesamte Finanzlage der Fusionsgemeinde Buchegg beruhigend aus. Der Rat genehmigte den Antrag des Finanzressorts, den gesamten Rechnungsertrag von 766'000 Franken als Abschreiber auf das Verwaltungsvermögen von 3,4 Mio. Franken einzusetzen. Gemäss der durch das Rechnungsmodell HRM2 eingeräumten Möglichkeiten verringert sich damit die jährliche Belastung der Gemeinderechnung um 70'000 Franken.

Ein gleiches Vorgehen beschloss der Rat auch bezüglich der mit je rund 800'000 Franken gut dotierten Reserven bei Wasser und Abwasser. Mit je 400'000 Franken soll auch hier eine Sonderabschreibung auf das Verwaltungsvermögen vorgenommen werden. Noch steht die Abfallentsorgung gut da; aber ab 2018 könnte Handlungsbedarf für eine Gebührenanhebung bestehen, befanden Ratsmitglieder.

Investiert wurde für nur 1,18 Mio. statt der veranschlagten 2 Mio. Franken, weil sich Projekte verzögerten und erfreulicherweise auch etliche Positionen günstiger abgerechnet wurden. Sehr aufwändig in der rätlichen Durchsicht gestaltete sich die Überprüfung von Verpflichtungskrediten der Investitionsrechnung.

Die Mehrzahl der Kredite war noch von den Altgemeinden bewilligt worden. Um hier einen «Blindflug» zu vermeiden, regte Christoph Isch ein separates «Durchackern» an, damit der Gemeindeversammlung eine saubere Übersicht präsentiert werden könne. Als sehr nützlich beurteilte der Rat den von Gemeindepräsidentin Verena Meyer vorgeschlagenen, spezialfinanzierten Erhaltungsfonds für die Liegenschaften im Besitz der Gemeinde.

Gefährdete Guthaben

Mit Argusaugen betrachtete der Rat die Abschreibungen von Steuerguthaben im Betrag von 30'000 Franken und Wertberichtigungen für gefährdete Steuerguthaben über 60'000 Franken. «Wir müssen die Einschätzung von Betreibungen verfeinern und die Bewirtschaftung von Verlustscheinen verbessern», betonten Isch und Samuel Marti: «Das sind wir unseren ordentlich Steuern zahlenden Mitbürgern schuldig.» Finanzverwalterin Jacqueline Aeberhardt berichtete, welche Schwierigkeiten das Aufspüren säumiger und häufig weggezogener Steuerzahler mache.

«Den Puls gefühlt»

Im alten Schulhaus Aetingen mit nebenstehendem Kindergartengebäude und umgebendem Bauland für mehrere Parzellen in der Gesamtgrösse von 6'584 Quadratmetern will die Gemeinde wie berichtet eine neue Nutzung zu Wohnzwecken herbeiführen. Da eine Besprechung mit dem kantonalen Raumplanungsamt ansteht, wollte die Gemeindepräsidentin nochmals eine Stellungnahme ihrer Ratsmitglieder erfahren. Dabei stellte sie neue Varianten für den bestehenden Erschliessungs- und Gestaltungsplan samt Sonderbauvorschriften vor.

Bessere Anschaulichkeit vermittelte ein Modell des Aetinger Gesamtgeländes. Diskutiert wurden mehrere Bebauungsszenarien, um die vorhandene Planung zu optimieren. Einig war sich der Rat aber darin, dass das Areal so gut wie möglich ausgenutzt werden solle. Schliesslich besteht ja die Absicht darin, die Grundstücke zu verkaufen, um mit dem Erlös das Schulhaus als Renditeobjekt mit Mietwohnungen ausbauen zu können. «Angesichts unserer guten Finanzlage stehen wir aber nicht unter Zeitdruck», hiess es.