Zu einer der letzten Proben im diesjährigen Aufführungslokal, in der Mehrzweckhalle Oekingen, rücken vier der männlichen Mitspielenden der Theaterbühne Gerlafingen doch tatsächlich mit Saiteninstrumenten an, die sie sorgsam aus Geigengästen auspacken. Wie im Stück «Ladykillers» ist auch auf der Bühne alles nur Täuschung.

Denn hier wird kein Konzert gespielt, sondern stattdessen ein Überfall auf einen Geldtransporter durch ein Gangsterquartett vorbereitet. Urheber des Vorhabens ist Professor Marcus (Fredy Roth), der mit seinem soliden Auftreten die alte Lady Margaret Wimmerforce (Monika Jenni) überzeugt, ihre Mansarde den vier Gentlemen zu Übungszwecken zu überlassen. Um den Schein zu wahren, intoniert ein Plattenspieler Boccerinis Menuett in E-Dur, beschert der gutgläubigen Vermieterin glückliche Erinnerungen, während die schweren Jungs hinter verschlossener Tür ihren Plan austüfteln.

Zur Truppe zählen der etwas gestört wirkende Major Courtney (Patrick Grossen), der naive, mit Hirnschwund behaftete Bill Cox (Martin Schor) und der misstrauische Louis Harvey, dem Messer und Mundwerk arg locker sitzen (Marc Roth). Der professoral so genial ausgedachte Coup gelingt.

Zum Transport des in einem Koffer verstauten Diebesguts überredet Marcus die ahnungslose Lady Margaret, die ihn im Bahnhof für das Ganovenquartett abholt und mithilfe ihres immer verständnisvollen polizeilichen Bekannten Sergeant McDonald (Stephen Vögeli) nach Hause bringt. Denn schon zuvor hatte sie die Polizei immer wieder mit Falschanzeigen beschäftigt. Eigentlich wollen die Diebe mit der Beute sofort verschwinden, aber durch Ungeschicklichkeit kommt alles anders. Die teuflischen Absichten, ihre so moralisch denkende Vermieterin irgendwie und sei es durch Mord von der Anzeige bei der Polizei abzubringen, misslingen. Aber wie zieht dieses in seiner Typisierung prächtig dargestellte Quartett seine Köpfe aus der Schlinge?

Klassiker mit schwarzem Humor

Amüsante, old-fashioned britische Lebensweise zelebriert in «Ladykillers» ein Teekränzchen, zu dem neben Margaret die Damen Gwendolyn (Harieta Friedli), Rebecca (Sandra Sutter) und Shirley (Josy Vögeli) gehören. Die imperiale Geschichte des Landes repräsentiert der tasmanische Papagei «Admiral Nelson», dem Elena Schor ihre Stimme leiht.

Ein Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg sind in England zahlreiche Kriminalkomödien als Welthits mit unvergleichlich «schwarzem Humor» gedreht worden, etwa «Arsen und Spitzenhäubchen» oder wie die «Ladykillers», die in der Fassung von Elke Körver und Maria Caletta den Weg auf die Theaterbühnen gefunden haben. Die berndeutsche Übersetzung stammt von Peter E. Wüthrich. Zum achten Mal hat Markus Leist als Hausregisseur der Gerlafinger Theaterbühne das Stück schwungvoll in Form gegossen und im Bühnenaufbau von Hans Jenni und Kurt Weber lebendig werden lassen.

Mehrzweckhalle Oekingen: 19., 20., 24., 26. und 27. Januar, jeweils 20 Uhr. Vorverkauf Drogerie Frey in Gerlafingen, Tel. 032 675 61 81.