Die Fusion der beiden Raiffeisenbanken Aeschi-Buchsi und Wasseramt Mitte zur neuen Raiffeisenbank Wasseramt-Buchsi überstrahlte die Generalversammlung. Die Mehrzweckhalle in Aeschi war mit 413 erschienenen Genossenschaftern bis auf den letzten verfügbaren Platz gefüllt. Verwaltungsratspräsident Urs Hunziker (Herzogenbuchsee) erläuterte gegenüber den Genossenschaftern noch einmal die Gründe für die geplante Fusion der beiden Raiffeisenregionalbanken.

Er wies darauf hin, dass die Finanzmarktaufsicht im Anschluss an die Bankenkrise die Anforderungen an die Banken erhöht und gleichzeitig auch strengere Regulatorien eingeführt habe. Die Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi habe nur dank einer befristeten Ausnahmebewilligung die Geschäftstätigkeit in ihrer heutigen Form weiter ausüben können, denn die Regionalbank erfüllt die erhöhten Anforderungen nicht mehr, obwohl sie finanziell sehr gesund dasteht. Hunziker nannte einige Anforderungen, die von der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi nicht erfüllt werden, so beispielsweise die vorgeschriebene Funktionentrennung Front/Back (Kundenkontakt/Abwicklung). Zudem ist die Sicherstellung von Stellvertretungen nicht gewährleistet.

Erfolgreiches letztes Jahr

Durch die Fusion mit einer andern Regionalbank könnten die heutigen «Mängel» behoben werden. Dabei hätten zahlreiche Gründe für eine Fusion mit der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte gesprochen, so Urs Hunziker. Die beiden Banken grenzen direkt aneinander. Zudem würden sie sich in Bezug auf Wachstum und dessen Finanzierung optimal ergänzen. Auch würden die Kulturen der beiden Banken zueinander passen.

Das sahen auch die Genossenschafter so, die keine Einwände gegen die Fusion hatten und ohne eine einzige Wortmeldung die Fusion mit 390 Ja- gegen 15 Nein-Stimmen, bei acht Enthaltungen, genehmigten. Damit die Fusion rechtskräftig wird, muss die Generalversammlung der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte am 20. Mai der geplanten Fusion ebenfalls noch zustimmen. Hunziker versicherte abschliessend, dass nach erfolgter Fusion keine Geschäftsstellen geschlossen würden und auch sämtliche Arbeitsplätze erhalten blieben. Die neue Regionalbank wird 13'343 Mitglieder zählen und 69 Mitarbeitende beschäftigen.

Zuvor hatten die Genossenschafter zur Kenntnis nehmen können, dass das letzte Geschäftsjahr der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi erfolgreich verlaufen war. So verzeichnete die Bank bei den Hypothekarausleihungen ein starkes Wachstum von 6,9 Prozent auf 286,5 Millionen Franken. Auch die Kundeneinlagen stiegen um 8,8 Prozent auf 259,2 Millionen Franken. Damit stieg auch der Jahresgewinn trotz einem angespannten Wirtschaftsumfeld um 5,8 Prozent auf 359'842 Franken. (uby/mgt)