Gemeinderatssitzung
Die Erneuerung des Freibads in Zuchwil wird verzögert und teurer

Kurz vor dem sehnlichst erwarteten Bauende im Freibad Zuchwil und dessen Eröffnung am 6. Juli kommt es zum Eklat in der befristeten Baukommission. Zwei der Mitglieder der baubegleitenden Kommission, Patrick Marti (SP) und Silvio Auderset (SVP), haben ihre Demission eingereicht.

Urs Byland
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Schweissarbeiten im neuen Becken des Freibads Zuchwil.

Schweissarbeiten im neuen Becken des Freibads Zuchwil.

Michel Lüthi/bilderwerft.ch

Patrick Marti ist verärgert. «Die Verlässlichkeit und Verbindlichkeit der Fachleute fehlt.» Er habe immer wieder nachgefragt, ob es Probleme gebe mit dem Projekt Erneuerung Freibad, und es sei ihm immer erklärt worden, dass dies nicht der Fall sei. «Und dann, nach sechs Monaten, hiess es plötzlich, dass man gar nichts mehr im Griff habe.» So wie das abgelaufen sei, könnte er nicht mit seinem Namen hinter der Erneuerung des Freibads stehen. Ähnlich begründet Silvio Auderset seine Demission: «Ich konnte nicht mehr dahinterstehen.» Den Mitgliedern der Kommission sei immer gesagt worden, man habe die Kosten im Griff. «Plötzlich war es anders.» Das erscheine ihm merkwürdig, so Auderset.

Wegen unerwarteten technischen Schwierigkeiten musste die Wiedereröffnung des Freibads zwei Mal verschoben werden. Aktuell ist diese am 6. Julivorgesehen. Zu Verzögerungen führten im Frühjahr insbesondere die Schweissarbeiten an den Stahlbecken. Einerseits kann bei feuchten Verhältnissen schlecht geschweisst werden. Andererseits «gibt es in der Schweiz nicht genügend Schweisser», wie Peter Baumann, Leiter Amt Bau und Planung damals erklärte.

Hinzugekommen ist aber auch eine Überschreitung der Kosten. Der Gemeinderat musste einen Zusatzkredit von 490'000 Franken bewilligen. An der Urne hatte der Souverän einem Kostendach von 9,94 Mio. Franken zugestimmt. Weil der Lotteriefonds mehr Geld als budgetiert für das Projekt gesprochen hat, verbleiben letztlich Mehrkosten von 290'000 Franken. Diese Mehrkosten sollen mit weniger Investitionen fürs Freibad in den nächsten Jahren kompensiert werden.

An der Gemeinderatssitzung wurden nun die geplanten Investitionen für die folgenden Jahre zur Kenntnis genommen. Darin enthalten ist die Kompensation der 290'000 Franken im Zeitraum von 2019 bis und mit 2022.

Reicht es bis 6. Juli?

Bleibt zu erwähnen, dass die Ankündigung der Eröffnung des Freibads am 6. Juli eine sportliche Vorgabe war. Laut Newsletter des Sportzentrums setzen momentan alle Beteiligten alles daran, dass der Eröffnungstermin eingehalten werden kann. «Es bleibt aber eine grosse technische Herausforderung, die nebst allem auch noch immer auf trockenes Wetter angewiesen ist.» Die Sprunggrube ist bezüglich Schweissarbeiten fertiggestellt. Sie kann nun gereinigt und befüllt werden. Die beiden anderen Becken (Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken) würden Ende nächster Woche fertig verschweisst sein. Hier folgt noch die Reinigung und diverse Finish-Arbeiten. Schlussendlich müsse die Badewassertechnik funktionieren, so der Text im Newsletter, damit das Badewasser in der richtigen Qualität umgewälzt werden kann. Bleibt zu erwähnen, dass die komplette Erneuerung eines Freibads kein alltägliches Projekt ist, und die Aussage von Baumann in diesem Frühjahr sich für die Badegäste unerfreulicherweise erfüllt: «Bei einem Neubau hätte man gewusst, auf was man sich einlässt, aber bei einer Sanierung kann plötzlich Unerwartetes auftauchen.»

Die Demissionen wurden im Gemeinderat zur Kenntnis genommen. Gemeindepräsident Stefan Hug wurde per sofort vom Gemeinderat in die befristete Baukommission Freibad gewählt.

Polzeibericht - Keine Unfälle mit Todesfolge in Zuchwil

Der Polizeiliche Kriminal- und Verkehrsbericht für das Jahr 2018 zeigt eine Abnahme der Einbruchdiebstähle im Wohnbereich. 2017 wurden 37 Fälle gemeldet, 2018 sind es noch 15. Umgekehrt verhält es sich im Bereich restliche Einbruchbruchdiebstähle die von 19 (2017) auf 29 Fälle anstiegen. Die Anzahl Sachbeschädigungen halbiert sich auf 26 Fälle. Nach einem Jahr mit weniger Anzeigen Häuslicher Gewalt (2017: 32 Fälle) hat 2018 die Anzahl stark zugenommen auf 47 Fälle. Das entspricht in etwa den Vorjahren 2016 (56) und 2015 (52).

Auf den Strassen im Gemeindegebiet Zuchwil gab es im letztem Jahr keinen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. Die Statistik zählt 51 Verkehrsunfälle mit vier Schwer- und 24 Leichtverletzten. Spitzenreiter bei den Unfalltypen sind mit elf die Auffahrunfälle, dicht gefolgt von den Einbiegeunfällen mit 10. Die meisten Unfälle sind auf momentane Unaufmerksamkeiten zurückzuführen. In den Wintermonaten hat es tendenziell am meisten Unfälle. Donnerstag und Freitag sind die Spitzenreiter. Zwischen 9 und 10 Uhr, 15 und 16 Uhr sowie 18 und 19 Uhr häufen sich die Unfälle. Erstaunlicherweise wurden am meisten Unfälle bei einem schwachen oder normalen Verkehrsaufkommen gezählt.