Wasseramt/Bucheggberg
Die enge Zusammenarbeit der Beratungsstellen führt zur Fusion

Die Familien-, Mütter- und Väterberatung von den Bezirken Wasseramt und Bucheggberg ist nach wie vor ein Bedürfnis.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Familien-, Mütter- und Väterberatungen Wasseramt und Bucheggberg überlegen die Fusion. (Symbolbild)

Die Familien-, Mütter- und Väterberatungen Wasseramt und Bucheggberg überlegen die Fusion. (Symbolbild)

Walter Schwager

Der Zweckverband der Familien-, Mütter- und Väterberatung Wasseramt und der gleichnamige Verband Bucheggberg überlegen sich eine Fusion. «Wir arbeiten seit Jahren sehr eng zusammen», begründete Vreni Müller, Präsidentin des Bezirks Wasseramt, an der Delegiertenversammlung in der Regiomech Zuchwil den vorgesehenen Schritt.

Nicole Stuber, Präsidentin des Verbands Bucheggberg, betonte, dass mit dem Zusammenrücken seit dem Jahr 2013 bereits vieles vereinfacht wurde. Wegen der verschiedenen Strukturen müssen beide Verbände aufgelöst und in einer neuen Struktur gegründet werden, als Verein, Zweckverband oder GmbH. Die Gemeindepräsidenten des Wasseramts wurden an ihrer Konferenz darüber in Kenntnis gesetzt, die Information im Bucheggberg folgt an deren Konferenz.

Kostenlose Beratung

Vreni Müller hielt als Schlussfolgerung in ihrem Jahresbericht fest: «Noch immer müssen sehr viele Familien ihre notwendigsten Ausgaben mit einem kleinen Einkommen bestreiten.» Kinder müssten auf vieles verzichten, und noch immer bestehe keine Chancengleichheit. Die 35 Anwesenden durften miterleben, wie ein erstes Gespräch mit Ratsuchenden in finanzieller Not in etwa abläuft.

Ein fiktives Schicksal veranschaulichte Marlise Flückiger, Stellenleiterin der Familienberatung, theatralisch mit zwei Mitarbeiterinnen. Sie betonte in ihrem Jahresbericht, dass Anfang Jahr das Telefon viel häufiger klingle. Dann nämlich, wenn die Rechnungen für Steuern, Krankenkassen und Versicherungen einträfen. Mit viel Goodwill der Gläubiger könne die Situation oft noch gerettet werden.

Den Sozialdienst in Anspruch zu nehmen, sei manchmal jedoch nicht zu vermeiden. Im Jahr 2016 verzeichnete die Familienberatung 309 Neuanmeldungen. 274 Dossiers wurden effektiv eröffnet, wovon 253 im Wasseramt und 21 im Bucheggberg. Gesamthaft wurden 480 Dossiers geführt, davon 256 abgeschlossen. Die Beratungen können unentgeltlich in Anspruch genommen werden.

Beiträge der Gemeinden tiefer

Maya Bohren, Stellenleiterin der Mütter- und Väterberatung, berichtete von der Tatsache, dass die Eltern weniger oft Beratungen aufsuchten. Der Fragenkatalog sei dafür umso grösser. Vielfach seien bereits grosse Probleme vorhanden, welche viel mehr Zeit in Anspruch nähmen. Seit 2017 wurden daher alle Beratungen auf Anmeldung auf 30 Minuten erweitert. Im Jahr 2016 verzeichnete das Wasseramt 511 Geburten (Vorjahr 483) mit 535 Hausbesuchen und 375 Beratungshalbtagen. Im Bucheggberg waren es 63 Geburten (Vorjahr 66) mit 188 Hausbesuchen und 24 Beratungshalbtagen.

Finanzverwalter Stephan Baschung präsentierte die Rechnung 2016 der Familienberatung beider Bezirke mit einem Ertragsüberschuss von 37'971 Franken. Aus der Mütter- und Väterberatung resultiert ebenfalls ein Ertragsüberschuss von total 5495 Franken. Das Eigenkapital erhöht sich somit um 43'466 auf 204'145 Franken. Das Budget 2018 sieht einen Ertragsüberschuss von 2024 Franken vor. Erneut konnten die Beiträge der Gemeinden infolge Bevölkerungszuwachses gesenkt werden. Bei der Familienberatung sind dies pro Einwohner 20 Rappen (neu 6.60 Franken) und bei der Mütter- und Väterberatung 15 Rappen (neu 5.55 Franken).