Lüterkofen-Ichertswil
Die Elektra wird nicht veräussert

Der Gemeinderat von Lüterkofen-Ichertswil verabschiedet die Jahresrechnung und verzichtet auf den Verkauf der Elektra.

Gundi Klemm
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Ein Verkauf der Elektra ist für die Gemeinde angesichts der verbesserten Finanzlage gar nicht nötig.

Ein Verkauf der Elektra ist für die Gemeinde angesichts der verbesserten Finanzlage gar nicht nötig.

AZ

Um die Gemeindefinanzen aufzubessern, hatte sich eine vierköpfige Arbeitsgruppe rechnerisch und gedanklich mit dem Verkauf der gemeindeeigenen Elektra befasst. Eingeholt wurden drei Angebote, wie Urs Affolter als Mitglied der Arbeitsgruppe und Leiter Finanzen, im Rat berichtete.

Bei genauer Betrachtung der Sachlage habe sich aber herausgestellt, dass ein solcher Verkauf angesichts der verbesserten Finanzlage der Gemeinde gar nicht nötig ist. Einstimmig entschied der Rat, dass sich dieser Verkauf erübrigt, weil es finanziell wieder aufwärtsgehe und weil die Gemeinde gerne über die Elektra-Weiterentwicklung im Dorf bestimmen möchte.

Somit wird der Pachtvertrag für den Betreiber AEK verlängert. Ende des Jahres wird die Gemeindeversammlung dazu Stellung beziehen können, dass die bisherige Spezialfinanzierung Elektra umgewandelt wird und deren Kapital von 450 000 Franken in die Gemeindekasse fliesst.

Mehr Einwohner

Affolter, der gemeinsam mit Finanzverwalterin Petra Carulli die auf 4,13 Mio. Franken lautende Jahresrechnung 2015 kommentierte, gab seiner Zufriedenheit darüber Ausdruck, dass immerhin sieben Rechnungspositionen unter dem veranschlagten Budgetbetrag abgeschlossen werden konnten. «Froh bin ich zudem darüber, dass wir jetzt nach fünf Jahren wieder dank Zuzug weiterer Einwohner das damalige Steuervolumen von rund 2,5 Mio. Franken erreicht haben.» Bekanntlich war die Gemeinde als Folge des Wegzugs potenter Steuerzahler genötigt, ihren Steuerfuss von 85 auf jetzt 115 anzuheben, um diese Verluste auszugleichen.

Höher als budgetiert waren im Konto Steuereinkommen Mehreinnahmen von 172'000 Franken eingegangen – im Wesentlichen durch Natürliche Personen und mit insgesamt 86'000 Franken durch Grundstücksgewinnsteuern. Rund 300 000 Franken wurden als Rechnungsüberschuss in Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen getätigt.

Der Gemeinderat hat:

- einen Grundsatzentscheid getroffen: schon demnächst können alle Gebühren auf der Gemeindeverwaltung mit Kreditkarte bezahlt werden; dafür wird ein entsprechendes Gerät angeschafft;

- n die Arbeitspensen für Verwaltungsangestellte neu verteilt und die Gemeindeversammlung auf den 27. Juni einberufen. (gku)

Überzeugt zeigte sich der Gemeinderat, dass Ende 2017 wieder mit dem Aufbau eines Eigenkapitals, das gegenwärtig bei Null ist, begonnen werden könne. Investiert wurde 2015 für netto 186'214 Franken für Gemeindestrassen, Elektrizität und Wasserentsorgung. Die Verschuldung beträgt 5,47 Mio. Franken.

Nach der Decke strecken

Bauverwalter Kuno Eberhard und Roland Werlen als Verantwortlicher für das Elektronetz der Gemeinde orientierten über Sanierungen an Werkleitungen auf der Bahnhofstrasse. Laut Eberhard muss die Wasserleitung aus den 70iger Jahren von der Parzelle Bäckerei Ingold bis zu den neuen Blöcken erneuert werden. Das könnte jetzt im laufenden Jahr bereits geschehen, denn der Kredit im Umfang von 200'000 Franken ist dafür bewilligt.

Die nächste Tranche auf der Bahnhofstrasse könnte dann 2017 mit dafür erneut beantragtem Geld ausgeführt werden. Für die über 30 Jahre alten Elektroleitungen von der Aebnitstrasse bis zu den Blöcken, die nicht mehr dem neuen Stromgesetz entsprechen, müsste gemäss Werlen ebenso eine Änderung vorgenommen werden samt Einbau neuer Verteilkabinen. Profitieren davon würden auch fünf Baugrundstücke. Zusammengerechnet würden diese Arbeiten rund 190 000 Franken kosten.

Im Budget enthalten sind aber nur 60'000 Franken zuzüglich 20'000 Franken für Erhaltungsarbeiten. Der Rat bestimmte den Betrag von 80'000 Franken als Obergrenze für dieses Jahr und verlegte die nächste Sanierungsetappe auf 2017.

Gemeindevizepräsident Reto Allemann regte an, die Werkleitungspläne und die Ausführungstermine mit dem Kanton, der auf der Bahnhofstrasse 2018 einen neuen Deckbelag aufbringen will, nochmals im Sinne einer Verschiebung persönlich zu besprechen.