Langendorf

Die Dreifachturnhalle soll Probleme lösen

Eine Turnhalle (im Hintergrund) soll umgebaut, die andere abgerissen werden. Gebaut wird dafür eine Dreifachturnhalle.

Eine Turnhalle (im Hintergrund) soll umgebaut, die andere abgerissen werden. Gebaut wird dafür eine Dreifachturnhalle.

Der Langendörfer Gemeinderat führte eine Strategie-Diskussion zur Schulraumplanung. Fest steht: es braucht eine neue Turnhalle. Die Frage ist nur: einfach, doppelt, oder dreifach?

Die Spezialkommission Schulraumentwicklung legte dem Gemeinderat ein umfangreiches Arbeitspapier vor. Daraus ist ersichtlich, dass spätestens mit dem Schuljahr 2019/20 ein genau aufgelisteter Mangel an Räumlichkeiten für die Schulen besteht.

Herausragend dabei ist der notwendige Bau einer Turnhalle. In der Machbarkeitsstudie der Firma Metron, Brugg, an der Ratssitzung vertreten durch Konrad Kissling, wurden vier Varianten verglichen.

Variante 1 greift mit dem Neubau einer Einfachturnhalle und der Ergänzung von Schulräumen nur wenig in das bestehende Schulbauten-Ensemble ein.

Variante 2 sieht nach dem Rückbau der jetzigen Turnhalle den Neubau einer Doppelturnhalle vor mit angegliederten Schulräumen.

Die kreativsten Vorschläge machen die Varianten 3 und 4, die sich für eine Dreifachturnhalle mit Integration des gesamten notwendigen Raumbedarfs aussprechen. Dies allerdings verbunden mit dem Rückbau einer Halle oder aber der Umnutzung der alten Turnhalle, die heutigen Sicherheitsstandards nicht mehr entspricht.

Gemeinsam mit Bauverwalter Urs Zaugg unternahm der Gemeinderat eine Begehung des Schulgeländes. Je nach Variante ist mit Kosten von
16,7 bis 21,6 Mio. Franken zu rechnen. Gemeindepräsident Hans-Peter Berger (SP) wies auf die in Ratsprotokollen nachlesbaren Diskussionen früherer Verantwortlicher hin, die sich mutig für jeweils angemessene Erweiterungen des Schulraums entschieden.

Zukunftsweisende Lösung?

Der Gemeindepräsident rief mehrfach in Erinnerung, dass ein strategischer Entscheid – sicher für die nächsten 40 Jahre – zu treffen sei. Eine vertretbare und nachhaltige Lösung sei für Langendorf zu entwickeln. Wie das Projekt, das in einem offenen Wettbewerb von Architektur-Teams bearbeitet werden soll, dann aufwandmässig vergünstigt kann, soll später in den Ausschreibungen definiert werden.

Gemeinderat Patrick Suter (FDP) intervenierte, dass die Kosten unbedingt zum Variantenentscheid dazugehörten. So fragte er sich, wieso die Dreifachturnhallen in Biberist und Bellach so viel günstiger gebaut werden konnten. «Mir ist bei diesem Vorhaben ein VW, den ich bezahlen kann, lieber als ein teurer Ferrari.» Unterstützt wurde er argumentativ von Benjamin Sigrist und Rolf Truninger, Präsident der Finanzkommission, beide FDP.

Sie warben dafür, auch den Konzertsaal als Ersatz für eine Turnhalle in die Gedankenspiele einzubeziehen. Urs Bentz (CVP) riet in der Aussprache gemeinsam mit Andrea Kronenberg (FDP) von einem «Flickwerk» ab, das niemals den tatsächlichen Bedarf der wachsenden Gemeinde mit steigenden Kinderzahlen abdecken könne.

Container als Schulzimmer

Wie Langendorf wächst, ist an den Kinderzahlen abzulesen. Für die nötige 4. Kindergartenklasse wurde eine Unterbringung im Primarschulhaus D für dieses Schuljahr festgelegt. Inzwischen ist aber klar, dass der Schulbetrieb diesen Raum dringend benötigt. Deshalb entschied der Rat auf Antrag der Spezialkommission einstimmig, übergangsweise ab Schuljahr 2016/17 einen Container zu mieten oder eventuell sogar für rund 100 000 Franken zu erwerben, weil er für einen künftigen Jugendtreff gebraucht werden könnte.

Der Bauverwalter wird die entsprechenden Kostenvoranschläge einholen. Wie erwähnt soll dieser Kindergarten künftig in das Gesamtbauvorhaben integriert oder aber am bestehenden Weyermatt-Kindergarten angebaut werden.

Einstimmig zur Kenntnis genommen

Gemeinde- und Finanzverwalter Kurt Kohl gab einen detaillierten Überblick über die Entwicklung der kommunalen Finanzlage bis 2020. «Es handelt sich um eine Aufstellung ohne Wunschbedarf», erläuterte Kohl, der davon ausgeht, dass die Umstellung auf HRM2 sich im Ressourcenausgleich «neutralisiert». Schon ohne Schulraumerweiterungen werde sich die Gemeinde – ohne weitere Einnahmen – für notwendige Investitionen verschulden. Durchgerechnet hatte er auch die Auswirkungen des Schulbauprojekts, das langfristig nur mit der Anhebung des Gemeindesteuersatzes von jetzt 110 auf 120/125 Prozent zu bewältigen sei. Der Gemeindepräsident brachte die Idee einer auf 10 Jahre zeitlich begrenzten Sondersteuer ins Gespräch ein.

Fiko-Präsident Truninger riet in Würdigung des Finanzplans dazu, das vorgelegte Tempo bei den Investitionen dringend zu reduzieren. Von den finanziellen Perspektiven her sei das ins Auge gefasste Riesenprojekt nicht zu bewältigen, mahnte er.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1