Der Gemeinderat hat den Geschäftsbericht der Energieversorgung Biberist (EVB) zur Kenntnis genommen. Dieser zeigt auf, dass sich die EVB in einem schwierigen Umfeld bewegt. Tendenziell sinken die Absatzmengen, da immer mehr Konsumenten ihren Strom selbst produzieren. Dafür steigen die Kosten für die Stromproduktion. Auch die Rahmenbedingungen seien einem stetigen Wandel unterzogen. Im Jahresbericht der EVB ist nachzulesen, dass «eine zunehmende gesetzliche Überregulierung droht, welche fast keinen Gestaltungsfreiraum mehr zulässt.»

Der Gesetzgeber sei daher gut beraten, den Netzbetreibern wieder mehr Gestaltungsspielraum zu geben. Die EVB beurteilt aus diesem Grund die geplante, vollständige Marktöffnung als Chance für mehr Markt und weniger Regulierung.

92 Photovoltaikanlagen

Die EVB blickt trotzdem auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Budgetvorgaben konnten mehrheitlich eingehalten werden. Auf der sogenannten Netzebene 7 wurde etwas weniger Strom an die Kunden geleitet. Der eigene Energieabsatz von 14 403 MWh liegt um 7,7 Prozent über den Vorjahresabsatz. Die Anzahl der Kunden hat sich von 2635 auf 2708 Personen erhöht, was einem Marktanteil von 53 Prozent entspricht. Der Brutto-Cashflow liege mit rund 1,1 Mio. Franken um rund 16 000 Franken über dem veranschlagten Wert. Die Nettoinvestitionen beliefen sich für 2018 auf 598 606 Franken. Die beiden Photovoltaikanlagen der EVB erzeugten 2018 rund 195 MWh Strom (Mühlematt 45 MWh und Dreifach-Turnhalle 150 MWh). In Biberist gab es per Ende 2018 insgesamt 92 Photovoltaikanlagen.

Wem gehören Strassenlampen?

Im Anschluss an die Präsentation ergaben sich einige Fragen der Gemeinderäte an den Verwaltungsrat der EVB. So wollte Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann wissen, welche Strategie die EVB in Hinsicht auf die Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED verfolge. Dabei wurde klar, dass weder die Gemeinde, noch die EVB genau wissen, wer eigentlich Eigentümer der Strassenbeleuchtung ist. Dies soll nun geklärt und eine Strategie erarbeitet werden. Nachgefragt wurde auch wegen des neu eingeführten Einheitstarifes, was nach Meinung der Konsumenten zu wenig deutlich kommuniziert wurde.

Mehr Pensen im Werkhof

Einstimmig wurde die Pensenerhöhung für den Werkhof genehmigt. Ab Sommer 2019 sollen unbefristet 80 Prozent mehr an Arbeitskraft eingesetzt werden. Die Stelle könnte mit dem Lehrling besetzt werden, der seine Lehre im Sommer abschliesst. Der Vorteil dieser Lösung wäre, dass der neue Mitarbeiter den Werkhof und die Abläufe bereits bestens kennt. Er sei zudem freundlich, zuverlässig und zeige in der Schule und bei der Arbeit sehr gute Leistungen.
Bauverwalter Nicolas Adam begründete die Pensenerhöhung im Werkhof damit, dass die Bevölkerungszahl in Biberist in den letzten zehn Jahren um 10 Prozent angestiegen sei. Gleichzeitig hätten sich die überbaute Fläche und die Infrastrukturanlagen verändert. Zudem hätten die Anforderungen und die durch die Gemeinden zu übernehmenden Pflichten und Aufgaben stetig zugenommen. Ein Beispiel dafür seien die Anforderungen in der Trinkwasserversorgung, die massiv verschärft wurden. Problematisch seien zudem die Reklamationen wegen der überfüllten und oftmals verunreinigten Kehricht- und Sammelstellen. Im Zentrum habe auch das Littering stark zugenommen. (rm)