Vor welchen Herausforderungen stehen Schulen heute, wenn sie mit der digitalen Entwicklung Schritt halten sollen? Und wie können Gemeinden mit ihren begrenzten finanziellen Ressourcen sicherstellen, dass die schulische Infrastruktur den sich stetig verändernden Ansprüchen genügt? Diesen Fragen widmeten sich rund achtzig Behördenmitglieder aus dem Schulkreis Wasseramt Ost, die sich im Oberstufenzentrum oz13 in Subingen zum Behördenseminar trafen. Das Interesse war gross, denn die digitale Revolution im Klassenzimmer hat Konsequenzen auf die Budgets der Gemeinden.

Wie lässt sich das budgetieren?

Welche Konsequenzen diese Neuen Medien für die Gemeinde haben und wie sie erfolgreich budgetieren können, zeigte Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission Derendingen. Mit verschiedenen Rechenmodellen machte er deutlich, dass sich der Einfluss auf die Laufende Rechnung kaum verändert, egal ob tranchenweise über vier Jahre oder alles en bloc investiert werde. Für beide Varianten konnte er Vor- und Nachteile aufzeigen.

Fest stehe allerdings, dass IT-Investitionen im Gemeinderat immer Unbehagen verursachen, was einen einfachen Grund hat: Während beispielsweise ein neues Gebäude für eine Kita über 33 Jahre hinweg abgeschrieben werden kann, müssen Informatiksysteme gemäss HRM2 innerhalb einer Nutzungsdauer von vier Jahren abgeschrieben werden. «Ein Neubau von einer Million Franken kostet damit nur unwesentlich mehr als Informatikequipment à 100'000 Franken», betonte Zürcher.

Es sei deshalb wichtig, den Bedarf genau abzuklären, ein Konzept zu erstellen, den Spielraum des Submissionsgesetzes legal zu nutzen, Aufträge gut vorzubereiten und Kernkompetenzen von Anbietern zu berücksichtigen. Zudem könnten Preise durch ein grosses Auftragsvolumen massiv gesenkt werden.

Was bringt uns die Zukunft?

Roger Spindler, Journalist und Leiter der Höheren Fachschule für Medienwirtschaft und Medienmanagement, faszinierte mit seinem Vortrag über die digitale Herausforderung in Gesellschaft und Schule. Was müssen junge Leute heute lernen, wenn die Leistungsfähigkeit eines gewöhnlichen Computers dereinst diejenige des menschlichen Gehirns, ja sogar diejenige der gesamten menschlichen Rasse, übersteigen wird? Was kommt da auf uns zu, wenn wir verfolgen, dass das Unternehmen Google sich schon jetzt mit dem Upload des menschlichen Geistes in eine Cloud befasst?

Spindlers Ausführungen muten futuristisch an, sind einerseits spannend, werden auf der anderen Seite aber auch von einem mulmigen Gefühl begleitet. Der Gedanke daran, dass das menschliche Gehirn bald einmal überholt sein könnte, macht deutlich, in welchem Wandel wir leben. Vor den aktuellen Entwicklungen dürfe man nicht die Augen verschliessen, so Spindler. «65 Prozent der heutigen Schulkinder werden einmal einen Job ausüben, den es heute noch gar nicht gibt.»

Dass ein Perspektivenwechsel nötig sei, vermittelte er auf witzige Art mit einem Gruppenwettkampf, in dem die Behördenmitglieder aus Spaghetti, Schnur und Marshmallows einen möglichst hohen freistehenden Turm bauen sollten. Nicht umsonst schneiden Kindergartenkinder in dieser Aufgabe stets am besten ab, verriet er.

Die digitale Kompetenz der Lehrenden sei denn auch die grösste Herausforderung für Akteure im Bildungssektor. «Zum ersten Mal in der Geschichte der Schule stehe ich als Schulmeister vorne, aber die Schülerinnen und Schüler wissen, wie’s geht», sagte er und sprach damit an, dass heutige Kinder – digital Natives – neue Geräte oft schon sehr gut bedienen können.

Einblick in Lehrerweiterbildung

Um sich ein Bild davon machen zu können, welche Auswirkungen dieser Wandel auf die Ausbildung der Lehrpersonen hat, konnten die Behördenmitgliedern danach einen Blick in die gleichzeitig stattfindende Lehrerweiterbildung werfen. Experten der Fachstelle imedias, der Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht, führten mit den Lehrpersonen den ganzen Morgen Workshops zum Thema Präsentieren durch. Informatische Bildung beschränkt sich längst nicht mehr auf den Informatikunterricht, sondern wurde in die Fachbereiche verlegt, verschiedene Kompetenzen sind gefragt.