Appetitlich, rund um ein Salatbouquet arrangiert, liegen die Wursträdchen in drei Varianten auf dem Teller: Gebraten, gekocht und roh. Der «d!ngkultchlöpfer» feiert am Strassenfest beim Restaurant Widder seine Weltpremiere. Gemeindepräsident Kuno Tschumi und seine Gattin nehmen an einem festlich hergerichteten Tisch Platz. Ihnen kommt die Ehre zu, den ersten Bissen dieses Fleischerzeugnisses zu degustieren. Aller Augen und einige Kameras sind erwartungsvoll auf Tschumis Gesicht gerichtet. Schon nach dem ersten Bissen geht sein Daumen hoch. «Emp-fehlenswert», urteilt er.

Die Wurst stammt aus der Küche der Karli Metzg und sieht aus wie ein langer Cervelat. Spezielle Gewürze geben ihr einen interessanten Gout mit delikater Schärfe im Abgang. «Der Geschmack variiert, je nachdem, ob man die Wurst gekocht, grilliert oder roh geniesst», erklärte Gerhard Keller vom d!ngkultclub, dem Organisator des Anlasses. Tschumi schilderte, wie eine Jury vier verschiedene Wurstmischungen in einer Blinddegustation gekostet hatte. Die Variation mit den meisten Stim-men wurde für den «d!ngkultchlöpfer» ausgewählt. Die Karli Metzg wird diese Wurst zukünftig in ihrem Sortiment führen.

Strassenfest Derendingen Loreleymusic

Strassenfest Derendingen Loreleymusic

Die fünfköpfige Musiktruppe «Loreley» machte mit ihren rhythmischen Folk- und Rockklängen Stimmung und brachte die Gäste zum Mitwippen im Takt.

Der Metzger hofft, dass man sie auch bald in den Auslagen der Grossverteiler findet. Den Anstoss zur Kreation des «Chlöpfers» kam von Rolf Walker, der sich nach der Auflösung der Kulturkommission dafür stark gemacht hat, dass die Kultur in der Gemeinde ihren Stellenwert bekommt, und der zur Gründung des d!ngkultclubs im letzten Jahr beigetragen hat. Die zahlreich erschienenen Festbesucher brieten ihren «Chlöpfer» an einer riesigen Feuerstelle und warteten genüsslich, bis er zu brutzeln begann und seine Finger spreizte. Wer keine Geduld hatte, konnte ihn auf dem Gasgrill braten lassen, oder gekocht oder roh verzehren.

Blindes Vertrauen

Bevor das Gemeindepräsidentenpaar zur Degustation schritt, musste sich Tschumi einer waghalsigen Prüfung unterziehen. Die Tandemgruppe Blinde und Sehbehinderte Solothurn entführte ihn auf eine Fahrt mit dem Tandem. Wohlvermerkt mit einer Binde vor den Augen, um ihm eine Ahnung zu vermitteln, wie sich ein Blinder fühlt. «Der Fahrer gab zwar die Kurven im Voraus an, oft musste er aber unvorhergesehen ausweichen, was eine reflexartige Gegenbewegung zur Folge hatte, so dass die Füsse von den Pedalen rutschten», beschrieb er sein Erlebnis. Bei ei-ner solchen Fahrt braucht es im wahrsten Sinn des Wortes blindes Vertrauen in den Vordermann.

Nostalgie auf zwei Rädern

Applaus ernteten die Solex-Giele aus dem Iguland, sprich Recherswil, als sie mit ihren nostalgischen Töffli mit dem unverwechselbaren Motorengeräusch heranrollten. Eines war gar als Tandem umgebaut, mit je einem Motor hinten und vorne. Die fünfköpfige Musiktruppe «Loreley» machte mit ihren rhythmischen Folk- und Rockklängen Stimmung und brachte die Gäste zum Mitwippen im Takt. Die Kinder gestalteten mit Feuereifer und viel Kreativität mit Filzstiften und bunten Klebern ihre eigenen Ansteckbuttons.