Lüterswil-Gächliwil

«Die Chätschgasse muss saniert werden, das ist klar» – Dennoch sorgte sie für Diskussionen

Der Zustand der Chätschgasse rechtfertige längst eine Sanierung, so der Gemeinderat von Lüterswil-Gächliwil.

Der Zustand der Chätschgasse rechtfertige längst eine Sanierung, so der Gemeinderat von Lüterswil-Gächliwil.

Gemeindeversammlung Lüterswil-Gächliwil genehmigt die Strassensanierung erst nach einigen Nachfragen.

«Die Chätschgasse muss saniert werden, das ist klar», erklärte Gemeinderat Kevin Affolter der Gemeindeversammlung. Die Strasse brauche längst eine Auffrischung. Gleichzeitig sollen die alten Abwasserrohre und Wasserleitungen ersetzt werden. Die Kosten für alle Arbeiten liegen bei rund 775'000 Franken. «Damit wäre rund ein Viertel unseres Strassennetzes mit Wasserleitungen saniert», warb Affolter für die hohe Ausgabe. Dennoch wollten einige der anwesenden 31 stimmberechtigten Lüterswilerinnen und Lüterswiler wissen, ob der geplante Wärmeverbund, der nach dem Ausfall des Planers eine Verzögerung erfahren hat, die Strassensanierung «beschleunigt» habe. Bekanntlich wolle der Wärmeverbund auch seine Rohre in die Strasse verlegen.

Gemeinderat Cyrill Schildknecht stimmte zu: «Das ist eine Variante, denn wenn wir die Chätschgasse umgehen müssten, wäre der Wärmeverlust gross.» Andererseits koste eine Rohrverlegung in einer Strasse fünfmal mehr als im freien Feld. Mit einer Rohrverlegung während der Strassensanierung käme es billiger. «Aber entschieden ist noch nichts», so Schildknecht. Der Preis müsste noch ausgehandelt werden und sich für den Wärmeverbund rechnen. Klar sei einzig, dass, wenn der Wärmeverbund mitmacht, dieser im nächsten Jahr seine Rohre verlegen müsste. Kevin Affolter wies deshalb darauf hin, dass nach Genehmigung der Kredite fünf Jahre bleiben, bis die Strasse saniert werden muss. «Falls der Wärmeverbund nicht mitmacht, können wir auch noch etwas zuwarten mit der Ausführung der Sanierung.» Die Kredite für die Sanierung der Chätschgasse, die Sanierung der Abwasserleitung und die Sanierung der Wasserleitungen wurden mit grossem Mehr oder einstimmig angenommen.

«Sonst kann die Arbeit ja jemand anders machen.»

Zuvor wurde um den Kauf eines Kommunalfahrzeuges gerungen. Für 25'000 Franken soll ein passendes Occasionsfahrzeug gekauft werden. Bisher sei der Gemeindearbeiter Werner Müller mit dem eigenen Töffli und Anhänger unterwegs und bei Mergelarbeiten beispielsweise sehr eingeschränkt. Aus der Versammlung kam die Frage auf, ob es nicht etwas überrissen sei, ein Fahrzeug anzuschaffen, wo man doch bisher laut Rechnung mit 700 Franken ausgekommen sei. Der 74-jährige Werner Müller wehrte sich für den Antrag. «Sonst kann die Arbeit ja jemand anders machen.» Ein Antrag auf Rückweisung des Geschäfts wurde abgelehnt. Der Antrag wurde grossmehrheitlich angenommen. Werner Müller und sein Kollege erhalten ein Fahrzeug. Aber für ihn ist klar: «Mit 75 Jahren höre ich dann endgültig auf.»

Nach der Zustimmung zu den Investitionen folgte die Diskussion des Budgets, das bei Einnahmen von 1,86 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von 46000 Franken ausweist. Finanzverwalter Kurt Burkhalter wies die Versammelten auf die kommende Problematik bezüglich des Steuerertrages durch juristische Personen hin. Mit der Steuerrevision, über die im Februar abgestimmt wird, erhalte Lüterswil-Gächliwil bedeutend weniger Steuern durch juristische Personen. Hier habe die 320-Seelen-Gemeinde mit der Spar- und Leihkasse Bucheggberg ein Klumpenrisiko. Laut Burkhalter könnte die Gemeinde aber während acht Jahren mit je 90000 Franken von der Härtefallausgleichszahlung durch den Kanton profitieren.

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