Überbauung
Die Bürgergemeinde Deitingen will bauen

An ihrer Versammlung haben die Deitinger Bürgerinnen und Bürger der weiteren Projektierung für eine Überbauung der Stöcklimatt zugestimmt.

Urs Byland
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Auf der Stöcklimatt soll Wohnraum in Mehrfamilienhäusern und Einfamilienhäusern geschaffen werden.

Auf der Stöcklimatt soll Wohnraum in Mehrfamilienhäusern und Einfamilienhäusern geschaffen werden.

Hanspeter Bärtschi

Die Bürgerinnen und Bürger von Deitingen haben an ihrer Versammlung die Freigabe für die Projektierung der Überbauung Stöcklimatt beschlossen. Damit schaffen sie Raum für eine wesentliche Vergrösserung des Dorfes. Für die Parzelle 242 an der Luterbachstrasse im Norden von Deitingen, die je zur Hälfte in der Bau- und in der Reservezone liegt, wurde bereits 1994 ein nie realisierter Gestaltungsplan beschlossen. Der 8342 Quadratmeter grosse Teil, der in der Bauzone liegt, befindet sich in der 2-geschossigen Wohnzone. Nun will die Bürgergemeinde diesen Gestaltungsplan aufheben, Land parzellenweise im Baurecht abgeben sowie Mehrfamilienhäuser realisieren.

Seit Herbst 2018 läuft ein Studienauftrag für die Bebauung der Parzelle. Ende Mai wurde die Bevölkerung von Deitingen über die Ergebnisse orientiert und das Siegerteam Flury und Rudolf Architekten AG aus Solothurn präsentiert. Als Grundlage für die Bebauung wurde ein Gesamtkonzept und ein Projektvorschlag für die Mehrfamilienhäuser erarbeitet, das nun auch die Bürger überzeugt hat. Es ist ihr Land, und sie haben deshalb über die Fortführung des Projekts entscheiden müssen.

Zwei Etappen

In der Aufgabenstellung für den Studienauftrag wurde davon ausgegangen, dass ein Gestaltungsplan erstellt werden soll. Dieser würde die Möglichkeit eröffnen, ein Geschoss höher zu bauen. Eine mögliche Erweiterung in der Reservezone (11 840 Quadratmeter) ist in der gleichen Architektursprache aufzuzeigen. «Diese Bauetappe liegt aber noch in weiter Ferne», erklärt Bürgerrat Philippe Gobet-Hochuli, der in der Bürgergemeinde das Projekt koordiniert. Die Reservezone in Bauland umzuwandeln, wäre aktuell beinahe unmöglich, zielen doch Bund und Kanton auf eine innere Verdichtung ab. Eine Umzonung könnte – vielleicht – im Rahmen einer nächsten Ortsplanungsrevision angeschaut werden. Das wäre dann in 15 bis 20 Jahren der Fall.

Auf der Stöcklimatt soll ein vorgegebener Wohnungsmix für die Mehrfamilienhäuser mit 21⁄2 Zimmer-Wohnungen (25 Prozent), 31⁄2 Zimmer-Wohnungen (50 Prozent) und 41⁄2 Zimmer Wohnungen (25 Prozent) angestrebt werden. Die Parkierung erfolgt unterirdisch, wobei pro Wohnung zwei Parkplätze vorzusehen sind (21⁄2 Zimmer-Wohnungen je ein Parkplatz).

Für die Gebäude im Baurecht sind einfache, für Familien erschwingliche Bauten zu planen, welche sich in die Umgebung einfügen und den haushälterischen Umgang mit dem Boden gewährleisten. Zudem ist ein sinnvoller Gebäudemix mit unterschiedlichen Wohneinheiten anzustreben.

Einnahmen für die Bürger

Die Projektstudie des Siegerteams, fünf Büros wurden eingeladen, zeigt sieben Mehrfamilienhäuser an privilegierter Lage beim nördlich das Areal abschliessenden Neumattkanal. Dieser sollte renaturiert werden und zusätzlich mit der aktuell unverbaubaren Aussicht auf den Jura die Attraktivität der Mehrfamilienhäuser ausmachen. Drei der sieben Mehrfamilienhäuser umfasst die erste Etappe in der Bauzone. Das wären laut Gobet 18 Wohnungen. Südlich davon sind die Einfamilienhäuser im Baurecht geplant. Diese sollen wie Reihenhäuser aneinander zu liegen kommen mit hausbreiten aber langen Grundstücken. Unterbrochen werden diese Hausreihen durch zwei Platzanlagen in Nord-Süd-Richtung.

Laut Studie würden in der ersten Etappe elf Bauplätze im Baurecht abgegeben. «Wir werden aber sicher noch den einen oder anderen Bauplatz leer lassen. In Deitingen sind nun mal freistehende Einfamilienhäuser gesucht», so Philippe Gobet-Hochuli.

Eigentumswohnungen sind auf der Stöcklimatt nicht geplant. «Mit der Überbauung will die Bürgergemeinde künftig Einnahmen generieren», erklärt Gobet. Während der nun anlaufenden Projektierung werden parallel ein neuer Gestaltungsplan formuliert und ein Bauprojekt ausgearbeitet.

Bisher haben die Bürger bereits beinahe 230 000 Franken bis Ende 2019 für den Studienauftrag und die Planung der Überbauung gesprochen. Mit dem kommenden Budget muss einem weiteren Planungskredit genehmigt werden.