Lüterkofen-Ichertswil
Die «Buechibärger» Trachtegruppe faszinierte mit einer Vielfalt an Hüten

Die Trachtegruppe Buechibärg unterhielt an ihrem Frühlingsanlass mit Tänzen und einer Show. Unter dem Motto «Gut behutet» wurde die Vielfalt der Trachten veranschaulicht.

Agnes Portmann-Leupi
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Frühlingsanlass der Trachtengruppe Buechibärg
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Urner Tracht, der Mann mit Tellerhut und rotem Taschentuch.
Tracht des freiburgischen Sensebezirks mit gewichtigem Kopfschmuck.

Frühlingsanlass der Trachtengruppe Buechibärg

apb

Kleider machen Leute – oder anders gesagt, eine blumige, erfrischende Augenweide. Die Trachtegruppe Buechibärg faszinierte an ihrem Frühlingsanlass nicht nur mit fröhlichen Tänzen, sondern veranschaulichte unter dem Motto «Gut behutet» die Vielfalt der Trachten. Hüte, an hölzernen Garbengestellen und Sprossenwänden zur Schau gestellt, untermauerten das Thema.

Aus verschiedenen Regionen – Obwalden, Nidwalden, Uri, Basel-Stadt, Aargau, Baselland, St. Gallen, Thurgau, Graubünden, Bern, Neuenburg und Freiburg - präsentierten sich Trachtenleute auf dem Laufsteg. Die Moderatorinnen Verena Meyer und Elisabeth Widmer liessen in die verwurzelten Traditionen blicken, beeinflusst von Sitten, Bräuchen und Modeströmungen. Wunderbare Stoffe, reiche Verzierungen und filigranen Silberschmuck beeindruckten bei Frauen und Männern. Spezielle, oft kuriose Bezeichnungen der Trachtenteile gaben die Vielfältigkeit der Regionen wieder.

Ledig oder verheiratet

Ledige schmücken in Obwalden ihren Kopf mit einem Haarpfeil, Verheiratete mit der Haube. «Daher kommt der Begriff, unter die Haube kommen», verriet eine Obwaldnerin. Die ledigen Burschen geben sich mancherorts mit einem in die Hosen gesteckten roten Taschentuch zu erkennen. Am Schürzenbund der Baselbieter Tracht hängt ein verziertes Messer, dienlich beim geselligen «Obesitz».

Rund zwei Kilogramm wiegt der glänzende Kopfschmuck der Trachtenfrau aus dem Sensebezirk, gespickt mit Pailletten, Perlen, Metallfäden. Früher war er für Prozessionen gedacht. «Zitterli» heisst der Schmuck auf dem Filzhütchen der Bernerin aus dem Oberhasli. Bis das kleinste Detail richtig sitzt, benötigen die Frauen aus Nidwalden fürs Bekleiden, mit Helfer, rund eine Stunde. Ihre Tracht besteht nämlich aus gut 30 Teilen. Dass Trachten Gefühle auslösen, bekundete eine Aargauerin in ihrem Gedicht: «Ein Lied, eine Tracht und ein Giebeldach machen die Heimat aus.»

Vielsagende Trachtentänze

Aber auch die Buechibärger Trachtenleute mit ihrem Präsidenten Pablo Egolf gefielen in ihren Solothurner Festtagstrachten, Buechibärger Sonntags- und Werktagstrachten oder Gotthelftrachten. Sie erfreuten die Anwesenden mit leichtfüssigen Tänzen, einstudiert von Annette Begert und Käthi Jutzi.

Wunderbar zum Thema passten bereits die Namen wie etwa «Trachtewalzer», «Chrüzlistich», Näherinnentanz, Hutmachertanz. Oder der «Unspunner Gloschlischwenker», dessen Choreografie fürs Unspunnenfest 1955 geschaffen wurde. Wie immer entzückte die Kinder- und Jugendtanzgruppe, die Annette Ramser und Käthi Jutzi betreut. Die Kapelle «Schpontan», die auch nach der Vorstellung zum Singen und Tanzen verlockte, begleitete die Tänze live.