Jubiläumsfeier

Die Bucheggberger werden ihrem Ruf gerecht

Mit einer Fahnenzeremonie und vielen Reden feierten die Bucheggbergerinnen und Bucheggberger die Zugehörigkeit zum Kanton Solothurn. Dabei wurden die bucheggbergerischen Besonderheiten historisch untersucht und erklärt.

Im Bucheggberg ist der zweite Teil eines Anlasses fast wichtiger als der offizielle Teil. Das wurde bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zu 625 Jahre Bucheggberg bei Solothurn mehr als einmal betont. Und tatsächlich: Die Bucheggberger wurden ihrem Ruf gerecht und das Fest zog sich bis lange nach Mitternacht hin.

Und damit wurde erreicht, was sich OK-Präsident Robert Flückiger im Vorfeld des Festes als Ziel gesetzt hatte: Einen Moment innezuhalten und sich auf die bucheggbergischen Stärken zu konzentrieren.

Grüsse der Regierung

Herbert Schluep eröffnete den Reigen der Reden. Er sprach als Präsident der Vereinigung der bucheggbergischen Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VGGB). Der Bucheggberg habe seinen Namen vom Wald und den vielen Buchen und von den Hügeln, die ihn umgeben. Obwohl der Bucheggberg verträumt wirke, seien die Bucheggberger fortschrittlich und modern.

Regierungsrat Remo Ankli überbrachte die Grüsse der Regierung. Er betonte die Wichtigkeit von Jubiläumsfeiern und Gedenkanlässen. Diese hätten eine Scharnierfunktion. «Man hält Rückschau auf die Vergangenheit und richtet den Blick auch auf die Zukunft.» Denn es sei wichtig, seine Geschichte zu kennen, um sich in der Gegenwart zurechtzufinden. Er betonte zudem, dass es dem Kanton wichtig sei, eine gute Beziehung zu den Bezirken aufzubauen. Dazu gehöre es, einander zuzuhören, Rückfragen zu stellen, aufmerksam zu sein und auch Zwischentöne zu hören.

Bedeutsame Grafen

Historiker Thomas Wallner machte in seiner Rede nochmals darauf aufmerksam, dass es ursprünglich die Bucheggberger Grafen waren, die das Sagen über die Stadt hatten und deren Schultheissen ernennen konnten. Da die Bucheggberger aber zu politischen Höhenflügen in Europa ansetzten und immer weniger daheim waren, entwickelte sich die Stadt und wurde immer stärker und schliesslich wurde die Grafschaft aufgekauft. Wallner ging auch auf die Hassliebe zwischen den Bernern und den Solothurnern und die Zeit der Reformation ein.

Erst im Jahr 1655 verzichtete der Kanton Bern im sogenannten Vertrag von Wynigen auf die angestrebte Landesherrlichkeit im Bucheggberg. Gleichzeitig wurde aber ausgehandelt, dass der Bezirk protestantisch bleiben soll, während der Rest des Kantons Solothurn katholisch war. Mit der Industrialisierung liessen sich ab 1835 da und dort reformierte Familien im Kanton nieder. Bis zur Jahrhundertwende zählte man im Kanton Solothurn 30 Prozent Protestanten. Diese Zuwanderung, so Wallner, beeinflusste den Bucheggberg aber wenig. Und so sei er noch heute einer der letzten, nicht allzu stark veränderten Natur- und Agrarlandschaften im Mittelland mit einer intakten Dorfstruktur.

Fahnenzeremonie vor dem Turm

In einer Fahnenzeremonie wurde anschliessend die Geschichte des Bucheggberges und seiner Gemeinden dargestellt. So konnten alle Anwesenden nochmals erleben, wie aus ursprünglich 23 Gemeinden neu noch deren acht wurden. Trotzdem lautete das Fazit klar: «Wir Bucheggberger sind ein eigenes Völklein. Aber wir lieben unsere Region und tragen Sorge dazu. Und wollen das auch für unsere Jugend erhalten.»

Stadtpräsident Kurt Fluri beschloss den offiziellen Teil mit Reden. Er freute sich, dass er zur Jubiläumsfeier eingeladen worden war. «Das zeigt, dass die Bucheggberger mit ihren neuen Eigentümern gar nicht so schlecht zufrieden waren und sind.» Waren früher der Rossmarkt und der Viehmarkt in Solothurn Bezugspunkte zwischen Stadt und Land, seien die Bucheggberger heute durch den Chästag oder den Buechibärger Märet mit der Stadt verbunden. Und so meinte Fluri: «Wir haben den Kauf vor 625 Jahren noch nie bereuen müssen.»

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