Eine festlich gesinnte Schar versammelte sich am Sonntagvormittag im Pfarrzentrum in Selzach, um den 50. Geburtstag des Briefmarkensammlervereins zu feiern. 11 Männer und Frauen gründeten am Nachmittag des Sonntags, 26. November 1967 in der Fischerstube Altreu den Briefmarkenverein Pro Helvetia. Wuchs die Zahl der Mitglieder zu den Boomzeiten auf gegen 40 an, zählt er heute noch knapp die Hälfte. Aktiv ist man aber noch heute. Die jährliche Ausstellung zum Tag der Briefmarke blieb bis heute selbstverständlich.

Vereinsangehörige um Ehrenpräsident Werner Klausner als Gastgeber, Delegationen von anderen Dorfvereinen, Gemeindepräsidentin Silvia Spycher, Eduard Flury, ihr Amtskollege von der Bürgergemeinde, und Rolf Leuthard, der Vizepräsident des Verbandes der Schweizerischen Philatelisten-Vereine. Alle bekundeten ihre Freude, wünschten zum Jubiläum nur das Beste, steckten Klausner Couverts mit einem Batzen zu, oder überreichten sonst Geschenke. Einzelne brachten aber auch Fragen mit. Was machen diese «Märkeler» eigentlich? Spycher gestand freimütig, schlichtweg keinen Hochschein zu haben. Flury erinnerte sich nur noch vage an seine Versuche, als Bub Briefmarken – ohne ja eines der kleinen Zacken zu beschädigen – von Briefumschlägen zu lösen.

Mit Klausner, Leuthard und dem aktuellen Vereinspräsidenten Markus Flückiger fehlte es nicht an Experten, den Interessierten auf die Sprünge zu helfen. Vorweg muss man unterscheiden. Da sind einmal die «Märkeler», welche, wie einst Flury, ihrem Hobby frönen. Im Gegensatz zu den Philatelisten, den Briefmarkenkundlern, die sich mit Ambitionen und Akribie mit der Briefmarke als Sammelobjekt befassen.

Fehldrucke sind begehrt

Eine Führung von Flückiger durch die Jubiläumsausstellung liess keine Zweifel offen: Die Briefmarke ist auch im Zeitalter der E-Mails kein Auslaufmodell. Und es sind nicht nur Prunkstücke wie das «Basler Dybli», welches als Objekt der Begierde die Herzen der Kenner höherschlagen lässt. Unter unterschiedlichsten Aspekten ziehen sie die Sammler in ihren Bann. Beispielsweise die Fehldrucke, die trotz aufmerksamer Prüfung durch die Herausgeber an die Öffentlichkeit gelangen.

Im Verbund mit Briefen und Postkarten werden die Briefmarken zu «Geschichtsbüchern». Solche wurden auch in Selzach gezeigt. Über 200 Exponate dokumentierten Selzach im Wandel der Zeit. Eine andere Serie befasste sich mit dem Recycling, 1942 noch Altstoffverwertung genannt. Mit einer Sondermarke wurde während dem 2. Weltkrieg dazu aufgerufen.