Bellach

«Die Biber sind unsere besten Mitarbeiter»

Zum Schutz vor den Zähnen der beiden Biber-Familien mussten auch die grossen Bäume mit Drahtgeflecht umgeben werden.rm

Zum Schutz vor den Zähnen der beiden Biber-Familien mussten auch die grossen Bäume mit Drahtgeflecht umgeben werden.rm

Der Weiher ist jetzt das ganze Jahr offen und die Wasserqualität hat sich verbessert

«Ich möchte nach meiner Pensionierung an einem schönen Ort spazieren gehen können», lacht Gemeindepräsident Anton Probst. Eigentlich möchte er damit sagen, dass der Bellacher Weiher das wichtigste Naherholungsgebiet für die Einwohner ist. Dessen sind sich auch Laura und Thomas Stöckli, in deren Besitz der Weiher ist, bewusst. Gemeinsam mit der Gemeinde arbeiten sie stetig an der Sanierung des Weihers.

Im Jahr 2002 wurde in Fronarbeit mit der systematischen Pflege des Bellacher Weihers begonnen. Zu Beginn ging es vor allem um den Kampf gegen die Verlandung und die Wasserqualität. Im Jahr 2010 kam dann das Landwirtschaftsprojekt dazu. Alle 18 Landwirte im 160 Hektaren grossen Einzugsgebiet des Weihers beteiligen sich und setzen Plocher-Produkte zur Aufbereitung der Hofdünger und zur Aktivierung des Bodens ein. Die Plocher-Produkte finden ihren Einsatz auch in der Weiherpflege. 

Ehrenamtliche Arbeit

Stöcklis arbeiten aus Freude an der Natur am Weiher. Unterstützt werden sie von einigen freien Mitarbeitern und den Mitgliedern des Vereins Umwelt und Bildung (VUB). Neben der Pflege des Weihers kümmern sich die Vereinsmitglieder auch um die Biberpopulation am Weiher. «Wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt, sind die Biber unsere besten Mitarbeiter», erklärt Thomas Stöckli. Die grossen Bäume rund um den Weiher mussten mit Drahtgittern vor den scharfen Zähnen der Nagetiere geschützt werden. Dafür fressen sich die Biber jetzt durch die Schilfpflanzen im Osten des Weihers. «Die freie Weiher-Oberfläche ist grösser geworden.»

Ohne die Unterstützung der Gemeinde könnten aber Stöckli und der VUB den Weiher nicht so erhalten, wie er sich heute zeigt. Nachhaltigkeit sollte, so Probst, nicht nur ein Schlagwort sein. «Ich bin überzeugt, dass das Landwirtschaftsprojekt mit der Verwendung der Plocher-Produkte nachhaltig ist». Die Wasserqualität verbessere sich stetig, der Weiher sei nicht mehr überdüngt und das Wachstum der Faulschlammschicht sei gestoppt worden. Probst macht den Vergleich zum Inkwilersee, der zu verlanden droht und auch heuer wieder mit Notmassnahmen behandelt werden musste. «Das Absaugen von Schlamm nützt dem See nur kurzfristig, nicht auf Dauer.»

Wissenschaftliche Begleitung

Weil der Einsatz der Plocher-Produkte wissenschaftlich noch nicht erforscht ist, sind Stöckli und Probst froh, dass das Landwirtschaftsprojekt vom Wallierhof begleitet wird. «So haben die Landwirte, die die Produkte einsetzen eine neutrale Fachstelle, der sie vertrauen und die sie bei Fragen kontaktieren können.» Die Landwirte werden zudem alle zwei Jahre befragt und die Auswertung der Umfrage zeigt, dass etwa die Hälfte den Plocher-Produkten eine positive Wirkung zuschreibt, während die anderen sich noch nicht festlegen wollen. Am besten feststellbar ist die Verbesserung der Güllequalität.

Mit der wissenschaftlichen Begleitung bis ins Jahr 2019 soll nun aufgezeigt werden, dass das Pilotprojekt auch für andere Gewässer anwendbar wäre.

www.umweltundbildung.org; www.bellacherweiher.ch

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