«Tempo 30 interessiert bei uns offenbar die gesamte Bevölkerung», hatte der Gemeinderat aus Rückmeldungen in Erfahrung gebracht. Um Verkehrssicherheit zu erhöhen und Schleichverkehr zu reduzieren, sei die Einführung einer signalisierten Geschwindigkeitsbegrenzung der richtige Weg, wie die Aussprache im Rat zeigte. Über den Stand der Planung informierten Baupräsident Urs Loosli und Thomas Niggli als beratender Ingenieur.

Die Gesamtkosten für dieses Projekt, das im Sommer 2016 realisiert werden soll, werden zum jetzigen Zeitpunkt auf bis zu 250 000 Franken für nötige Baumassnahmen, Signalisation und professionelle Planung geschätzt. Der genaue Aufwand wird in den kommenden Wochen ermittelt, damit das Projekt an der Budgetgemeindeversammlung kurz bezüglich Zeitplan und Kredit vorgestellt werden kann. Grundlage dazu ist ein Gutachten, das auf Verkehrsmessungen beruht.

Eine Begleitgruppe wird Ziele definieren und die örtlichen Bedingungen für die Tempo-30-Zonen festlegen, sowie eine öffentliche Mitwirkungsveran-staltung vorbereiten. Der Rat legte Wert auf die Feststellung, dass das Projekt «mit Vernunft und Sachverstand», aber ohne die Absicht, «sich hier besonders aufwendig zu verwirklichen» realisiert werden soll. Genehmigt wurde eine erste Tranche von 30 000 Franken als Nachkredit für Ingenieurarbeiten.

Leitbild verabschiedet

«Wir befinden uns mit unserem Leitbild auf der richtigen Spur», betonte Gemeindepräsident Beat Muralt. Zwar hatte das zuständige Kantonalamt in der Vorprüfung die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und die nicht deutlich betonte «innere Verdichtung» moniert. Obergerlafingen sei aber nun mal ein Einfamilienhaus-Dorf, das man nicht plötzlich im Charakter umkrempeln könne. 

Zudem sei diese ländliche Wohnform ein Grund seiner Attraktivität, die am Rand der Agglomeration zu Zuzug führe. Besprochen wurden auch erwünschte Einzonungen im Gewerbegebiet Bolacker an der Autobahn. Angeregt wurde eine regionale Absprache mit Kriegstetten, das in der unmittelbaren Nachbarschaft eigene Planungen durchführt. Genehmigt wird das Leitbild an der Gemeindeversammlung.

Um Gebühren angesichts von Wertsteigerungen von Liegenschaften erheben zu können, leistete die Umweltkommission wichtige Vorarbeiten. Der Gemeinderat nahm das vorgeschlagene neue Abwasserreglement Satz für Satz unter die Lupe und entschied sich, die enthaltenen Bestimmungen und den Berechnungsmodus so einfach wie möglich zu gestalten. Angepasst wurde der Gebührentarif. Auch dieses Reglement wird der Gemeindeversammlung vorgelegt.

Senkung Abfall-Grundgebühr

Reto Dubach, der die Finanzkommission und Gemeinderat Stefan Krieg vertrat, machte den Rat mit dem Problem der zu gut gefüllten Spezialfinanzierung Entsorgung bekannt. Über die Jahre hat sich hier ein Kapitalpolster von 150 000 Franken angesammelt, das den Obergerlafinger Haushalten durch eine Senkung der Grundgebühr von jetzt 80 auf 50 Franken ab Jahresbeginn 2016 zurückgegeben werden soll.

Nichts geändert wird an den kostenpflichtigen KEBAG-Abfallsäcken, die mit einer Entsorgungsmarke zu versehen sind. Ebenso bleiben die Sperrgut-Marken in Gebrauch, auch die Grüngut-Abfuhr ist nicht tangiert. Wenn das Spezial-Vermögen aufgebraucht ist, wird die Situation neu beurteilt.