2012 wurde die finanzielle Situation der Gemeinde Zuchwil in einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz beurteilt mit dem Fazit in Sachen Sportzentrum, dass die Gemeinde sich dieses eigentlich nicht leisten könne. Für die Politik war dies eine Steilvorlage. Gegründet wurde die Task Force Sportzentrum. Der finanzielle Durst des Sportzentrums musste dringend, aber wenn möglich von anderen gestillt werden.

Diverse Zwischenberichte, die zu strukturellen Verbesserungen führten, wurden vom Gemeinderat gutgeheissen. Immer wieder hat er die Task Force mit weiteren Abklärungen beauftragt, letzten Endes mit der Hoffnung versehen, dass das Sportzentrum auf irgendeine Art ausgelagert werden könnte.

29 Sitzungen in vier Jahren

«Es ist nun Zeit zu entscheiden», führte Gemeindepräsident Stefan Hug (SP) ins Geschäft ein. 29 Sitzungen habe die Task Force seit 2013 hinter sich. Keine der bisherigen Abklärungen, so der Task-Force-Bericht, spreche gegen eine Auslagerung, aber eben, siehe oben, es fehlen Interessenten. «Nicht, dass wir kein Gespräche geführt hätten», bekräftigt Gilbert Ambühl. Doch der Partner, der Geld in das Sportzentrum bringt, sei nicht gefunden worden. Das Interesse der Regionsgemeinden am Sportzentrum beschränke sich auf einige wenige Anlageteile, die weitherum einzigartig sind wie Eisbahn und eventuell Wellnesspool sowie Saunalandschaft.

An die Eisbahn leisten die Regionsgemeinden aber schon einen Beitrag. Die Task Force sehe keine überzeugende Argumente, wieso sich jemand an den defizitären Teilen wie Freibad und Hallenbad beteiligen sollte. Und nicht zuletzt gebe die Einwohnergemeinde mit der Absicht, das Freibad für 8 Mio. Franken zu erneuern, das politische Signal, sich diese Anlage ohne externe Unterstützung leisten zu können. Kurzum: die Empfehlung laute, eine Auslagerung zu vergessen.

Weitere Ausbauten sollten aber an die Beteiligung Dritter gebunden werden. Die Task Force erwähnt im Bericht den Winterbetrieb des Freibades oder eine Leichtathletik-Anlage. Man habe erste, positive Gespräche mit der Stadt Solothurn geführt, welche im Winter Wasser für die Schwimmvereine sucht.

Die politische Debatte im Gemeinderat blieb kurz. Carlo Rüsics (SVP) dankte für die Arbeit. 18 Gemeinderäte stimmten den Anträgen zu. 4 Gemeinderäte stimmten nicht ab, weil sie im Verwaltungsrat des Sportzentrums wirken.

Eine AEK-Aktie behalten

Der Gemeindepräsident lobte die demissionierende Gemeinderätin Yolanda Andreoli (Grüne) als aktive und kritische Persönlichkeit, die sich immer für das Dorf eingesetzt habe. «Personen mit einem solchen Gespür sind in einer Gemeinde rar.» Ersatz für Andreoli ist das Ersatzmitglied Benjamin Studer.

Formell erhielt das Organisationskomitee Dorffest 2017 den Auftrag, diesen Anlass zu organisieren. Diese formelle Auftragsvergabe ist aus versicherungstechnischen Gründen nötig.
Gemeinderat Patrick Marti (SP) prophezeite eine Stunde Diskussion zum Geschäft AEK-Aktien. Er spielte dann eine wichtige Nebenrolle, konnte aber vom gut vorbereiteten Abstimmungsfahrplan des Vorsitzenden ad interim Daniel Grolimund (CVP) – der Gemeindepräsident ging als Mitglied des Beirats AEK onyx AG in Ausstand – profitieren. Nach 45 Minuten hatte sich der Rat darauf geeinigt, fünf AEK-Aktien für 30 000 Franken pro Aktie zu verkaufen und 1 AEK-Aktie zu halten, damit man noch ein Bein im Unternehmen hat und informiert sei.

Halbierung der Firmensteuern

Hauptthema in der anschliessenden traditionellen Fragestunde war die von Patrick Marti gestellte Frage zu den Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform III (USR III) auf die Gemeinde Zuchwil. Michael Marti, Leiter Abteilung Finanzen hütete sich, genaue Zahlen angeben zu wollen. Aber aus seinen Erklärungen wurde schnell klar, dass Zuchwil zu einem Härtefall werden würde.

Aktuell erzielt Zuchwil einen Drittel der Steuereinnahmen durch Steuererträge von Unternehmen. Damit ist Zuchwil in den Top 5 des Kantons. Im Übrigen bestreiten zwei Firmen mit 57 Prozent den Löwenanteil dieser Steuererträge von insgesamt 9,7 Mio. Franken. Diese Einnahmen werden mit USR III mehr als halbiert. «Wir werden zum Bezüger aus dem Härteausfallfonds, weil wir klar viel verlieren», zeigte sich Marti überzeugt.