Das Bucheggberger Bezirksarchiv in Lüterswil bildet das wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben im Bezirk von einst und heute ab. Die Sammlung, deren Grundstock der umfangreiche Fundus des 2007 verstorbenen Bucheggberger Lokalhistorikers Peter Lätt bildet, wird heute von Martin Schoch und Hans-Ruedi Wüthrich ehrenamtlich betreut und stetig ausgebaut.

Allein die Diasammlung ist bemerkenswert. Von jedem der 21 Bucheggberger Dörfer hinterliess der in Mühledorf aufgewachsene Lokalhistoriker Peter Lätt ein oder zwei Ordner mit fein säuberlich angeschriebenen Dias. Die Bilder, rund 6000 an der Zahl, entstanden über mehrere Jahrzehnte hinweg und sind Zeitdokumente sondergleichen. Mittlerweile sind die Bilder digitalisiert und damit für die Nachwelt erhalten.

Doch nicht nur Dias fanden sich im Nachlass des im August 2007 verstorbenen Lätt. Da gibt es Zeitungen, Publikationen, Protokolle, Karten, Pläne, Dossiers und vieles mehr, das Lätt im Laufe seines Lebens über seinen Heimatbezirk zusammentrug. Frucht dieser Arbeit waren unter anderem das Buch «Buchegg und die Buchegger» sowie das 1994 erschienene und leider vergriffene Werk «Bucheggberg – Bilder und Begegnungen».

Wüthrich sammelt weiter

Mithilfe einer professionellen Archivarin und vielen von Martin Schoch geleisteten Stunden Fronarbeit konnte die Sammlung des Archivs katalogisiert werden und ist EDV-gestützt. Sie umfasst um die 250 Sachgebiete von A wie Auswanderung bis Z wie Ziegeleien. Das älteste Dokument stammt aus dem Jahr 1616.

Dass die Sammlung von Dokumenten über den Bezirk seit dem Tod von Peter Lätt weitergeht, ist der Arbeit von Hans-Ruedi Wüthrich zu verdanken. Seit nunmehr knapp zehn Jahren sammelt er Dokumente, Broschüren, Zeitungsartikel und Publikationen, die einen Bezug zum Bezirk haben. Mittlerweile sind so 63 Themenbereiche zusammengekommen. Diese reichen von «Altersprojekte» über «Medizinische Versorgung» bis hin zu «Vereine» und «Weinbau». «Was heute aktuell ist, ist morgen Geschichte», sagt Wüthrich zu seiner Sammeltätigkeiten. Wichtig ist ihm dabei zu erwähnen, dass er in seiner Dokumentation keine Wertung vornimmt.

Bürgergemeinden helfen

Das Bezirksarchiv Bucheggberg – übrigens das erste und bislang einzige seiner Art im Kanton Solothurn – ist in den Räumlichkeiten der ehemaligen Post in Lüterswil untergebracht. Dank der Unterstützung der Bucheggberger Bürgergemeinden können die laufenden Kosten, insbesondere die Miete, finanziert werden.

Die Sammlungen stehen interessierten Privatpersonen, Schulen, Universitäten und Amtsstellen zur Verfügung. Diese wurde im letzten Jahr etwa von der Schweizerischen Bauernhausforschung im Rahmen ihrer Arbeiten genutzt. Auch Schülern und Studenten dient das Archiv immer wieder als Quelle bei ihren Abschlussarbeiten.(drb)