Abwasserreinigung
Die ARA Messen musste mehrmals repariert werden

Im letzten Jahr mussten der Faulturm und das Pumpwerk der ARA Messen repariert werden.

Urs Byland
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Die ARA Lyss Limpachtal in Messen.

Die ARA Lyss Limpachtal in Messen.

Rahel Meier

Der Gemeindeverband ARA-Region Lyss-Limpachtal reinigt in zwei Anlagen die Abwässer von 40'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Eine der Abwasserreinigungsanlagen liegt in Messen. Dort mussten im letzten Jahr diverse Bauarbeiten ausgeführt werden.

Die gesamte Elektroverteilung der Anlage war veraltet und musste ersetzt werden. Parallel dazu wurde das gesamte Prozessleitsystem ersetzt. Gleichzeitig wurden auch Aussenbauwerke umgebaut.

Wenig Schadstoffe

In den Anlagen des Gemeindeverbandes, mit denen auch die Abwässer von Messen und Unterramsern gereinigt werden, wurden im vergangenen Jahr beinahe 7 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Der Anteil der Anlage in Messen liegt klar unter 10 Prozent. Biogas wurden insgesamt gegen 900'000 Kubikmeter produziert. Gut 25'000 Kubikmeter Schlamm mussten entsorgt werden. Und insgesamt 175 Tonnen Grobstoffe und Rechengut wurden abgeführt. Laut Geschäftsbericht liegt der Schadstoffanteil im gereinigten Wasser der Anlage in Messen bei 0,006 Prozent. Geht man von 400'000 Kubikmeter Abwasser in Messen aus, so wären im gereinigten Wasser rund 24 Kilogramm Schadstoffe. (uby)

Im Geschäftsbericht 2017 wird die Anlage in Messen als zu gross dimensioniert beschrieben. Das Einzugsgebiet Messen weist heute rund 5000 Einwohner auf. Die Anlage wurde aber für 13'000 Einwohner gebaut. Die optimale Reinigungsleistung kann nicht erreicht werden, weil die Wassermenge zu klein ist. Mit den nun realisierten Umbauten der Anlage sei es möglich, über längere Zeit Messwerte zu dokumentieren und damit Entscheidungsgrundlagen zu erhalten. Ziel sei es, die Kapazität der ARA Messen der realen Situation anzupassen.

Aufwendige Reparatur

Im Faulturm wird der Schlamm gesammelt, der durch Erwärmung zur Produktion von Biogas genutzt wird. Im Februar 2017 verkantete sich der Schwimmdeckel, der sich normalerweise flexibel der vorhandenen Schlammmenge anpasst. Durch den Druck des aufsteigenden Schlamms wurden die Führungsrollen abgedrückt, und der Schlamm quoll über den Turmrand hinaus. Die Führungsrollen mussten ersetzt werden. Dazu musste der 200 Kubikmeter fassende Faulturm entleert werden.

Nach der Reparatur wurde der Schlamm wieder eingefüllt. Die Gasproduktion in Messen war während dreier Wochen unterbrochen. Auch das zentrale Pumpwerk Chrutzebrügg, das von drei Seiten Abwasser erhält, musste repariert werden. Bei einer Kontrolle wurde eine umfangreiche Betonkorrosion festgestellt. Für die Sanierung musste das Becken trockengelegt, komplett sandgestrahlt und neu mit einem Abstrich versehen werden.

Geregelt wurde der Sonderfall des Pumpwerkes Etzelkofen im Einzugsgebiet der ARA Messen. Das Pumpwerk befindet sich im Kanton Bern, die Zufahrt jedoch im Kanton Solothurn. Für die Zufahrt war bisher der Verband allein auf den Goodwill des Landbesitzers angewiesen. Nun konnte die Situation mit einem Grundbucheintrag gelöst werden.