Schlicht «Art 7» ist die siebte Ausgabe der Sommerausstellung in der Alten Brennerei in Unterramsern übertitelt. Die beiden Initianten Alfred Maienfisch und Tom Gantner haben diesmal fünf Kunstschaffende aus dem Tessin, Basel, Baselland und aus Grenchen eingeladen. Es sind mehrheitlich Skulpturen in allen Grössen zu sehen. Lediglich Sylvia Heuser aus Sissach zeigt Gemälde von Landschaften und Blumen, die eine grosse Meisterschaft in der Farbfindung und Maltechnik verraten. Rotblühende Mohnblumen, Steinformationen oder dürre Äste – es ist die Natur, in der die Malerin ihre Inspiration holt.

Ebenfalls aus Sissach stammt Rudolf Tschudin, ein Eisenplastiker, der seinen Objekten stets einen spielerischen Aspekt verleiht. Er beschafft sich Fundstücke aus Metall, alte Ölfässer oder Halbfabrikate aus der Industrie, bedruckte Werbebleche, und gibt diesen mittels schneiden, schweissen oder hämmern meistens weibliche Formen. Bei Tschudi fällt die absolute handwerkliche Präzision seiner Arbeit auf.

Damen aus dem 3-D-Drucker

Arbeiten des Grenchners Hanspeter Schumacher sind nicht zum ersten Mal in der Alten Brennerei zu sehen. Der gelernte Elektromechaniker ist ein vielseitig Begabter. Zu sehen gibt es von ihm Acryl- und Oelbilder, die in surreale Welten entführen. Zudem zeigt er seine auf einem selbst hergestellten 3-D-Drucker entstandenen Frauenkörper, die er aus alten Holzbrettern, wie Phoenix aus der Asche, aufsteigen lässt. Fasziniert steht man vor einem überdimensionalen Pendel, das mittels Elektromotor angetrieben, dennoch eine fast zufällige Reise über die Bergsilouette – vom Weissenstein aus betrachtet – unternimmt.

Als zweite Frau in dieser Gruppe findet man Kleinskulpturen in Bronze von Esther Hirschi aus Basel. Frauenkörper in verschiedensten Posen, schafft sie. Manch einer gibt die Künstlerin Attribute mit, lässt sie emotionale Regungen ausführen. Sie erinnern an Göttinnen-Statuetten. Einen Spagat der Kulturen sind die aus alten Waschbrettern geformten Frauen, die zu afrikanischen Skulpturen werden.

Der Star dieser Ausstellung in der Alten Brennerei ist der Tessiner Künstler Ivo Soldini. Schon im Aussenbereich sind zwei überdimensionale Statuen von ihm zu sehen, die gleich Soldinis Meisterschaft beweisen. Im Innern der Alten Brennerei bespielt er einen ganzen Raum mit seinen Einzelbronzen oder Figurengruppen, die oft an Giacometti erinnern. Genauso spröde, und fast so abweisend, genauso zerbrechlich aber in der Haltung und Gestik wie beim grossen Vorbild, doch in seiner ganz eigenen Formensprache.