Bellach
Die «Aarewerft Lehmann» muss Umfriedung auf Vordermann bringen

Marcel Lehmann hat in einem Baugesuch mehrere Neubauten für seine Werft ausgeschrieben. Doch bevor die Neubauten realisiert werden können, muss der Werftbesitzer zuerst die Umfriedung fertigstellen.

Urs Byland
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Im Nordostbereich der Werft vervollständigt Marcel Lehmann die Umfriedung.

Im Nordostbereich der Werft vervollständigt Marcel Lehmann die Umfriedung.

Bei der Schiffswerft von Marcel Lehmann in Bellach sind die Bagger aufgefahren. Nicht die grossen, noch nicht, sondern die kleinen Bagger eines Gartenbauunternehmens. Bevor die grossen Bagger auffahren, lässt Marcel Lehmann die Umfriedung auf Vordermann bringen. Darauf habe er sich mit der Pro Natura auf deren Einsprache zum Baugesuch hin geeinigt.

Im Norden, auf der Strassenseite, wird der bereits bestehende Zaun aus Sträuchern und Bäumen in Richtung Osten verlängert. Eine Sichtlücke soll aber bleiben. «Das wollte ich unbedingt, schliesslich lebt der Betrieb auch von Wegnutzern, die dann die Möglichkeit haben, auf dem Areal ein Schiff zu sehen, und die dann vielleicht mein Geschäft besuchen wollen», erklärt Marcel Lehmann.

Die Einsprache von Pro Natura erfolgte, weil in den Sonderbauvorschriften zum alten Gestaltungsplan festgehalten wurde, dass vor Baubeginn zuerst die Bepflanzung ausgeführt werden muss. Dieser Passus ging unter. Deshalb sei die Einsprache von Pro Natura zurecht erfolgt, so Lehmann.

Die Einsprache von Pro Natura ist nicht die einzige. Aber Lehmann ist guten Mutes. «Wir sind im Hick. Ich habe vom Kanton schon einzelne Bewilligungen, und die Einsprachen werden wir abarbeiten», blickt er nach vorne. Bereits verschoben wurde zudem der 1993 gebaute Damm auf der Ostseite des Areals.

Gedeckter Winterlagerplatz

Im August will dann Marcel Lehmann mit den Hauptbauten starten. Vom bestehenden Gebäude bis zum Damm wird ein überdachter Bereich entstehen. In der mit grossen Öffnungen versehenen Halle werden künftig Boote einen geschützten Winterlagerplatz erhalten. «Man kann die Halle am besten mit einem Wagenschopf vergleichen.» Geplant ist in der Halle zudem ein separater Lackierraum. «Aber der kommt erst später, sobald er finanziert werden kann.»

Mit dem neuen Winterlagerplatz kann Lehman auf zusätzliche Kundschaft hoffen. «Das ist natürlich auch ein Ziel des Umbaus. Wenn zusätzliche Bootsbesitzer hier ihr Boot sicher lagern können, wird auch für die Werft mehr Arbeit anfallen.» Marcel Lehmann spricht gar von ein, zwei zusätzlichen Arbeitsstellen. Der Bau des neuen überdachten Bereichs wird nicht lange dauern und die Halle kann schon im kommenden Winter als Bootslager dienen.

Aufenthaltsraum mit Duschen

Mehrere Neubauten sollen mit dem Baugesuch bewilligt werden. Marcel Lehman würde aber nicht alle sofort ausführen. Neben dem Bau des neuen gedeckten Winterlagers soll das Hauptgebäude ergänzt werden. Zwischen Hauptgebäude und Aare ist weiter ein Ent- und Versorgungsgebäude geplant, das zusätzlich einen Aufenthaltsraum mit Duschen und Toilette beinhaltet. Dieses Gebäude will Lehman selber bauen, ebenfalls einen Neubau im Norden.

Aber noch ist es nicht soweit. Das Verfahren zum Baugesuch ist noch nicht abgeschlossen. Mit der Umfriedung erfüllt Marcel Lehmann erst einmal die wichtigste Forderung, bevor er Neubauten realisieren könnte.

Problematische Parkierung

Änderungen zeichnen sich auch bezüglich der Situation beim Eingang zur Werft von Marcel Lehmann ab. Dort parkieren ausserhalb der Werft Lehmann Bootsbesitzer der nahen kantonalen Bootsanlegestelle ihre Fahrzeuge quasi im Uferbereich, also in der Uferschutzzone. Das ist beispielsweise dem Kanton nicht genehm. Im Notfall drohe den Stegnutzern, darunter auch Kunden von Marcel Lehmann, eine Parkierung beim Schwimmbad Solothurn.

Als Alternative kann sich Lehmann ein kleines Parkfeld im Gestaltungsplanperimeter seiner Werft, aber auf dem Land seines Cousins vorstellen. «Das wäre eine Idee. Kann das nicht realisiert werden, stelle ich halt zehn Parkplätze auf meinem Areal zur Verfügung. Die Parkfelder werden ja vor allem im Sommer gebraucht und im Winter kann ich sie weiterhin als Bootslagerplätze nutzen.»