Biberist

Die 162 Eingaben zur Ortsplanung werden im Februar diskutiert

Die Trottoirsituation an der Bleichenbergstrasse ist nicht überall gleich befriedigend.

Die Trottoirsituation an der Bleichenbergstrasse ist nicht überall gleich befriedigend.

Die Bau- und Werkkommission hat die Eingaben vorberaten. Abschliessend entscheidet aber der Gemeinderat Biberist über die Ortsplanung.

79 Personen oder Gruppen reichten während der Frist für die Mitwirkung zur Ortsplanung insgesamt 162 Begehren ein. Ein Grossteil der Eingaben, nämlich rund 70 Prozent, betreffen Ein- und Umzonungsbegehren, Änderungsanträge von Langsamverkehrswegen oder verkehrstechnische Massnahmen. Alle Eingaben wurden aufgelistet und von der Bau- und Werkkommission (BWK) vorbesprochen und eine mögliche Antwort formuliert.

«Das Zonenreglement und die Zonierung insgesamt scheint in der Bevölkerung nicht umstritten. Es gab kaum Eingaben dazu», erklärte Uriel Kramer (Präsident BWK). Schon in der Mitwirkungsveranstaltung gab es aber grosse Diskussionen um den Erschliessungsplan. Rund zwei Drittel der Anliegen gehören dazu.

Genug Zeit, um die Unterlagen zu studieren

Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann schlug dem Gemeinderat vor, die Eingaben zur Ortsplanung an einer Klausursitzung zu besprechen. Als Datum wurde der 1. Februar fixiert. Die Sitzung solle möglichst in der Biberena durchgeführt werden, damit Publikum trotz Corona Zugang habe. Die Fraktionen sollen ihre Fragen und Anmerkungen bis zum 13. Januar einreichen. So können sich alle vorbereiten. «Ich schlage zudem vor, dass an der Klausursitzung nur die Punkte diskutiert werden, in denen sich Gemeinderat und BWK in der Beantwortung nicht einig sind», machte Hug weiter beliebt.

«Wir haben uns bei den Entschieden an die Vorgaben und Beschlüsse des Gemeinderates gehalten», so Kramer. Er meinte damit vor allem den Beschluss des Gemeinderates, an der Bleichenbergstrasse auf der Nordseite ein durchgehendes Trottoir zu realisieren. Dieses dürfte wohl nochmals zum Thema werden. Viele Eingaben gab es zudem zur Erhöhung der Lärmempfindlichkeitsstufe von der heutigen Zone II auf neu Zone III an der Bleichenbergstrasse. Davon sind gegen 100 Liegenschaften betroffen.

Wo sollen die Baulinien festgelegt werden?

Rege Diskussionen ergaben sich bereits am Montagabend zum Thema Baulinien. Diese liegen heute für die Erschliessungsstrassen der Gemeinde bei fünf Metern. Die BWK schlägt neu vor, dass die Baulinie bei vier Metern festgelegt wird. «Wir haben das Thema sehr kontrovers diskutiert», so Kramer. Eine Mehrheit der Kommission unterstütze die vier Meter. Es gebe aber auch Unterstützung für fünf und sogar für eine Reduktion auf nur noch drei Meter.

Es sei eine politische Entscheidung, wie man die Baulinien definiere. Je näher an die Strasse gebaut werden könne, desto städtischer wirke die Bebauung. «Ich werde schon heute oft auf Neubauten angesprochen und dass diese sehr nahe an der Strasse gebaut werden», so Hug-Portmann. Man müsse sich überlegen, ob Biberist ein Dorf bleiben wolle, oder ob man ein städtisches Erscheinungsbild annehmen wolle.

Zelglistrasse soll verbreitert werden

An der Zelglistrasse wird ein neues Mehrfamilienhaus gebaut. Darum soll die Strasse jetzt verbreitert werden. Gleichzeitig wird auch die Wasserversorgung ausgebaut, damit der Brandschutz auch künftig gewährleistet werden kann. Die Strasse ist seit bald 40 Jahren im Erschliessungsplan enthalten, bisher war der Ausbau aber nicht nötig.

Um die Strasse ausbauen zu können, muss die Gemeinde total 113 Quadratmeter Land von drei Anstössern erwerben. Das trifft nicht bei allen auf Gegenliebe. Allerdings ist das betroffene Land laut Erschliessungsplan schon lange Strassenareal, wurde von den Anstössern bisher aber als Privatgarten genutzt. Die Gemeinde bezahlt den Anstössern das Land, das sie erwirbt. Gleichzeitig müssen die se aber auch Perimeterbeiträge für die Erschliessung der Strasse bezahlen.

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