Bleichenberg
Die 1. August-Jubiläumsfeier dreht sich um das Thema "Heimat"

Zehnte, gemeinsame 1. August-Feier der Gemeinden Biberist, Zuchwil und Derendingen.

Melanie Riedl
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Kantonsrätin Susan von Sury-Thomas spricht zum Thema "Heimat".
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Viele Besucherinnen und Besucher hörten am Morgen die Rede von Susan von Sury-Thomas.
Gemeindepräsident Stefan Hug am Rednerpult
Gemmeindepräsident Stefan Hug bei seiner Ansprache
Ein Quintett sorgte für gute Musik.
Festredner Albert Studer, Kantonsratspräsident.
Festredner Albert Studer, Kantonsratspräsident.
Hier wird kräftig im Risotto gerührt.
Impressionen von der 1. Augustfeier auf dem Bleichenberg.08
Die Kinder mit Lampions
Die Kinder mit Lampions
Festliche Stimmung auf dem Bleichenberg
Impressionen von der 1. Augustfeier auf dem Bleichenberg.02
Impressionen von der 1. Augustfeier auf dem Bleichenberg.01
Impressionen von der 1. Augustfeier auf dem Bleichenberg.06
Bleichenberg 1. August 2016

Kantonsrätin Susan von Sury-Thomas spricht zum Thema "Heimat".

Melanie Riedi

Mehr als 200 Besucher nehmen am Morgen am ökumenischen Gottesdienst im Festzelt auf dem Bleichenberg Teil. Inmitten von Sonnenblumen und Flaggen singen und beten sie zusammen. Ein Quintett der Brass Band Solothurn sorgt für die Musik und Kantonsrätin Susan von Sury-Thomas spricht zum Thema «Heimat». «Es ist nicht immer leicht, die Frage ‹Wo bini deheim?› zu beantworten», sagt von Sury, die 25 Jahre im südindischen Kerala lebte.

Heimat sei ein Ort, an dem man sich heimisch fühle, wo man dazugehöre. Von Sury spricht von Heimweh und den unterschiedlichen Migrationsgründen – Beruf, Liebe, Not – und schneidet damit die Flüchtlingsthematik an: «Leichtfertig zieht niemand von Zuhause weg, weil man viel zurück lässt. Als lebendiges Beispiel für den Übergang von der alten zur neuen Heimat, weiss ich, wie wichtig Integration ist. Und trotzdem verleugne ich meine indische Heimat nicht.»

Die Kantonsrätin ist der Meinung, dass sich Migranten nicht isolieren dürfen. Damit geht sie auf die Banlieue-Problematik in Frankreich ein. Sie schliesst ihre Ansprache mit der Folgerung, dass Heimat etwas Dynamisches sei und man die Migranten in der Schweiz gut aufnehmen solle.

Viel Enthusiasmus

Beatrice Schibler-Joggi, Zuchwiler OK-Mitglied der Bundesfeier, findet es traumhaft, das 10-Jahr-Jubiläum feiern zu können: «Das Geheimrezept unseres Erfolgs ist wohl die Begeisterung, mit der alle Helfer von Anfang an am selben Strick gezogen haben.» Für OK-Mitglied Peter Weibel aus Derendingen sind der schöne Austragungsort und die tolle Aussicht mitverantwortlich für die gelungenen Feiern.

Und das Biberister OK-Mitglied Marianne Westermeier findet es toll, wie die Synergien der drei Gemeinden genutzt werden. Auch die Besucher sind begeistert. Rosemarie Stadelmann aus Obergerlafingen ist heuer zum ersten Mal dabei: «Ich war schon lange neugierig auf das Fest im Dreiländereck.» Roger von Arx aus Derendingen findet es schön, dass die drei Gemeinden ein gemeinsames Fest organisieren.

Rosemarie Scheurer aus Biberist ist eine langjährige Besucherin der Feier. «Es ist jeweils mein Highlight, wenn alle zusammen die Landeshymne singen. Auch wenn ich nur die erste Strophe auswendig kenne.»

1. August-Abendrede: «Toleranz und Solidarität zeigen»

Redner am Abend ist Kantonsratspräsident Albert Studer, Gemeindepräsident von Hägendorf. Der SVP-Politiker verzichtet bewusst darauf, wie er eingangs erklärt, die Weltlage zu kommentieren. Sein Blick richte sich nach innen auf die Heimat. In seiner Rede vergleicht er die drei Dörfer, die den Bundesfeiertag gemeinsam feiern, gestern und heute. Um 1836, noch vor der Industrialisierung, beschrieb der Oltner Lehrer Peter Strohmeier die drei Gemeinden. Von Biberist (926) und Derendingen (524) erwähnte er die Anzahl Seelen.

Von Zuchwil, gelegen an der überaus romantischer Lage am Saume eines schönen Buchenwäldchens, wird die Bevölkerungszahl nicht genannt, dafür sei die Dorfkirche eines der freundlichsten im Kanton. Kein Vergleich zu heute, wo in den drei Gemeinden 23 500 Menschen eine Gemeinschaft bilden, so Studer. «Die Gemeinschaft passt sich ständig an und verändert sich. Schaut man auf letzten 200 Jahre zurück, waren diese Veränderungen enorm.» Den Menschen gehe es heute im Grossen und Ganzen gut. «Es gibt aber in jedem Staat Mitmenschen die aus Enttäuschung, Einsamkeit oder weil sie verzweifelt sind, die Gemeinschaft ablehnen.» Da sei jeweils Toleranz und Solidarität gefordert. (mgt/uby)